
Die Palliativstation der Raphaelsklinik Münster hat sechs umfassend modernisierte Patientenzimmer erhalten. Rund 400.000 Euro an Spenden ermöglichten den Umbau, bei dem unter anderem Klimaanlagen, moderne Beleuchtung und neue technische Ausstattung installiert wurden. Die Arbeiten sollen die Lebensqualität schwerkranker Menschen verbessern und Angehörigen die Begleitung erleichtern. Die Raphaelsklinik gehört zum Alexianer-Verbund und befindet sich an der Loerstraße in der Innenstadt.
Bei der Modernisierung stand die Verbindung medizinischer Versorgung mit einer möglichst wohnlichen Umgebung im Mittelpunkt. Dazu wurden die Zimmer farblich neugestaltet und mit abgehängten Decken ausgestattet. Geschwungene Deckenelemente ermöglichen eine indirekte Beleuchtung, die durch ein biodynamisches Lichtsystem ergänzt wird. Dieses orientiert sich am natürlichen Tageslicht.
Auch die technische Ausstattung wurde verändert. In die Zimmerdecken sind Bluetooth-Lautsprecher integriert, über die Patientinnen und Patienten eigene Musik abspielen können. Medizinisch notwendige Anschlüsse für Sauerstoff und Druckluft wurden so eingebaut, dass sie optisch möglichst wenig hervortreten.
Eine besondere Rolle spielt der Schutz vor hohen Temperaturen. Die sechs modernisierten Räume befinden sich im denkmalgeschützten Altbau der Klinik. Wie die Schober-Stiftung bereits Ende September mitteilte, wurden während der heißen Sommertage 2026 auch in den Patientenzimmern Temperaturen von deutlich über 30 Grad gemessen.
Mit Unterstützung der Stiftung erhielten deshalb zwei der sechs Zimmer eine Klimaanlage. Zusätzlich förderte sie die Ausstattung mit Tageslichtlampen und Magnetwänden, an denen beispielsweise persönliche Fotos angebracht werden können.
Finanziert wurde die Modernisierung überwiegend durch den Förderverein Palliativmedizin Raphaelsklinik. Er stellte mehr als 300.000 Euro zur Verfügung. Weitere 24.000 Euro kamen von der Schober-Stiftung. Eine anonyme Privatperson beteiligte sich mit 60.000 Euro.
Insgesamt ergibt sich daraus eine Spendensumme von mehr als 384.000 Euro. Die Klinik beziffert die finanzielle Unterstützung auf rund 400.000 Euro.
Der Förderverein engagiert sich bereits seit 2011 für die Palliativstation. Seine Arbeit geht über die Finanzierung baulicher Maßnahmen hinaus. Er unterstützt unter anderem die Anschaffung zusätzlicher medizinischer Hilfsmittel, Fortbildungen für Beschäftigte sowie ergänzende Therapieangebote.
Nach Angaben der Raphaelsklinik werden die Kosten der palliativen Versorgung nicht vollständig durch die Kostenträger gedeckt. Insbesondere zusätzliche Leistungen wie Musik- und Kunsttherapie sowie bestimmte Ausstattungen werden deshalb mithilfe von Spenden ermöglicht.
Die Palliativstation der Raphaelsklinik behandelt Menschen mit weit fortgeschrittenen, nicht heilbaren Erkrankungen. Ziel ist es, belastende Beschwerden zu lindern und die verbleibende Lebenszeit möglichst selbstbestimmt zu gestalten.
Zum medizinischen Angebot gehören die Behandlung von Schmerzen, Atemnot, Übelkeit und weiteren krankheitsbedingten Beschwerden. Ergänzend bietet die Klinik physiotherapeutische Maßnahmen, psychologische Betreuung, Seelsorge und soziale Beratung an.
Die Versorgung erfolgt durch ein speziell ausgebildetes Team aus verschiedenen Berufsgruppen. Ärztlich geleitet wird die Station von Dr. Marc Theisen, die pflegerische Stationsleitung liegt bei Gabriele Senge.
Ein Aufenthalt auf der Palliativstation bedeutet dabei nicht zwangsläufig eine Versorgung bis zum Lebensende. Nach Angaben der Klinik gehört es ausdrücklich zum Behandlungskonzept, Patientinnen und Patienten nach einer Stabilisierung möglichst wieder in ihre häusliche Umgebung zu entlassen. Ist das nicht möglich oder nicht gewünscht, unterstützt das Team auch bei der weiteren Versorgung in einer Pflegeeinrichtung oder einem Hospiz.
Neben der medizinischen Behandlung spielt die Einbindung von Angehörigen eine wichtige Rolle. Die Raphaelsklinik ermöglicht nach eigenen Angaben auch die Unterbringung nahestehender Menschen auf der Palliativstation.
Die modernisierten Räume sollen dafür angenehmere Bedingungen schaffen. Persönliche Gegenstände, individuell ausgewählte Musik und eine wohnlichere Gestaltung können dazu beitragen, dass sich Patientinnen, Patienten und ihre Angehörigen während des Krankenhausaufenthalts wohler fühlen.
Die Palliativstation ist zugleich Bestandteil der stationären Versorgungsangebote für schwerkranke Menschen in Münster. Die Stadt führt sie in ihrer Übersicht der örtlichen Hospiz- und Palliativeinrichtungen auf.
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