
Münster. Zum Start des neuen Schuljahres am Mittwoch, 2. September, zeigen aktuelle Zahlen, wie sich die Schülerschaft in Münster verändert hat. Im abgeschlossenen Schuljahr 2025/26 hatten 16.375 von 50.265 erfassten Schülerinnen und Schülern eine Zuwanderungsgeschichte. Das entspricht 32,6 Prozent. Vor zwei Jahren waren es 30,9 Prozent, vor vier Jahren 28,9 Prozent. Damit ist der Anteil innerhalb von vier Jahren um 3,7 Prozentpunkte gestiegen. Der Schulbeginn in Münster fällt in diesem Jahr auf den 2. September.
Trotz des Anstiegs bleibt Münster unter dem landesweiten Wert. In Nordrhein-Westfalen hatten im Schuljahr 2025/26 rund 1,1 Millionen Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen eine Zuwanderungsgeschichte. Das entsprach 44,6 Prozent. Zwischen Münster und dem Landesdurchschnitt liegen damit 12,0 Prozentpunkte.
Auch landesweit ist die Quote über mehrere Jahre gestiegen. 2020/21 lag sie noch bei 39,4 Prozent, fünf Schuljahre später bei 44,6 Prozent. Allein gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich der Wert um 0,3 Prozentpunkte. Besonders kräftig war die Entwicklung an den beruflichen Schulen: Dort stieg der NRW-Anteil seit 2020/21 von 30,3 auf 37,6 Prozent.
Bei den Grundschulen verlief die jüngste Entwicklung etwas anders. NRW-weit sank der Anteil erstmals seit fünf Schuljahren leicht und lag zuletzt bei 47,4 Prozent. In Münster betrug er 39,2 Prozent und lag damit 8,2 Prozentpunkte unter dem Landeswert. Noch deutlicher fällt der Unterschied bei den beruflichen Schulen aus: In Münster hatten dort 23,2 Prozent der Schülerinnen und Schüler eine Zuwanderungsgeschichte, landesweit waren es 37,6 Prozent.
Der Münsteraner Gesamtwert von 32,6 Prozent verdeckt erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Schulformen. Besonders deutlich wird das beim Vergleich von Hauptschulen und Gymnasien.
An den Hauptschulen in Münster hatten 795 der insgesamt 1.020 Schülerinnen und Schüler eine Zuwanderungsgeschichte. Der Anteil erreichte damit 78,2 Prozent. Auch an den Realschulen lag er mit 64,4 Prozent deutlich über dem stadtweiten Durchschnitt: Von 3.170 Schülerinnen und Schülern wurden 2.040 entsprechend in der Statistik erfasst.
In einer mittleren Größenordnung bewegten sich die Primus-Schule mit 40,4 Prozent, die Grundschulen mit 39,2 Prozent und die Förderschulen mit 37,3 Prozent. An den Förderschulen waren es 585 von insgesamt 1.575 Schülerinnen und Schülern.
Deutlich niedriger lagen die Werte an Gymnasien und Gesamtschulen. An den Gymnasien hatten 3.375 von 11.840 Schülerinnen und Schülern eine Zuwanderungsgeschichte, entsprechend 28,5 Prozent. Bei den Gesamtschulen waren es 1.060 von 3.945 und damit 26,9 Prozent. Den niedrigsten Anteil unter den ausgewiesenen Schulformen hatten die beruflichen Schulen mit 23,2 Prozent.
Die Bezeichnung ist nicht mit einer ausländischen Staatsangehörigkeit gleichzusetzen. IT.NRW erfasst eine Zuwanderungsgeschichte, wenn mindestens eines von drei Merkmalen erfüllt ist: Die Schülerin oder der Schüler ist selbst im Ausland geboren und nach Deutschland zugewandert, mindestens ein Elternteil wurde im Ausland geboren und ist nach Deutschland zugewandert oder die in der Familie verwendete Verkehrssprache ist nicht Deutsch.
Mehrere Kriterien können gleichzeitig erfüllt sein. Die Staatsangehörigkeit wird bei dieser Einstufung ausdrücklich nicht berücksichtigt. Damit können auch Schülerinnen und Schüler mit deutscher Staatsangehörigkeit statistisch eine Zuwanderungsgeschichte haben.
Bei den Gesamtzahlen für Münsters Schulen ist außerdem auf die jeweilige statistische Abgrenzung zu achten. Die Stadt Münster weist in ihrer eigenen Schulstatistik 2025/26 insgesamt 51.748 Schülerinnen und Schüler aus. Für die IT.NRW-Auswertung zur Zuwanderungsgeschichte werden dagegen bestimmte Schulformen, darunter Freie Waldorfschulen und Weiterbildungskollegs, nicht berücksichtigt. Die beiden Gesamtzahlen sind deshalb nicht unmittelbar miteinander vergleichbar.
Für Kinder und Jugendliche, die neu nach Münster kommen, gibt es eine zentrale Bildungsberatung der Stadt. Sie übernimmt für neu zugewanderte Schülerinnen und Schüler die Beratung zur Schulwahl und die Vermittlung an eine geeignete Schule. Dabei arbeitet sie nach Angaben der Stadt mit der Schulaufsicht, den Schulen und weiteren Partnern zusammen.
Nach Angaben der Stadt besuchen neu zugewanderte Kinder und Jugendliche unabhängig von ihren bisherigen Deutschkenntnissen eine Schule, die zu ihrem Lernstand und ihren individuellen Voraussetzungen passt. Die Sprachförderung erfolgt parallel. Außerdem gibt es in den verschiedenen Schulformen sogenannte Referenzschulen, die für die Unterstützung neu zugewanderter Schülerinnen und Schüler besonders ausgestattet sind.
Ergänzend unterstützt das Kommunale Integrationszentrum die Münsteraner Schulen bei der Sprachbildung und der schulischen Integration. Dazu gehören unter anderem Sprachbildungsnetzwerke für Lehr- und Fachkräfte sowie Beratung bei Konzepten für eine migrationssensible Schulentwicklung.
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