
Münster. Für den Hellweg in Münster-Gievenbeck zeichnet sich trotz der Insolvenz der Baumarktkette eine Zukunft ab. Konkurrent Obi hat für den Standort den Zuschlag erhalten und will den Markt samt Beschäftigten übernehmen. Voraussetzung ist noch die behördliche Freigabe. Damit gehört Münster zu den Standorten, für die im laufenden Insolvenzverfahren bereits eine konkrete Fortführungslösung vorliegt.
Obi hat nach eigenen Angaben verbindliche Angebote für insgesamt fünf Märkte von Hellweg beziehungsweise BayWa Bau & Garten abgegeben und den Zuschlag erhalten. Neben Münster-Gievenbeck betrifft das die Hellweg-Standorte Berlin-Tiergarten und Berlin-Yorckstraße sowie zwei BayWa-Märkte in Nördlingen und Wolfratshausen. Die Übernahmen stehen noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.
Geplant ist, die fünf Märkte mit zusammen rund 250 Beschäftigten zum 1. Dezember 2026 zu übernehmen. Anschließend sollen die Standorte umgebaut und modernisiert werden. Nach derzeitiger Planung könnten sie im März 2027 unter der Marke Obi wieder für Kundinnen und Kunden öffnen. Die bisherige Marke Hellweg soll im Zuge der Abwicklung des Unternehmens nicht fortgeführt werden.
Für weitere sieben Standorte führt Obi nach eigenen Angaben noch Verhandlungen. Insgesamt gibt es bei 35 der mehr als 110 Hellweg- und BayWa-Filialen konkrete Aussichten auf eine Übernahme durch Investoren. Teilweise hängen die Lösungen noch von kartellrechtlichen Entscheidungen oder Vereinbarungen mit den jeweiligen Vermietern ab.
Neben Münster stehen mit Beckum und Steinfurt zwei weitere Hellweg-Filialen im Münsterland beziehungsweise dessen unmittelbarem Umfeld auf der Liste der Standorte, für die eine Fortführung in Aussicht steht. Wer diese beiden Märkte übernehmen könnte, wurde zunächst nicht öffentlich genannt.
Deutlich unsicherer ist die Lage an zahlreichen anderen Standorten. Für einen großen Teil des Filialnetzes gibt es bislang keine Übernahmelösung. Dort läuft der Verkauf zunächst weiter, während parallel noch Gespräche mit möglichen Investoren geführt werden. Ohne Käufer könnten betroffene Märkte voraussichtlich bis Ende November schließen.
Hellweg und die Tochtergesellschaft BayWa Bau & Garten hatten im Juni 2026 Sanierungsverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Das Amtsgericht Essen eröffnete die Insolvenzverfahren am 27. August. Bereits zuvor war deutlich geworden, dass eine Fortführung des gesamten bisherigen Filialnetzes nicht erreicht werden kann.
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