
Münster. Zum Auftakt des Turniers der Sieger in Münster hat der Tierbefreiungstreff Münster erneut gegen die traditionsreiche Reitsportveranstaltung vor dem Schloss protestiert. Die Gruppe, die nach eigenen Angaben bereits seit mehr als zehn Jahren gegen das Turnier demonstriert, machte mit Bannern und Plakaten auf ihre Kritik am Spring- und Dressurreiten sowie am Pferdesport allgemein aufmerksam. Im Mittelpunkt standen dabei aus Sicht der Aktivisten die körperliche Belastung der Tiere, Trainingsmethoden und der Einsatz von Hilfsmitteln.
Der Tierbefreiungstreff lehnt die Nutzung von Pferden für Freizeit- und Turniersport grundsätzlich ab. Vic Ratka vom Tierbefreiungstreff erklärte während der Protestaktion: „Pferde wollen nicht geritten werden. Einen 60 bis 80 Kilogramm schweren Menschen auf dem Rücken zu tragen, ist eine enorme Belastung für ihren Körper.“ Auch die Ausbildung der Tiere und den Einsatz von Hilfsmitteln wie Gerte und Gebiss bewertet die Gruppe kritisch. Ratka sagte weiter: „Auch zeigen Reitinstrumente wie Gerte und Gebiss, dass Pferde nicht geritten werden möchten.“
Dabei handelt es sich um die Position der Tierrechtsgruppe. Im organisierten Pferdesport gelten unter anderem tierschutzrechtliche Vorgaben sowie Regelwerke zu Haltung, Training und Wettkampf. Die Demonstrierenden kritisieren dennoch, dass Pferde bei Veranstaltungen dieser Art aus ihrer Sicht vor allem einem sportlichen Zweck dienten. Auch lange Transportwege und möglicher Stress während der Wettkämpfe gehörten zu den Themen, die während der Protestaktion angesprochen wurden.
Neben dem Pferdesport selbst richtet sich der Protest auch gegen die finanzielle Unterstützung des Turniers durch die Stadt Münster. Nach Angaben des Tierbefreiungstreffs werde die Veranstaltung jährlich mit rund 20.000 Euro bezuschusst. Angesichts der angespannten Haushaltslage hält die Gruppe diese Ausgabe für falsch. Das Geld könne ihrer Ansicht nach stattdessen beispielsweise für das Tierheim oder Projekte zur Unterstützung von Stadttauben eingesetzt werden.
Kritisch sieht die Gruppe zudem politische Forderungen nach einer höheren Förderung des Turniers bei gleichzeitigen Einsparungen an anderer Stelle. Dabei verweist sie unter anderem auf die Debatte um die B-Side am Münsteraner Hafen, einen nicht kommerziellen Ort für Kunst, Kultur, Bildung, Begegnung und bezahlbare Arbeitsräume. Aus Sicht der Demonstrierenden sei es nicht nachvollziehbar, bei kulturellen oder sozialen Angeboten Kürzungen zu diskutieren und gleichzeitig zusätzliche Mittel für eine viertägige Reitsportveranstaltung bereitzustellen.
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