Streit um Kinderhaus: Linke und Volt kritisieren CDU-Plan

Münster startet Task Force gegen illegale Müllablagerungen in Kinderhaus
Symboltoto: Caroline Muffert

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Münster. Elf Forderungen, eine fast dreistündige Sondersitzung und deutliche Kritik aus der Opposition: Der 100-Tage-Plan für Kinderhaus sorgt in Münsters Kommunalpolitik für Streit. Die CDU will unter anderem die Wohnsituation verbessern, die Jugendarbeit stärken und Bauprojekte beschleunigen. Doch Linke und Volt werfen der Partei vor, längst beschlossene Maßnahmen erneut zu fordern und politische Erfolge für sich beanspruchen zu wollen. Während der Sitzung am Mittwoch, 28. Oktober 2026, strich die CDU vier ihrer ursprünglich elf Forderungen.

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CDU fordert Sofortmaßnahmen für Kinderhaus

Mit ihrem 100-Tage-Plan für Kinderhaus will die CDU kurzfristige Verbesserungen im Stadtteil erreichen. Die Ratsmitglieder Babette Lichtenstein van Lengerich und Olaf Bloch hatten das Programm am 16. Oktober vorgestellt. Hintergrund sind insbesondere die Probleme in den großen Wohnanlagen der sogenannten Schleife rund um die Brüningheide. Nach dem angekündigten Verkauf eines größeren Wohnungsbestandes sprach die CDU von einer „Alarmstimmung“ unter den Bewohnern.

Das Programm umfasst ursprünglich elf Punkte. Dazu gehören regelmäßige Sprechstunden der Wohnungsaufsicht, Kontrollen problematischer Wohngebäude und ein mehrsprachiges Meldesystem für Wohnungsmängel. Außerdem fordert die CDU zusätzliche Müllscouts, mehr aufsuchende Jugendarbeit, die Wiedereröffnung des Mittagstisches sowie Fortschritte bei der Sanierung des Schulzentrums und beim Bau neuer Sporthallen.

Linke wirft CDU politische Selbstdarstellung vor

Die Linke Münster begrüßt grundsätzlich zusätzliche soziale Maßnahmen, kritisiert jedoch Widersprüche zwischen den Forderungen und der bisherigen CDU-Politik. Während die Partei nun mehr Personal für die aufsuchende Jugendarbeit fordere, habe sie in den Haushaltsberatungen an ihrer Sparpolitik festgehalten. „Die CDU muss sich jetzt aber daran messen lassen, wie sehr sie sich, auch gegenüber der eigenen Ratsfraktion, dafür einsetzt, dass diejenigen genannten Maßnahmen, die wirklich umsetzbar sind, nicht behindert werden“, erklärt Addick Meinardus, Vertreter der Linken in der Bezirksvertretung Münster-Nord.

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Auch bei den Müllscouts sieht die Linke einen Widerspruch. Die CDU habe entsprechende Maßnahmen noch im April abgelehnt, fordere sie nun aber erneut, obwohl das Projekt bereits angelaufen sei. Die Linke spricht deshalb von Wahlkampf-Schaufensterpolitik. Beim Umgang mit den großen Wohnanlagen fordert Fraktionssprecherin Katja Martinewski zudem eine Vergesellschaftung des betroffenen Wohnungsbestandes. Ein städtisches Vorkaufsrecht habe beim geplanten Eigentümerwechsel rechtlich nicht genutzt werden können.

Volt kritisiert Verlauf der Sondersitzung

Auch Volt-Bezirksvertreter Sebastian Kappen übt deutliche Kritik. Nach seiner Darstellung waren zahlreiche Maßnahmen des CDU-Plans bereits beschlossen oder befanden sich in Vorbereitung. Zudem habe die Verwaltung während der Sondersitzung erläutert, dass die Bezirksvertretung für mehrere Forderungen rechtlich nicht zuständig sei oder die Anträge nicht ausreichend konkret formuliert worden seien.

Für die Stadtverwaltung nahmen unter anderem Jugendamtsleiterin Sabine Trockel und Dezernent Arno Minas Stellung. Nach Kappens Angaben werde bereits eine regelmäßige Sprechstunde für Bewohner der Schleife vorbereitet, ebenso eine vereinfachte Meldemöglichkeit für Wohnungsmängel. Auch weitere Projekte seien in Planung: Die Innensanierung des Schulzentrums Kinderhaus soll im Sommer 2027 beginnen. Beschlüsse zu den neuen Sporthallen bei Westfalia Kinderhaus und einer Calisthenics-Anlage am Sprickmannplatz sollen demnächst beraten werden. Im Verlauf der Sitzung strich die CDU vier ihrer ursprünglich elf Beschlusspunkte.

„Diese Sitzung hätte auch eine E-Mail sein können“

Besonders kritisch bewertet Kappen den Aufwand der fast dreistündigen Sondersitzung. Die CDU hätte seiner Ansicht nach vorab bei der Verwaltung erfragen können, welche Maßnahmen bereits beschlossen oder in Umsetzung seien. Auch zusätzliche rechtssichere Beschlüsse hätten bestehende Zeitpläne nicht automatisch beschleunigt. „Diese Sitzung hätte auch eine E-Mail sein können“, erklärte Kappen anschließend.

Die CDU hatte ihr Sofortprogramm mit den anhaltenden Wohnungsproblemen und den bevorstehenden Veränderungen in Kinderhaus begründet. Nach eigener Darstellung wollte sie die Verwaltung zu schnellerem Handeln bewegen. Die Kritik von Linken und Volt richtet sich dagegen vor allem gegen die konkrete Ausgestaltung des Plans und den tatsächlichen Nutzen der Sondersitzung.

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