
Münster. Auf der Weseler Straße steht die nächste größere Verkehrsänderung bevor: Noch in diesem Herbst soll zwischen Geiststraße und Moltkestraße eine neue Busspur eingerichtet werden. Linienbusse sollen dadurch deutlich schneller durchkommen, während sich für Autofahrer die Spuraufteilung dauerhaft verändert. Der Verkehrsausschuss hat den Ausbau jetzt beschlossen.
Die neue Busspur auf der Weseler Straße soll nach Abschluss der laufenden Arbeiten der Stadtnetze eingerichtet werden. Auf einer Länge von rund 250 Metern wird damit die bisherige Lücke zwischen der bestehenden Busspur vom Kolde-Ring bis zur Geiststraße und der Busspur in der Moltkestraße geschlossen. Bislang müssen sich Linienbusse auf diesem Abschnitt wieder in den normalen Autoverkehr einfädeln.
Die Weseler Straße gehört zu den am stärksten vom Busverkehr genutzten Straßen in Münster. Stadteinwärts fahren dort zu Spitzenzeiten nach Angaben der Stadt bis zu 30 Busse pro Stunde. Neben fünf Stadtbuslinien nutzen auch Schnellbusse aus dem südlichen und westlichen Münsterland die Strecke. Insgesamt sind dort täglich rund 11.000 Fahrgäste unterwegs.
Mit der durchgehenden Busspur will die Stadt vor allem die Fahrzeiten verkürzen. Zwischen den Haltestellen Geiststraße und St.-Antonius-Kirche benötigen Busse aktuell rund zwei Minuten. Künftig soll für diesen Abschnitt nur noch etwa eine Minute nötig sein.
Die Entscheidung geht auf einen Ratsantrag aus dem Juni 2021 zurück. Gleichzeitig ist der Ausbau Teil einer größeren Verkehrsstrategie der Stadt. Die Weseler Straße soll schrittweise zu einer ÖPNV-Hochleistungsachse ausgebaut werden und damit eine wichtige Rolle für den Busverkehr zwischen Innenstadt, Außenbezirken und Region übernehmen.
Auch für den Autoverkehr ändert sich die Aufteilung dauerhaft. Stadteinwärts bleibt zwischen Geiststraße und Moltkestraße künftig eine Geradeausspur bestehen. Zusätzlich gibt es eine Rechtsabbiegespur in Richtung Ludgeriplatz. Die Verkehrsführung entspricht damit im Wesentlichen der Situation, die Autofahrer wegen der aktuellen Baustelle bereits kennen.
Seit Beginn der Bauarbeiten Anfang 2025 ist das Verkehrsaufkommen auf diesem Abschnitt deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der Stadt fuhren dort zuvor täglich rund 30.000 Fahrzeuge. Aktuell sind es noch etwa 22.000. Mehr als ein Viertel des bisherigen Verkehrs habe sich auf die Tangente zwischen Kolde-Ring und Orléans-Ring verlagert.
Neben der neuen Busspur werden auch mehrere Ampelschaltungen verändert. An der Kreuzung Weseler Straße/Moltkestraße sollen abbiegende Busse künftig eine eigene Grünphase erhalten. An der Kreuzung mit der Geiststraße werden rechts abbiegende Autos und geradeaus fahrende Radfahrer zeitlich voneinander getrennt.
Damit will die Stadt vor allem die Verkehrssicherheit erhöhen und Konflikte zwischen abbiegenden Fahrzeugen und Radfahrern reduzieren.
Der Ausbau geht jedoch über den 250 Meter langen Abschnitt hinaus. Insgesamt neun Ampelanlagen zwischen Moltkestraße und dem Park-and-Ride-Platz sollen digitalisiert werden. Dadurch soll der Verkehr künftig stärker nach der aktuellen Situation gesteuert werden können.
Von der Technik sollen insbesondere Busse sowie Rad- und Fußverkehr profitieren. Auch Feuerwehr und Rettungsdienste sollen bei Einsätzen künftig aktiv auf Ampelschaltungen Einfluss nehmen können und dadurch schneller durch den Verkehr kommen.
Die neue Spur zwischen Geiststraße und Moltkestraße ist nur ein Teil der geplanten Veränderungen. Im Bereich des Verkehrsknotens „Spinne“ sollen in beiden Fahrtrichtungen weitere Bussonderfahrstreifen entstehen. Linienbusse sollen dort an Rückstaus vorbeifahren können. Die entsprechende Baumaßnahme ist nach Angaben der Stadt bereits ausgeschrieben.
Auch zwischen Aegidiitor und Kolde-Ring könnte später eine Busspur entstehen. Nach dem aktuellen Beschluss soll die Verwaltung möglichst 2027 eine entsprechende Planung vorlegen, damit die Umsetzung anschließend vorbereitet werden kann.
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