
Münster. Nach 14 Jahren steht der Wellensteyn-Store am Alten Fischmarkt in Münster vor dem Aus. Das inhabergeführte Geschäft der Familie Linke gibt seinen bisherigen Standort zum Jahresende 2026 auf. Als Gründe nennt Markus Linke im Gespräch mit unserer Redaktion gesunkene Kundenfrequenz, steigende Kosten und die schwieriger werdende Personalsuche. Der Fall reiht sich in eine Serie von Veränderungen in Münsters Innenstadt ein. Starbucks hat sich zuletzt aus der Stubengasse zurückgezogen und auch die Weinhandlung Wein am Schloss in Wolbeck schließt Ende Oktober.
„Vor Corona war die Welt für uns weitestgehend in Ordnung“, sagt Markus Linke. Nach der Pandemie habe die Familie zunächst darauf gehofft, dass sich die wirtschaftliche Lage wieder stabilisieren würde. Diese Entwicklung sei ausgeblieben. Neben einer geringeren Kundenfrequenz und höheren Kosten werde auch die Suche nach geeignetem Personal zunehmend schwieriger.
Hinzu komme die starke Wetterabhängigkeit des Sortiments. Wellensteyn ist vor allem für Jacken und wetterfeste Oberbekleidung bekannt. Längere und sehr warme Sommer könnten sich deshalb zusätzlich auf die Nachfrage auswirken. „Extremsommer kommen dazu“, sagt Linke. Gleichzeitig betont Linke, dass Wellensteyn aus seiner Sicht im Qualitätssegment für Jacken weiterhin stark nachgefragt sei. Die Entscheidung zur Schließung sei der Familie nicht leichtgefallen. „Wir verlassen den Standort ungerne.“
Vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Schließung betroffen. Nach Angaben von Markus Linke wurde für sie bereits ein Übergang in neue Arbeitsverhältnisse organisiert.
Für Markus Linke ist die Entwicklung am Alten Fischmarkt kein isolierter Einzelfall. Er beobachtet, dass inhabergeführte Geschäfte in Münster zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten. Besonders hohe Mieten, steigende Betriebskosten und eine schwankende Kundenfrequenz machten es kleineren Händlern schwerer, Standorte langfristig profitabel zu betreiben.
Kritisch sieht Linke außerdem, wie sich Besucherströme in der Innenstadt verändern. Veranstaltungen, Demonstrationen und verkaufsoffene Sonntage könnten zwar viele Menschen nach Münster bringen, davon profitierten nach seiner Erfahrung aber nicht automatisch alle Handelslagen gleichermaßen. Gerade Geschäfte außerhalb der stärksten Einkaufsstraßen könnten Nachteile spüren, wenn sich die Frequenz auf einzelne Bereiche konzentriert. „In den B-Lagen trifft das die Geschäfte intensiv“, sagt Linke. Die Wirtschaftsförderung Münster führt den Alten Fischmarkt als 1b-Lage. Dort dauert die Vermietung freier Flächen länger als in den Top-Lagen.
Sonja und Markus Linke und ihre gesamte Familie haben den Wellensteyn-Store nach eigenen Angaben 14 Jahre lang mit viel persönlichem Einsatz betrieben. Das Geschäft wird eigenverantwortlich geführt und ist über einen Markenvertrag mit Wellensteyn verbunden. Nun endet dieses Kapitel am Alten Fischmarkt. Die Kombination aus höheren Kosten, Personalsuche und weiteren Belastungen mache eine Fortführung an diesem Standort aus Sicht der Betreiber wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll.
Ein endgültiger Abschied von Münster ist damit allerdings noch nicht beschlossen. Die Familie prüft nach eigenen Angaben, ob sich an anderer Stelle in der Stadt ein wirtschaftlich passender Standort finden lässt.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu