
Münster. An der Kopenhagener Straße in Münster-Amelsbüren steht eine Entscheidung an, die für die regionale Wasserstoffmobilität ein Einschnitt ist. Die Westfalen-Gruppe will den Betrieb ihrer Wasserstofftankstelle zum 30. April 2026 beenden. Als Grund nennt das Unternehmen die geringe Nachfrage. Für einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb der rund zehn Jahre alten Anlage wären nach Unternehmensangaben erhebliche Investitionen nötig. Gleichzeitig bleiben die übrigen Angebote am Standort bestehen, darunter Shop, Ladesäule und LNG-Tankstelle.
Die Anlage in Münster-Amelsbüren war 2016 in Betrieb gegangen und gehörte damit zu den frühen Wasserstofftankstellen in Nordrhein-Westfalen. Der Standort liegt im Hansa-Business-Park nahe der A1 und wurde damals als wichtiger Schritt für den Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur vorgestellt. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts war die Station von Beginn an so ausgelegt, dass sowohl Pkw als auch größere Fahrzeuge versorgt werden konnten. Für das Münsterland war die Anlage damit über Jahre ein sichtbares Symbol dafür, dass Wasserstoff im Verkehrsbereich praktisch nutzbar gemacht werden sollte.
Bemerkenswert ist, dass der Standort zuletzt noch technisch weiterentwickelt worden war. Westfalen verweist darauf, die Station 2024 erneut aufgerüstet und um eine Vorkühlung ergänzt zu haben. Dadurch sollte die Betankung verbessert werden, insbesondere bei größeren Fahrzeugen. Die Tankstelle ist laut den veröffentlichten Standortangaben für 350 und 700 bar ausgelegt, also für unterschiedliche Fahrzeugklassen. Trotz dieser Modernisierung reicht die Nachfrage nach Unternehmensangaben nicht aus, um die für den Fortbestand nötigen Investitionen zu rechtfertigen.
Mit der geplanten Schließung verliert das Münsterland einen Standort, der über Jahre eine besondere Rolle im regionalen Mobilitätsmix gespielt hat. Noch aktuell wird die Station auf den Westfalen-Seiten mit Wasserstoffangebot, 24-Stunden-Betrieb und einem ausgewiesenen Preis geführt. Dass die Anlage trotz laufender Verfügbarkeit in wenigen Wochen vom Netz gehen soll, zeigt, wie schwierig der wirtschaftliche Betrieb solcher Infrastruktur inzwischen geworden ist. Für Nutzer von Wasserstofffahrzeugen in und um Münster bedeutet das ab Mai vor allem längere Wege zur nächsten Tankmöglichkeit.
Die Tankstelle war nicht irgendein Nebenangebot an einer Autobahn-nahen Station, sondern ein Projekt mit Signalwirkung. Sie stand für die Hoffnung, dass alternative Antriebe auch abseits der großen Metropolen im Alltag ankommen. Dass dieser Standort nun nach nicht einmal einem Jahrzehnt verschwindet, ist deshalb mehr als eine betriebliche Entscheidung eines Unternehmens. Es ist auch ein Hinweis darauf, dass der Hochlauf der Wasserstoffmobilität in der Fläche deutlich schwieriger verläuft als viele Projekte zum Start erwarten ließen.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu