Münsters „Wunderkasten“ wieder bundesweit unter den besten Buchhandlungen

Der „Wunderkasten“ in Münster gehört erneut zu den Top 100 beim Deutschen Buchhandlungspreis 2025. Entscheidung über Hauptpreis fällt im März in Leipzig.
Foto: Lubos Houska

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Münster. Die Buchhandlung „Wunderkasten“ in Münster-Gievenbeck gehört auch beim Deutschen Buchhandlungspreis 2025 wieder zu den ausgezeichneten Häusern. Damit zählt das Geschäft am Rüschhausweg 6 erneut zu den bundesweit 100 prämierten unabhängigen Buchhandlungen. Bereits 2019 und 2022 war der „Wunderkasten“ erfolgreich – 2025 ist es die dritte Ehrung.

Der Preis wird von der Bundesregierung vergeben und würdigt inhabergeführte Buchhandlungen, die sich in besonderer Weise für das Kulturgut Buch und das kulturelle Leben vor Ort einsetzen. In diesem Jahr bewarben sich 483 Buchhandlungen bundesweit um die Auszeichnung.

Entscheidung über Hauptpreise fällt in Leipzig

Ob der „Wunderkasten“ zusätzlich einen der höher dotierten Hauptpreise erhält, entscheidet sich am 19. März 2026 im Rahmen der Leipziger Buchmesse. Insgesamt stellt der Bund für den Deutschen Buchhandlungspreis eine Million Euro bereit. In verschiedenen Kategorien werden Preisgelder vergeben, darunter mehrfach 25.000 Euro für die „beste Buchhandlung“ sowie 15.000 Euro für besonders herausragende Konzepte. Weitere Auszeichnungen sind in der Regel mit 7.000 Euro dotiert.

Mit der erneuten Platzierung unter den Top 100 hat sich die Buchhandlung aus Münster bereits bundesweite Anerkennung gesichert.

Vom Stadtteilladen zum Kulturort

Gegründet wurde der „Wunderkasten“ im Jahr 2002. Kirsten Lambeck begann dort 2008 ihre Ausbildung und übernahm das Geschäft 2013 von Martin Luy. Drei Jahre später folgte der Umzug vom Michaelweg an den heutigen Standort am Rüschhausweg – unterstützt von mehr als 100 Helferinnen und Helfern aus dem Umfeld.

Der Name der Buchhandlung geht auf einen Buchtitel von Rafik Schami zurück und spielt auf das Motiv eines Erzähl- und Bilderguckkastens an. Der Laden versteht sich als kultureller Treffpunkt im Stadtteil. Bücher hängen teils als selbstgebaute Lampen unter der Decke und prägen die besondere Atmosphäre.

Leseförderung und persönliche Empfehlungen im Fokus

Ein Schwerpunkt liegt auf der Leseförderung. Schulklassen und Kindergartengruppen besuchen regelmäßig die Buchhandlung, zugleich gehen Mitarbeitende auch in Einrichtungen, um Bücher vorzustellen. Die Idee, Kinder als „Testleser“ einzubinden, soll künftig wieder stärker belebt werden.

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Besonders prägend ist die ausgeprägte Empfehlungskultur. Die Inhaberin liest nach eigenen Angaben mehr als 100 Bücher pro Jahr, einige Mitarbeitende sogar noch mehr. Aus dieser Praxis heraus entstand während der Corona-Zeit ein eigenes Empfehlungsheft, das inzwischen dreimal jährlich erscheint.

Ein besonderes Format ist „Allein im Wunderkasten“. Im vergangenen Jahr wurde das Konzept rund 60 Mal angeboten. Besucherinnen und Besucher können dabei für zweieinhalb Stunden außerhalb der regulären Öffnungszeiten im Laden stöbern und lesen – ganz ohne Personal.

Veranstaltungen als fester Bestandteil

Neben dem Buchhandel selbst setzt der „Wunderkasten“ auf Veranstaltungen. Krimi-Abende gehören ebenso dazu wie musikalische Formate. Der irische Folkabend „The Irish Quarter“ wird nach großer Resonanz am 13. März um 19.30 Uhr erneut angeboten.

Weitere Termine stehen ebenfalls fest: Am 23. April um 19.30 Uhr werden „Lieblingsbücher im Frühling“ vorgestellt. Am 6. Mai um 19.30 Uhr liest die Münsteraner Autorin Esther Schüttpelz.

Mit diesem Engagement im Stadtteil und darüber hinaus hat sich der „Wunderkasten“ über Jahre als feste kulturelle Größe in Münster etabliert – nun erneut bestätigt durch die Auszeichnung beim Deutschen Buchhandlungspreis.

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