
Münster. Im Rathaus Münster ist eine geplante Einsparung im Bereich des Jugendamtes zum politischen Streitpunkt geworden. Im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien wurde über einen Vorschlag beraten, der im Zuge der Haushaltsplanungen für die kommenden Jahre Einsparungen im Personalbereich vorsieht. Eine Entscheidung fiel zunächst nicht. Das Thema soll nun in einem anderen Ausschuss weiter behandelt werden.
Konkret geht es um einen Teilbereich des Amtes für Kinder, Jugendliche und Familien, der für die Berechnung der Elternbeiträge im Kita-Bereich zuständig ist. In den Änderungsanträgen zum Haushaltsplanentwurf 2026/2027 der Rathauskoalition aus Grünen, SPD und Volt ist vorgesehen, in diesem Bereich bis zum Jahr 2030 Einsparungen von insgesamt 500.000 Euro zu erreichen.
Die Summe soll schrittweise steigen. Für das Jahr 2028 sind Einsparungen von 250.000 Euro vorgesehen, für 2029 sollen es 375.000 Euro sein und im Jahr 2030 schließlich 500.000 Euro.
Die geplanten Einsparungen wurden im Ausschuss ausführlich diskutiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, ob die Aufgaben im Zusammenhang mit der Berechnung der Elternbeiträge auch mit weniger Personal bewältigt werden können.
Nach Einschätzungen aus der Verwaltung könnte eine Einsparung in dieser Größenordnung erhebliche Auswirkungen auf die personelle Ausstattung des zuständigen Teams haben. In dem betroffenen Bereich arbeiten derzeit rund 20 Beschäftigte. Sollte das Sparziel umgesetzt werden, könnte nach internen Einschätzungen etwa die Hälfte dieser Stellen wegfallen.
In der politischen Diskussion wird auch darüber gesprochen, ob künftig technische Lösungen eingesetzt werden könnten, um Arbeitsabläufe zu automatisieren oder zu vereinfachen. Eine konkrete Softwarelösung existiert derzeit jedoch noch nicht.
Unklar ist daher, ob und wann digitale Systeme tatsächlich dazu beitragen könnten, den Arbeitsaufwand bei der Berechnung der Elternbeiträge zu reduzieren.
Die Debatte fällt in eine Phase, in der die Stadt Münster mehrere zusätzliche Aufgaben im Bereich der Kinderbetreuung bewältigen muss. Dazu gehört unter anderem der bundesweit eingeführte Rechtsanspruch auf einen Platz in der Offenen Ganztagsschule.
Parallel wird auf Landesebene eine Novellierung des Kinderbildungsgesetzes vorbereitet. Auch diese Änderung könnte Auswirkungen auf die Berechnung der Elternbeiträge haben und damit zusätzliche Arbeit in der Verwaltung verursachen.
Ein Beschluss über die geplanten Einsparungen wurde im Ausschuss für Kinder, Jugendliche und Familien schließlich nicht gefasst. Stattdessen einigten sich die Beteiligten darauf, das Thema in den Ausschuss für Personal, Sicherheit und Ordnung zu verweisen.
Dort soll weiter darüber beraten werden, wie sich die vorgesehenen Haushaltsansätze konkret umsetzen lassen und welche Folgen mögliche Einsparungen für Personal und Organisation haben könnten.
Die nächste öffentliche Sitzung dieses Ausschusses ist für Donnerstag, 12. März, um 18 Uhr im Rathausfestsaal angesetzt.
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