Plakatkampagne zum Bürgerentscheid: Bündnis wirbt in Münster-Mitte für ein Nein

Plakatkampagne zum Bürgerentscheid in Münster-Mitte: Bündnis wirbt mit Großflächen für ein Nein zur Beibehaltung der Straßennamen.
Lisa Bücker und Michael Bieber vor einem der Großflächenplakate. (Foto: privat)

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Münster. Rund drei Wochen vor dem Bürgerentscheid zu umstrittenen Straßennamen ist der Wahlkampf im Stadtbezirk Münster-Mitte sichtbar in eine neue Phase getreten. Das Bündnis Münster sagt NEIN zu Nazipropaganda – Straßenumbenennungen jetzt! hat eine groß angelegte Plakatkampagne gestartet und wirbt damit gezielt für ein „Nein“ bei der Abstimmung am 8. Februar 2026.

Großflächen und Laternenplakate im gesamten Abstimmungsgebiet

Nach Angaben des Bündnisses hängen derzeit 13 Großflächenplakate sowie rund 400 Laternenplakate im Stadtbezirk. Die Kampagne richtet sich an die etwa 108.000 Stimmberechtigten in Münster-Mitte, die beim Bürgerentscheid über die Zukunft von fünf Straßennamen abstimmen.

Ziel sei es, das Thema im öffentlichen Raum präsent zu machen und Gespräche anzustoßen. Bündnissprecherin Lisa Bücker erklärte: „Wir möchten in den kommenden Wochen mit allen Menschen in Münster-Mitte in den Austausch über die in Frage stehenden Straßennamen kommen und sie von einem Nein am 08.02. überzeugen.“

Bündnis setzt auf Dialog und zusätzliche Aktionen

Die Plakatkampagne soll dabei nur ein Baustein sein. Ergänzend plant das Bündnis Infostände, Flyeraktionen und Beiträge in sozialen Medien. Auch direkte Gespräche bei Veranstaltungen seien vorgesehen. „Natürlich freuen wir uns auch über Einladungen zu Veranstaltungen zu dem Thema, um dort unsere Position darlegen zu können“, so Bücker weiter.

Der Fokus liege darauf, die historischen Hintergründe der betroffenen Straßennamen darzustellen und die eigene Haltung öffentlich zu erläutern.

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Streitpunkt: fünf Straßen mit NS-Bezug

Inhaltlich geht es beim Bürgerentscheid um fünf Straßen, die nach Auffassung der Stadt und des Bündnisses aus propagandistischen Gründen während der Zeit des Nationalsozialismus benannt wurden. Co-Sprecher Michael Bieber betonte: „Am 08. Februar geht es um die Umbenennung von fünf Straßen, die von den Nationalsozialisten aus eindeutig propagandistischer Motivation benannt wurden.“

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Konkret betroffen sind laut Stadt die Skagerrakstraße, die Admiral-Scheer-Straße, die Admiral-Spee-Straße, die Otto-Weddigen-Straße sowie die Langemarckstraße.

Vorwürfe gegen Gegner der Umbenennung

Bieber wies zugleich Kritik zurück, das Bündnis strebe darüber hinaus weitere Umbenennungen an. „Wer uns vorwirft, dass wir auch andere Straßen umbenennen möchten, scheut die Auseinandersetzung mit den historischen Fakten und betreibt bewusste Täuschung von Wählenden“, sagte er mit Blick auf Positionen der Bürgerinitiative gegen die Umbenennungen.

Nach Darstellung des Bündnisses beschränkt sich die Forderung ausdrücklich auf die fünf genannten Straßen.

Ablauf des Bürgerentscheids

Beim Bürgerentscheid wird offiziell über folgende Frage abgestimmt:
Sollen die am 6. Mai 2025 gefassten Ratsbeschlüsse zur Änderung der Straßennamen aufgehoben werden und die Straßennamen unverändert erhalten bleiben?

Praktisch bedeutet dies:
Ein „Ja“ würde die bisherigen Straßennamen erhalten, ein „Nein“ ermöglicht die Umsetzung der Umbenennungen.

Die Abstimmung findet am Sonntag, 8. Februar 2026, zwischen 8 und 18 Uhr statt. Briefabstimmung sowie die vorzeitige Stimmabgabe im Abstimmungsbüro im Stadthaus 1 sind bereits vor dem Wahltag möglich. Hintergrund des Entscheids ist ein Bürgerbegehren gegen die Umbenennungen, dessen Zulässigkeit im November 2025 festgestellt wurde.

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