Neue Studie: Pflege in Münster deutlich teurer als im Umland

Münster zeigt Spitzenstandard bei Pflegepersonal
Foto: Sabine van Erp

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Eine aktuelle Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) macht deutlich, wie groß die regionalen Unterschiede bei den Eigenanteilen in Pflegeheimen inzwischen sind. Ausgewertet wurden die Preisdaten von mehr als zehntausend vollstationären Einrichtungen bundesweit. Die Analyse zeigt: Nordrhein-Westfalen liegt im Ländervergleich an der Spitze der teuersten Regionen, und in urbanen Räumen wie Münster fällt die Belastung besonders hoch aus.

Im bundesweiten Durchschnitt zahlen Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner im ersten Jahr eines Heimaufenthalts derzeit rund 2948 Euro Eigenanteil pro Monat. Für Nordrhein-Westfalen liegt dieser Wert mit etwa 3314 Euro noch einmal deutlich darüber. Als Hauptgründe nennt das Institut die verpflichtende Bezahlung nach Tarif seit 2022 sowie hohe Mieten und Baukosten, die in Großstädten stärker ins Gewicht fallen als in ländlichen Gebieten.

Münster liegt über den Werten der Nachbarkreise

Der Pflegeatlas des IW zeigt die Belastung erstmals flächendeckend auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte. Die Karte ordnet Münster dabei in eine höhere Kostenkategorie ein als große Teile des umliegenden Münsterlandes. Kreise wie Steinfurt, Coesfeld oder Warendorf liegen im unteren bis mittleren Bereich der NRW-Spanne, während Münster spürbar darüber liegt. Konkrete Euro-Werte für jede Kommune weist der frei zugängliche Teil der IW-Auswertung zwar nicht tabellarisch aus, die regionale Einordnung fällt jedoch eindeutig aus.

Damit bestätigt die Studie einen Trend, der sich in vielen Großstädten abzeichnet: Pflege ist in urbanen Räumen teurer als im ländlichen Umland. Besonders hohe Belastungen verzeichnet das IW für Städte wie Solingen, Düsseldorf oder Köln, die noch über dem Münsteraner Niveau liegen.

Ursachen für die höheren Kosten

Das Institut verweist auf mehrere strukturelle Faktoren, die das Stadt-Land-Gefälle erklären. Besonders ins Gewicht fällt der hohe Kostenblock für Investitionen, der in Städten aufgrund teurer Grundstücke und Baupreise deutlich höher ausfällt als in ländlichen Regionen. Hinzu kommen steigende Personalkosten durch die verpflichtende Bezahlung nach Tarif sowie ein intensiver Wettbewerb um Fachkräfte in dicht besiedelten Räumen.

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Für Angehörige bedeutet das: Die monatlichen Eigenanteile können je nach Standort erheblich voneinander abweichen. Wer in Münster einen Pflegeplatz sucht, muss deshalb häufig mehr einplanen als in vielen Teilen des Münsterlandes.

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