
Münster. Vor dem Landgericht Münster stehen drei Männer aus Coesfeld, Gescher und Dortmund wegen des Vorwurfs des bandenmäßigen Drogenhandels. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie unter dem Namen „Kulti-Kiosk“ einen Online-Versand betrieben und Rauschmittel sowie weitere Waren bundesweit per Post verschickt haben. Zum Prozessauftakt äußerten sich die Angeklagten zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Der mutmaßliche Online-Handel soll zwischen September 2025 und April 2026 gelaufen sein. Angeboten worden sein sollen unter anderem Betäubungsmittel, Cannabis, Arzneimittel und unversteuerte Zigaretten. Zur Kundengewinnung sollen die Beschuldigten auch Signal und Threema genutzt haben.
Ein 29-jähriger Angeklagter aus Gescher soll nach Medienberichten vor allem für den Kundenkontakt zuständig gewesen sein.
Nach Darstellung der Anklage wurden die bestellten Waren per Post an Kunden in ganz Deutschland verschickt. Der mutmaßlich erzielte Umsatz soll bei rund 32.000 Euro gelegen haben.
Im Zuge der Ermittlungen soll die Polizei die Gruppe observiert und in der Coesfelder Innenstadt ein als „Bunker“ bezeichnetes Lager entdeckt haben. Welche Rolle dieses Lager genau spielte, ist Teil des laufenden Verfahrens.
Am ersten Verhandlungstag am 7. September 2026 wurde zunächst die Anklage verlesen. Die drei Männer machten keine Angaben zu den Vorwürfen.
Anschließend wurde die Verhandlung für ein geplantes Verständigungsgespräch zwischen Gericht, Staatsanwaltschaft und Verteidigung unterbrochen. Dabei kann unter anderem erörtert werden, welche Auswirkungen ein Geständnis oder eine umfassende Einlassung auf eine mögliche Strafe hätte.
Der nächste öffentliche Verhandlungstermin ist für Montag, 14. September 2026, um 9 Uhr vorgesehen. Dann könnte sich zeigen, ob eine Verständigung zustande gekommen ist.
Für alle drei Angeklagten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.
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