
Münster. An der Universität Münster beginnt eine neue Ära: Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl ist seit dem 1. Oktober 2026 Rektorin der Hochschule. Am Montagabend übergab ihr Vorgänger Johannes Wessels beim Festakt in der Aula des Fürstbischöflichen Schlosses offiziell die Amtskette. Die neue Rektorin der Universität Münster übernimmt die Führung in einer Phase, in der wichtige Entscheidungen zu Finanzen, Forschungsexzellenz, sinkenden Studierendenzahlen und Künstlicher Intelligenz anstehen.
Johannes Wessels hatte die Universität seit Oktober 2016 geleitet. Seine Amtszeit endete am 30. September nach zehn Jahren. Beim Festakt wurde er mit Standing Ovations verabschiedet. Auch NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes nahm an der Amtsübergabe teil. Wessels zieht es nun nach Göttingen: Er wurde zum künftigen Präsidenten der Georg-August-Universität gewählt und soll dort voraussichtlich Ende 2026 sein Amt antreten.
Menzel-Riedl war bereits im November 2025 von der Hochschulwahlversammlung gewählt worden. 23 der 28 Mitglieder stimmten für sie. Ihre erste Amtsperiode läuft sechs Jahre. Sie führt die Universität gemeinsam mit den Prorektoren Ulrike Weyland, Sven G. Meuth und Benjamin Risse sowie Kanzler Matthias Schwarte. Mit dem neuen Ressort Digitalisierung und Transfer erhält das Thema digitale Transformation zusätzliches Gewicht.
Für Menzel-Riedl ist Münster kein unbekannter Ort. Die Biologiedidaktikerin studierte hier ab Mitte der 1990er-Jahre Biologie, Pädagogik und Englisch. Nach ihrer Promotion in Göttingen kam sie 2008 als Juniorprofessorin an die Universität Osnabrück, deren Präsidentin sie seit 2019 war. Mit ihrem Wechsel nach Münster wurde sie zugleich zur Professorin für Biologiedidaktik ernannt. Die Professur ruht während ihrer Amtszeit als Rektorin.
Menzel-Riedl ist nach Angaben des WDR die dritte Frau an der Spitze der Universität Münster. Bereits bei ihrer Wahl hatte sie Spitzenforschung, die Qualität der Studienprogramme, Internationalisierung, Personalentwicklung und Digitalisierung als zentrale Arbeitsfelder genannt.
In ihrer Antrittsrede rückte Menzel-Riedl auch die gesellschaftlichen und strukturellen Herausforderungen in den Mittelpunkt. Sie sprach über die Rolle von Demokratie und Wissenschaft, die angespannte Finanzlage der Hochschulen, Veränderungen durch Künstliche Intelligenz und rückläufige Studierendenzahlen.
Tatsächlich ist die Zahl der Studierenden in Münster in den vergangenen Jahren gesunken: Von 44.850 im Wintersemester 2019/20 auf 41.217 im Wintersemester 2025/26. Auch bei der Exzellenzstrategie steht die neue Hochschulleitung vor einer wichtigen Aufgabe. Während „Mathematics Münster“ weiter gefördert wird, erhielt der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ keine weitere reguläre Förderperiode. Damit konnte Münster sich in der aktuellen Runde nicht um den Status als Exzellenzuniversität bewerben.
Menzel-Riedls erster großer öffentlicher Termin nach der Amtsübergabe folgt bereits am Mittwoch, 7. Oktober: Dann begrüßt sie die neuen Studierenden der Universität Münster im Preußenstadion.
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