
Neue Schäden verzögern die Wiedereröffnung, der Solebereich bleibt geschlossen und gleichzeitig muss Münster seine Bäder wirtschaftlicher betreiben: Die Zukunft des Ostbads Münster rückt damit erneut in den Mittelpunkt der kommunalpolitischen Debatte. Am Donnerstag, 8. Oktober, wollen die SPD-Fraktionen der Bezirksvertretungen Mitte und Ost mit Schulen, Sportvereinen und weiteren Beteiligten im Bennohaus über die Perspektive des Hallenbads sprechen. Die Diskussion fällt in eine Phase, in der Entscheidungen über Münsters gesamte Bäderlandschaft an Bedeutung gewinnen.
Wie akut die baulichen Probleme sind, zeigt die laufende Revision. Eigentlich sollte das Ostbad bereits am 7. September wieder öffnen. Bei den Arbeiten wurden jedoch Schäden am Beckenkopf des Schwimmerbeckens sowie an Fliesen des Springerbeckens entdeckt. Die Stadt verschob deshalb die Wiederaufnahme des Betriebs. Nach aktuellem Stand soll das Hallenbad am 10. Oktober wieder öffnen.
Damit beginnt der reguläre Betrieb erst zwei Tage nach der geplanten Diskussionsveranstaltung und nur eine Woche vor Beginn der Herbstferien. Vereine sollen während der Ferien einen Teil der ausgefallenen Trainingseinheiten nachholen können.
Unabhängig davon bleibt der Solebereich geschlossen. Nach Angaben der Stadt sind dort weitere Sanierungsarbeiten notwendig. Wann das Solebecken wieder genutzt werden kann, steht derzeit nicht fest. Das Ostbad verfügt insgesamt über 714 Quadratmeter Wasserfläche sowie unter anderem über Schwimm-, Lehrschwimm- und Sprungbecken.
Die jetzigen Schäden sind nicht die ersten größeren Probleme an dem Standort am Mauritz-Lindenweg. Ende 2023 war bei Untersuchungen ein erheblicher Legionellenbefall in Teilen des Leitungssystems festgestellt worden. Armaturen wurden ausgetauscht, wenig genutzte Leitungsbereiche stillgelegt und das Rohrsystem mehrfach desinfiziert. Im März 2024 meldete die Stadt nach den Arbeiten noch leichte Grenzwertüberschreitungen an zwei Messstellen.
Dass inzwischen erneut Schäden während der Revision aufgetreten sind und der Solebereich weiterhin nicht betrieben werden kann, verschärft die Frage, welche Investitionen an dem Gebäude langfristig sinnvoll und erforderlich sind.
Parallel zu den Arbeiten an einzelnen Standorten lässt die Stadt ihre gesamte Bäderlandschaft untersuchen. Nach städtischen Unterlagen soll das Bäderkonzept verschiedene Möglichkeiten für einen wirtschaftlicheren Betrieb analysieren. Dabei geht es sowohl um Ausgaben als auch um mögliche zusätzliche Einnahmen.
Der finanzielle Anspruch ist bereits in den Konsolidierungsplanungen sichtbar: Für 2028 ist im Zusammenhang mit dem Bäderkonzept ein Effizienzgewinn von 800.000 Euro vorgesehen. Wie dieser Betrag konkret erreicht werden soll und welche Konsequenzen sich daraus für einzelne Bäder ergeben, lässt sich aus dem veröffentlichten Konsolidierungsansatz noch nicht ableiten.
Gleichzeitig verändert die Stadt ihr Angebot bereits an anderen Standorten. Die Hallenbäder Roxel und Wolbeck sollen ab November erstmals seit Juni 2022 wieder im Wechsel an Wochenenden für die Öffentlichkeit öffnen. Im Südbad werden zusätzliche öffentliche Schwimmzeiten geschaffen.
Die Diskussion über Investitionen ins Ostbad findet zudem unter deutlich schwierigeren finanziellen Bedingungen statt. Münster hat am 8. September eine Haushaltssperre verhängt. Hintergrund ist die Prognose für die Schlüsselzuweisungen des Landes im Jahr 2027. Statt der im Doppelhaushalt eingeplanten rund 95 Millionen Euro rechnet die Stadt derzeit nur noch mit rund 2,8 Millionen Euro.
Die Verwaltung arbeitet deshalb an weiteren Sparmaßnahmen. Nach Angaben der Stadt soll im ersten Quartal 2027 ein zusätzliches Sparpaket zur politischen Beratung vorgelegt werden. Der bereits beschlossene Doppelhaushalt enthält Konsolidierungsmaßnahmen von insgesamt 26,1 Millionen Euro; angesichts der neuen Finanzlage sollen die Sparanstrengungen verstärkt werden.
Damit treffen beim Ostbad zwei Fragen unmittelbar aufeinander: Welche Schwimmflächen braucht Münster dauerhaft – und welche Investitionen kann sich die Stadt leisten?
Genau an diesem Punkt setzt die Veranstaltung der SPD-Fraktionen in den Bezirksvertretungen Mitte und Ost an. Am Donnerstag, 8. Oktober, um 19 Uhr sollen im Bennohaus an der Bennostraße unterschiedliche Anforderungen an das Ostbad zusammengetragen werden.
Angekündigt sind unter anderem Vertreterinnen und Vertreter des Sportausschusses, des Stadtsportbundes, der Mathilde-Anneke-Gesamtschule, von Leistungssportvereinen und der DLRG. Moderieren soll Marvin Seidemann von der SPD-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-Mitte. Die Veranstaltung ist öffentlich und der Eintritt frei.






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