7,3 Millionen Euro: Universität Münster modernisiert ihr Biotechnikum

Das Biotechnikum der Universität Münster wird mit 7,3 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln modernisiert und ausgebaut.
Prof. Dr. Jochen Schmid (l.), geschäftsführender Direktor des Instituts für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie, mit seinem Mitarbeiter Dr. Jannis Bröker im Biotechnikum, das nun umfassend modernisiert wird © Uni MS - Linus Peikenkamp

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Münster. Mit einer Förderung von rund 7,3 Millionen Euro wird das Biotechnikum der Universität Münster umfassend modernisiert. Ziel ist es, die Forschungs- und Lehrinfrastruktur im Bereich der mikrobiellen Biotechnologie technisch auf den neuesten Stand zu bringen und zugleich neue Impulse für angewandte Forschung und Innovationen zu setzen.

Millionen aus EU- und Landesmitteln für die Forschung

Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union aus dem Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE). Die Förderung ermöglicht eine grundlegende Erneuerung der bestehenden Anlagen sowie den Ausbau der Gebäudetechnik. Damit soll die Leistungsfähigkeit des Standorts langfristig gesichert und weiterentwickelt werden.

Ein zentraler Ort für moderne Biotechnologie

Das Biotechnikum gehört zum Institut für Molekulare Mikrobiologie und Biotechnologie und bildet den kompletten biotechnologischen Prozess ab. Von der gentechnischen Veränderung von Mikroorganismen über deren Kultivierung bis hin zur Analyse der erzeugten Produkte findet die gesamte Wertschöpfungskette unter einem Dach statt. Die Modernisierung betrifft daher nicht nur einzelne Geräte, sondern die gesamte Forschungsumgebung.

Praxisnahe Ausbildung und industrielle Maßstäbe

Seit seiner Inbetriebnahme Ende der 1990er-Jahre zählt das Biotechnikum zu den größten universitären Anlagen dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Mit Fermentern von kleinsten Volumina bis hin zu 500 Litern lassen sich Prozesse in einem Maßstab abbilden, der auch für Industriepartner relevant ist. Für Studierende bedeutet das eine besonders praxisorientierte Ausbildung, die deutlich über klassische Laborversuche hinausgeht.

Fokus auf Biopolymere und nachhaltige Technologien

Ein inhaltlicher Schwerpunkt der Forschung liegt auf der Entwicklung sogenannter Biopolymere. Diese werden mithilfe gentechnisch veränderter Mikroorganismen hergestellt und gelten als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Kunststoffen. Einsatzmöglichkeiten reichen von industriellen Anwendungen bis hin zu Alltagsprodukten wie Kosmetika. Künftig sollen im modernisierten Biotechnikum neben Bakterien und Hefen auch Mikroalgen in größerem Maßstab kultiviert werden.

Vernetzung mit Wirtschaft und Gründungsförderung

Das Projekt ist eng mit regionalen Partnern verknüpft, darunter das REACH – EUREGIO Start-up Center und die Technologieförderung Münster. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in Anwendungen zu überführen und die Zusammenarbeit zwischen Universität, Start-ups und etablierten Unternehmen zu stärken.

EFRE-Förderung als strategisches Instrument

Der Europäische Fonds für regionale Entwicklung unterstützt gezielt Projekte in Bereichen wie Innovation, Forschung, Digitalisierung und Klimaschutz. Hochschulen und Forschungseinrichtungen spielen dabei eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, neue Technologien zu entwickeln und regionale Wertschöpfung zu fördern. Die Modernisierung des Biotechnikums reiht sich in diese Strategie ein.

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