Solarstrom, Wärmepumpen, Fahrradstraßen: Münster zieht Klimaschutz-Bilanz

Die Freiflächen-Photovoltaikanlage auf der Zentraldeponie Coerde liefert jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom – ausreichend für rund 550 Vier-Personen-Haushalte. ©Stadtwerke Münster

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Münster. Die Stadt Münster hat ihren aktuellen Bericht zum kommunalen Klima-Controlling vorgelegt und damit einen umfassenden Überblick über Fortschritte beim Klimaschutz und bei der Klimaanpassung gegeben. Das Papier bündelt rund 60 Projekte aus unterschiedlichen Bereichen des Stadtkonzerns und zeigt, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden, welche in Planung sind und wie sie sich auf CO₂-Einsparungen sowie den städtischen Haushalt auswirken.

Klima-Controlling soll Transparenz schaffen

Mit der Fortschreibung des Berichts will die Stadt Münster ihre Klimaarbeit nachvollziehbar machen. Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit erhalten damit eine Übersicht darüber, wo Münster beim Erreichen seiner Klimaziele steht und an welchen Stellen weiterer Handlungsbedarf besteht. Das Klima-Controlling gilt dabei als zentrales Steuerungsinstrument, um Maßnahmen fortlaufend zu überprüfen und weiterzuentwickeln.

Energieprojekte: Photovoltaik und neue Wärmequellen

Ein Schwerpunkt des Berichts liegt auf dem Energiesektor. Auf der Zentraldeponie Coerde wurde die bestehende Freiflächen-Photovoltaikanlage erweitert. Sie liefert nun jährlich rund zwei Millionen Kilowattstunden Strom und kann rechnerisch mehrere hundert Haushalte versorgen.

Zudem haben die Stadtwerke Münster eine erste Großwärmepumpe in Betrieb genommen. Sie nutzt Abwärme aus einem benachbarten Heizkraftwerk und gilt als Einstieg in eine klimaneutralere Fernwärmeversorgung. Bis 2030 sollen weitere Anlagen folgen und den Anteil erneuerbarer Wärme deutlich erhöhen.

Mobilität: Mehr Fahrradstraßen und Ladepunkte

Auch im Verkehrsbereich verzeichnet der Bericht Fortschritte. Das Netz an Fahrradstraßen wurde weiter ausgebaut, einzelne Straßenzüge erhielten einen erweiterten Standard als sogenannte FahrradstraßenPlus. Parallel dazu wuchs das (E-)Carsharing-Angebot in der Stadt.

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Ein sichtbares Ergebnis ist der Ausbau der Ladeinfrastruktur: Seit diesem Jahr stehen in Münster rund 80 zusätzliche öffentliche Ladepunkte für Elektrofahrzeuge zur Verfügung. Die Stadt geht davon aus, dass der Bedarf in den kommenden Jahren weiter steigen wird und plant entsprechend nachfrageorientierte Erweiterungen.

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Klimaschutz als Querschnittsaufgabe

Der Bericht macht deutlich, dass Klimaschutz und Klimaanpassung nicht nur klassische Umweltressorts betreffen. So hat die Stadtbücherei ihr Angebot zur Umweltbildung ausgeweitet, während die Wirtschaftsförderung gemeinsam mit Unternehmen in einem Pilot-Gewerbegebiet konkrete Schritte in Richtung Klimaneutralität erprobt.

Auch gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. Das Gesundheitsamt arbeitet an der Umsetzung eines Hitzeaktionsplans und informierte zuletzt verstärkt über einen verantwortungsvollen Umgang mit Trinkwasser – als Teil der Klimaanpassung an zunehmend heiße Sommer.

Emissionen sinken – Ziel bleibt ambitioniert

Ein weiterer Bestandteil des Klima-Controllings ist die jährliche Treibhausgasbilanz. Seit dem Basisjahr 1990 sind die CO₂-Emissionen in Münster insgesamt um rund 37 Prozent gesunken, pro Kopf sogar um etwa die Hälfte. Für das langfristige Ziel der Klimaneutralität reicht dieses Tempo jedoch nach Einschätzung der Stadt noch nicht aus.

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