Starbucks zieht sich aus Münsters Innenstadt weiter zurück

Starbucks gibt in Münster die Stubengasse auf. Die Innenstadt hat sich beim Kaffee längst breiter aufgestellt.
Symbolbild mit KI erstellt

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Münster. Der nächste Rückzug einer bekannten Kaffeekette verändert die Innenstadtlage in Münster: Starbucks will die Filiale an der Stubengasse im August schließen. Übrig bleibt für die Marke in der Stadt künftig nur noch der Standort am Hauptbahnhof. Die Entscheidung trifft auf einen Kaffeemarkt, der sich in Münster längst nicht mehr allein über internationale Ketten definiert.

Starbucks bleibt in Münster vorerst nur am Bahnhof sichtbar

Mit der Schließung an der Stubengasse verliert Starbucks seinen zentralen Standort in der Münsteraner Fußgängerzone. Das Hansecarré liegt zwischen Einkaufsstraßen, Gastronomie und Laufwegen Richtung Prinzipalmarkt, Ludgeristraße und Salzstraße. Genau diese Lage machte die Filiale über Jahre zu einem sichtbaren Teil der Innenstadt.

Nach dem Aus im Hansecarré konzentriert sich Starbucks in Münster auf den Hauptbahnhof. Das verschiebt die lokale Präsenz deutlich: weg von der klassischen Innenstadtlage, hin zu einem Standort mit Pendlern, Reisenden und schneller Laufkundschaft.

Die Gründe für die Schließung sind nicht öffentlich erläutert. Eine belastbare Aussage des Unternehmens zu den Motiven liegt bislang nicht vor.

Münster hat eine gewachsene Kaffeeszene

Der Rückzug fällt in eine Stadt, in der Kaffee längst nicht nur über große Marken läuft. Münster hat mehrere lokale Röstereien, Kaffeebars und Cafés, die eigene Profile entwickelt haben. Sie stehen für Spezialitätenkaffee, handwerkliche Röstung, kleinere Standorte und eine stärkere Bindung an einzelne Stadtteile.

Zu den bekannten lokalen Anbietern gehört roestbar, die in Münster mehrere Kaffeehäuser betreibt und auch in zentraler Innenstadtlage vertreten ist. Herr Hase verbindet Rösterei und Kaffeebars und ist unter anderem an der Gertrudenstraße und an der Ostmarkstraße präsent. Die Bohne setzt auf eine offene Rösterei und handwerkliche Trommelröstung.

Damit trifft Starbucks in Münster auf ein anderes Umfeld als zur Zeit früherer Filialeröffnungen. Kundinnen und Kunden können heute zwischen Ketten, Bäckereien, Spezialitätenröstern, klassischen Cafés und To-go-Angeboten wählen.

Auch anderswo werden Innenstadtlagen geprüft

Der Fall Münster steht nicht allein, auch wenn daraus keine bundesweite Starbucks-Schließungswelle abgeleitet werden kann. In Nürnberg wurde zuletzt eine Starbucks-Filiale in der Breiten Gasse aufgegeben. Dort blieben andere Standorte in der Stadt bestehen.

International überprüft Starbucks sein Filialnetz ebenfalls. Das Unternehmen hatte 2025 erklärt, in Europa einzelne Standorte in Großbritannien, der Schweiz und Österreich zu schließen. Zugleich sollten in Europa weiter neue Coffee Houses entstehen. Das zeigt: Es geht nicht zwingend um einen generellen Rückzug, sondern um die Frage, welche Lagen und Formate sich für die Kette noch rechnen.

Billig-Konzepte erhöhen den Druck im Kaffeemarkt

Neben der lokalen Cafészene wächst auch der Wettbewerb durch neue, preisaggressive Anbieter. Cotti Coffee ist in Nordrhein-Westfalen unter anderem in Düsseldorf und Köln gestartet und warb zum Marktstart mit sehr günstigen Aktionspreisen. LAP Coffee expandiert ebenfalls in deutschen Großstädten und setzt auf kleine Flächen, wenig Service und schnelle To-go-Bestellungen.

Ob solche Konzepte für die Entscheidung an der Stubengasse eine Rolle gespielt haben, ist nicht bekannt. Klar ist aber: Der Markt für Kaffee in Innenstadtlagen ist enger geworden. Große Ketten konkurrieren heute nicht nur untereinander, sondern auch mit lokalen Röstereien, Bäckereien, Spezialitätenkaffee-Bars und neuen Niedrigpreisformaten.

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