
Münster. In Münster-Berg Fidel haben Mieterinnen und Mieter am Samstag, 17. Januar 2026, ein deutliches Zeichen gesetzt. Rund 70 Anwohnende und Unterstützende kamen zu einer offenen Nachbarschaftsversammlung zusammen, die sich mit der Kündigung von Räumen durch die LEG Immobilien befasste. Unmittelbar im Anschluss wurde die offizielle Eröffnung neuer Räumlichkeiten der Stadtteilgewerkschaft Berg Fidel Solidarisch gefeiert.
Bereits auf der Versammlung standen die Wohnbedingungen im Stadtteil im Mittelpunkt. Angesprochen wurden aus Sicht der Teilnehmenden unter anderem bauliche Mängel in Wohnungen, ausstehende Reparaturen, Schimmel, Probleme bei der Erreichbarkeit der Vermieterin sowie steigende Mieten und Nebenkosten. Die Kündigung bisher genutzter Räume wurde dabei als weiterer Einschnitt wahrgenommen, der viele Menschen im Viertel unmittelbar betreffe.
Die Eröffnung der neuen Räume wurde bewusst im Anschluss an die Versammlung begangen. Für die Stadtteilgewerkschaft stellt der neue Standort einen wichtigen Schritt dar, um die Arbeit im Viertel fortzuführen. Nach Darstellung der Initiative ist Berg Fidel ein Stadtteil, in dem öffentliche Räume nur begrenzt zur Verfügung stehen und vielfach von der LEG kontrolliert werden. Umso größer sei die Bedeutung eines eigenen Ortes, der unabhängig genutzt werden könne.
In dem neuen Raum sollen weiterhin solidarische Beratungen angeboten werden. Dazu zählen Hilfen für Mieterinnen und Mieter ebenso wie Unterstützung für Menschen, die Bürgergeld beziehen. Darüber hinaus dient der Raum als Treffpunkt für gemeinsame Versammlungen und den Austausch über Probleme im Alltag. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, die sich bislang allein mit ihren Anliegen gefühlt haben.
Am Eröffnungsabend selbst zeigte sich, welche Rolle der neue Raum im Stadtteil einnehmen könnte. Nach einer kurzen Ansprache aus dem Kreis der Stadtteilgewerkschaft kamen zahlreiche Nachbarinnen und Nachbarn zusammen. Es wurde gemeinsam gegessen, gesprochen und gefeiert. In Gesprächen entstanden konkrete Ideen für zukünftige Aktivitäten in den Räumen.
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Genannt wurden unter anderem Angebote wie gemeinsame Kinderbetreuung, Sportaktivitäten, regelmäßiges Kochen sowie der Ausbau von Beratungen zu Problemen mit Vermietern, Arbeitgebern oder Behörden. Der Raum wurde dabei nicht nur als funktionaler Treffpunkt, sondern als sozialer Mittelpunkt des Viertels verstanden.
Mit der Versammlung, der klar formulierten Kritik an der LEG und der gleichzeitigen Eröffnung eigener Räumlichkeiten verbinden die Aktiven zwei Botschaften. Einerseits halten sie an der Forderung fest, die Kündigung der bisherigen Räume zurückzunehmen. Andererseits machen sie deutlich, dass sie ihre Arbeit im Stadtteil unabhängig davon fortsetzen wollen.
Die neuen Räume werden von der Stadtteilgewerkschaft als Ergebnis jahrelanger Arbeit verstanden. Zugleich kündigten die Beteiligten an, weiterhin öffentlich auf Missstände aufmerksam zu machen und sich gemeinsam für Verbesserungen der Wohn- und Lebensbedingungen in Berg Fidel einzusetzen.
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