
Münster. Der Herbst bringt zahlreiche Pilze in Münsters Wälder und Grünflächen. Das LWL-Museum für Naturkunde ruft deshalb dazu auf, Pilze zu fotografieren und die Funde digital zu melden. Die Beobachtungen fließen in die bundesweite „Arten-Olympiade 2026“ ein. Mitmachen können alle Naturinteressierten, auch ohne besondere Vorkenntnisse. Allerdings gibt es bei der Bestimmung per Smartphone eine wichtige Sicherheitsregel.
Wer bei einem Waldspaziergang einen ungewöhnlichen Pilz entdeckt, kann seine Beobachtung für die Arten-Olympiade 2026 dokumentieren. Dafür reicht zunächst ein Smartphone mit Kamera. Über die kostenlose App ObsIdentify oder die Plattform Observation.org lassen sich Fotos hochladen und Pilzarten bestimmen. Die Beobachtungen werden anschließend für den Wettbewerb erfasst. Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster organisiert die Aktion gemeinsam mit der Naturbeobachtungsplattform und weiteren regionalen Partnern.
Im Mittelpunkt steht die Vielfalt der heimischen Natur. Gesucht werden nicht nur bekannte Speisepilze, sondern möglichst viele unterschiedliche Arten. Gerade im Herbst sind zahlreiche Pilze durch ihre sichtbaren Fruchtkörper gut zu entdecken. Diese stellen allerdings nur einen Teil des eigentlichen Pilzorganismus dar. Der größte Teil besteht häufig aus einem weit verzweigten Geflecht feiner Fäden, dem sogenannten Mycel, das sich beispielsweise im Boden oder in abgestorbenem Holz ausbreitet. Viele Pilze übernehmen wichtige Aufgaben im Ökosystem. Einige leben in enger Gemeinschaft mit Baumwurzeln und unterstützen Pflanzen bei der Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen.
Die Arten-Olympiade läuft über das gesamte Jahr 2026. Neben Pilzen können auch Pflanzen, Tiere und deren Spuren gemeldet werden. Ziel ist es, möglichst viele wildlebende Arten in Deutschland zu dokumentieren. Die Ergebnisse lassen sich sowohl in der App als auch über die regionalen Auswertungen auf Observation.org verfolgen. Auch für einzelne Städte wie Münster gibt es entsprechende Übersichten.
Das LWL-Museum für Naturkunde weist ausdrücklich darauf hin, dass die automatische Bestimmung mit ObsIdentify oder Observation.org nicht zur Beurteilung der Essbarkeit geeignet ist. Die Anwendungen können Hinweise auf eine mögliche Pilzart liefern, ersetzen aber keine fachkundige Kontrolle. Gerade bei giftigen Doppelgängern kann eine Verwechslung schwerwiegende Folgen haben. Wer Pilze zum Verzehr sammeln möchte, sollte sich deshalb niemals allein auf eine App verlassen.
Welche Risiken bei der digitalen Bestimmung bestehen und wann professionelle Unterstützung sinnvoll ist, erklärt unser Ratgeber Pilz-Apps erkennen nicht jede Gefahr: Wann Sammler Beratung brauchen. Dabei wird auch deutlich, warum selbst scheinbar eindeutige Fotoergebnisse keine sichere Aussage über die Essbarkeit erlauben. Wer lieber klassische Pilztouren unternehmen möchte, sollte außerdem die geltenden Regeln kennen. In unserem Beitrag Pilze sammeln im Münsterland: Regeln und Tipps im Herbst erklären wir unter anderem, welche Mengen gesammelt werden dürfen, welche Einschränkungen in Schutzgebieten gelten und worauf bei der Suche zu achten ist.
Die Teilnahme an der Arten-Olympiade 2026 ist über die App ObsIdentify und die Internetplattform Observation.org möglich. Interessierte fotografieren ihre Entdeckungen und laden die Beobachtungen digital hoch. Die Aktion richtet sich ausdrücklich auch an Menschen, die sich bislang wenig mit der Bestimmung von Tier-, Pflanzen- oder Pilzarten beschäftigt haben. Zu den regionalen Partnern gehört das Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung und angewandte Ökologie (CIBRA) der Universität Münster. Finanziell unterstützt wird die Aktion durch eine Spende der Stiftung der Sparda-Bank West.
Weitere Informationen zum Ablauf und zu den Teilnahmebedingungen gibt es auf der offiziellen Projektseite des LWL-Museums für Naturkunde. Fragen können per E-Mail an [email protected] gerichtet werden. Die Beobachtungen sind bis zum Jahresende möglich.
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