
Dortmund. Für viele Menschen in Westfalen-Lippe ist die Nacht zu kurz. Einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der AOK NordWest zufolge schlafen 72 Prozent der Befragten weniger als sieben Stunden pro Nacht. Mehr als jeder Zweite berichtet zudem von wiederkehrenden oder anhaltenden Schlafproblemen – besonders häufig spielen Stress und psychische Belastungen eine Rolle.
Als häufigste Ursache für schlechten Schlaf nannten 64 Prozent Stress oder psychische Belastungen im beruflichen und privaten Alltag. Dahinter folgen eine unangenehme Raumtemperatur mit 42 Prozent und körperliche Beschwerden wie Schmerzen oder Unruhe mit 34 Prozent.
Auch digitale Medien spielen eine Rolle: 26 Prozent der Befragten gaben an, dass Smartphone, Tablet oder andere Bildschirmmedien vor dem Schlafengehen ihre Schlafprobleme begünstigen.
Insgesamt berichteten 58 Prozent der Befragten von wiederholten oder anhaltenden Schlafproblemen innerhalb der vergangenen drei Monate. Frauen waren mit 68 Prozent häufiger betroffen als Männer mit 48 Prozent.
Unter den Betroffenen nannten 80 Prozent Probleme beim Durchschlafen, 50 Prozent Schwierigkeiten beim Einschlafen und 43 Prozent ein frühes Erwachen. Bei den 18- bis 39-Jährigen treten Einschlafprobleme besonders häufig auf, während ab 40 Jahren Schwierigkeiten beim Durchschlafen überwiegen.
Die Folgen machen sich bei vielen auch tagsüber bemerkbar. 67 Prozent der Betroffenen berichteten von Müdigkeit, Erschöpfung oder Antriebslosigkeit. 41 Prozent fühlten sich im Alltag weniger belastbar, 40 Prozent nannten eine geringere Leistungsfähigkeit bei der Arbeit oder im Studium.
Nach Angaben der AOK NordWest waren 2025 insgesamt 106.128 AOK-Versicherte in Westfalen-Lippe wegen Schlafstörungen in ärztlicher Behandlung. Bei beschäftigten Versicherten führten nichtorganische Schlafstörungen im selben Jahr zu 163.566 Fehltagen.
27 Prozent der Betroffenen haben laut Umfrage bereits ärztliche oder psychologische Beratung wegen ihrer Schlafprobleme in Anspruch genommen. Elf Prozent aller Befragten nehmen regelmäßig schlaffördernde Mittel ein. Sieben Prozent greifen zu pflanzlichen oder rezeptfreien Präparaten, vier Prozent zu verschreibungspflichtigen Medikamenten.
Grundlegende Empfehlungen für besseren Schlaf sind den meisten bekannt. Dazu gehören eine ruhige Schlafumgebung, regelmäßige Schlafenszeiten, Bewegung und weniger Bildschirmzeit vor dem Zubettgehen.
Für die repräsentative Umfrage befragte forsa im Auftrag der AOK NordWest zwischen dem 19. Juni und 3. Juli 2026 insgesamt 756 zufällig ausgewählte Menschen ab 18 Jahren in Westfalen-Lippe.
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