
Münster. Nach mehreren Fällen im Münsterland ist nun auch in Münster eine Nadel in einer Halloween-Süßigkeit entdeckt worden. Ein elfjähriges Mädchen bemerkte den spitzen Metallgegenstand in einem Kaubonbon, bevor es die Süßigkeit essen konnte. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen und bittet um Hinweise. Ähnliche Vorfälle wurden bereits aus Ladbergen und Steinfurt gemeldet. Die Ermittler warnen Eltern davor, gesammelte Süßigkeiten ungeprüft an ihre Kinder weiterzugeben.
Nach Angaben der Polizei Münster wollte das Mädchen am Donnerstagnachmittag (5. November 2026) gegen 16:15 Uhr eine Kaubonbon-Stange essen, die es an Halloween gesammelt hatte. Dabei fielen ihm eine ungewöhnlich aussehende Verpackung und eine darin befindliche Nadel auf. Das Kind blieb unverletzt.
Die Familie war am Halloweenabend in einem Wohngebiet im Bereich Loddenheide unterwegs gewesen. Gesammelt wurden die Süßigkeiten zwischen dem Torminweg und den Straßen Am Lütkebach und Rikeweg. Woher genau die betroffene Süßigkeit stammt, ist bislang nicht bekannt.
Die Mutter erstattete Anzeige wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Die Polizei stellte sowohl das betroffene Kaubonbon als auch sämtliche weiteren gesammelten Süßigkeiten sicher. Die Ermittlungen dauern an.
Der Vorfall in Münster ist nicht der erste dieser Art in der Region. Bereits am 2. November hatte die Polizei Steinfurt über einen Fall aus Ladbergen berichtet. Dort entdeckte ein zehnjähriges Mädchen zwei kleine Drahtstücke in einem Schokoladenbonbon, das es an Halloween gesammelt hatte. Das Kind konnte die Süßigkeit rechtzeitig ausspucken und blieb unverletzt.
Ein weiterer Fall wurde am 5. November aus Steinfurt bekannt. Eine Zwölfjährige wollte einen Schokoriegel essen, den sie an Halloween erhalten hatte. Auf Anraten ihrer Großmutter überprüfte sie die Süßigkeit zunächst und zerbrach den Riegel. Dabei entdeckte sie eine Nadel. Auch hier wurde niemand verletzt.
Die Kriminalpolizei ermittelt in beiden Fällen wegen des Verdachts der versuchten gefährlichen Körperverletzung. Ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen im Kreis Steinfurt und dem neuen Fall in Münster ist bislang nicht nachgewiesen.
Auch aus anderen Regionen Deutschlands sind nach Halloween ähnliche Funde gemeldet worden. Unter anderem in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern wurden Nadeln, Schrauben oder andere Metallgegenstände in Süßigkeiten entdeckt. In einzelnen Fällen kam es zu Verletzungen.
Wer die Gegenstände in den Süßigkeiten platziert hat und welche Motive dahinterstehen, ist bislang weitgehend ungeklärt. Die Polizei prüft die einzelnen Vorfälle. Hinweise auf eine gemeinsame Täterschaft oder ein koordiniertes Vorgehen sind bisher nicht gesichert.
Angesichts der Funde empfiehlt die Polizei Münster, gesammelte Halloween-Süßigkeiten vor dem Verzehr gemeinsam mit den Kindern zu kontrollieren. Besonders geachtet werden sollte auf beschädigte Verpackungen, Einstichstellen und ungewöhnliche Verformungen. Allerdings können Manipulationen auch bei äußerlich unauffälligen Verpackungen schwer zu erkennen sein.
Verdächtige Süßigkeiten sollten keinesfalls gegessen werden. Die Polizei rät, sie einschließlich der Verpackung möglichst unverändert aufzubewahren und den Fund zu melden. Eltern sollten ihre Kinder über mögliche Gefahren informieren, ohne unnötige Ängste auszulösen. Bei verschluckten spitzen Gegenständen ist umgehend medizinische Hilfe erforderlich, bei akuter Gefahr oder Atemnot sollte die 112 gewählt werden.
Zudem bittet die Polizei darum, keine unbestätigten Warnmeldungen über soziale Netzwerke oder Messenger zu verbreiten. Wer Hinweise zu dem Vorfall im Bereich Loddenheide geben kann, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer 0251 275-0 bei der Polizei Münster zu melden.
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