Trauer im Allwetterzoo Münster: Orang-Utan Temmy ist tot

Der Allwetterzoo Münster trauert um Orang-Utan-Weibchen Temmy, das im Alter von 44 Jahren eingeschläfert wurde.
Foto: Allwetterzoo

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Der Allwetterzoo Münster hat ein langjähriges Tier verloren: Orang-Utan-Weibchen Temmy ist am Dienstag, 14. April, im Alter von 44 Jahren eingeschläfert worden. Temmy lebte seit dem Jahr 2000 im Zoo und galt als eines der ältesten Orang-Utan-Weibchen in Europa. Für den Allwetterzoo Münster war sie über viele Jahre ein prägender Teil der Gruppe und auch für die Tierpfleger eng mit dem Alltag verbunden.

Gesundheitliche Probleme hatten sich über längere Zeit verschärft

Nach Angaben des Zoos litt Temmy bereits seit längerer Zeit an einer chronischen Entzündung der Nasennebenhöhlen. Bei Orang-Utans kann sich eine solche Erkrankung auch auf den Kehlsack ausweiten. Genau das war bei Temmy nach Zooangaben ebenfalls der Fall. Dadurch wurde die Behandlung zusätzlich erschwert.

Hinzu kamen Veränderungen an der Wirbelsäule. Bei einer Computertomographie in einer externen Klinik wurden Verknöcherungen festgestellt, die ihre Beweglichkeit immer weiter einschränkten. Zuletzt nahmen die Beschwerden so stark zu, dass eine weitere Linderung aus Sicht des Zoos nicht mehr ausreichend möglich war.

Temmy gehörte zu den ältesten Orang-Utans in Europa

Mit 44 Jahren war Temmy ein ungewöhnlich altes Orang-Utan-Weibchen. Seit fast 26 Jahren lebte sie in Münster gemeinsam mit drei weiteren Tieren der Gruppe. Der Zoo beschreibt sie als dominantes, zugleich aber liebevolles Weibchen, das neue Dinge aufmerksam prüfte und sich gerne mit ihrer Umgebung beschäftigte.

Besonders auffällig war nach Angaben des Zoos ihre Vorliebe für Wasser. Auch beim Training zeigte sie sich häufig motiviert. Gleichzeitig galt Temmy als Tier mit eigenem Charakter, das Vertrauen nicht leichtfertig schenkte.

Temmy spielte auch für den Nachwuchs eine wichtige Rolle

Im Allwetterzoo war Temmy nicht nur als langjähriges Gruppenmitglied wichtig. Auch für den Nachwuchs hatte sie eine besondere Bedeutung. Ihren Sohn Ito, der 2006 in Münster geboren wurde, zog sie als Mutter auf. Darüber hinaus übernahm sie bei anderen Jungtieren innerhalb der Gruppe eine enge Rolle.

So wurde sie auch für nicht eigene Jungtiere zu einer Art Bezugstier. Der Zoo hebt hervor, dass sie etwa für Hutan, der im Juni 2023 geboren wurde, wie eine Tante gewesen sei und als Spielpartnerin eine wichtige Rolle gespielt habe.

Orang-Utans sind weltweit akut bedroht

Der Tod von Temmy lenkt zugleich den Blick auf die gefährdete Situation ihrer Art. Orang-Utans werden von der Weltnaturschutzunion IUCN als akut vom Aussterben bedroht eingestuft. In freier Wildbahn kommen sie nur noch auf Sumatra und Borneo vor.

Als größte Bedrohungen gelten die Zerstörung ihres Lebensraums und der illegale Wildtierhandel. Hinzu kommt, dass Orang-Utans sich nur sehr langsam vermehren. Weibchen bringen in der Regel nur etwa alle acht Jahre ein Jungtier zur Welt. Gerade deshalb hat jedes einzelne Tier für den Erhalt der Art eine besondere Bedeutung.

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