
Münster. Der Hawerkamp wird am Mittwoch, 3. Juni 2026, wieder zu einem der lebendigsten Orte der Münsteraner Kulturszene. Zum 25. Mal lädt das Erhaltet-den-Hawerkamp-Festival auf das selbstverwaltete Gelände ein. Traditionell findet die Veranstaltung am Abend vor Fronleichnam statt. Ab 19.30 Uhr öffnen Clubs, Ateliers, Ausstellungsräume und Außenflächen. Gefeiert wird bis in die frühen Morgenstunden des 4. Juni. Wer einmal Eintritt zahlt, kann an diesem Abend das gesamte Gelände erleben: Live-Musik, Clubnächte, Ausstellungen, Performances, Installationen, Tanz, Foodtrucks und internationale Küche gehören zum Programm.
Der Vorverkauf hat begonnen. Tickets kosten im Vorverkauf 13 Euro und an der Abendkasse 15 Euro. Vorverkaufskarten gibt es über localticketing.de sowie beim AStA der Universität Münster an der Scharnhorststraße 48. Das günstige Kombiticket gilt für alle teilnehmenden Clubs und Programmpunkte. Die Einnahmen fließen in die Arbeit des Vereins Hawerkamp 31 e.V. und dienen dem Erhalt des Geländes, der Gebäude und der vielfältigen kulturellen Aktivitäten.
Das Erhaltet-den-Hawerkamp-Festival ist längst mehr als eine große Party. Es erinnert an die kulturpolitische Geschichte des Geländes und an den Einsatz für seinen Fortbestand. Das Festival wurde 1999 auf Initiative der Grünen und von Hawerkamp-Akteuren ins Leben gerufen, um im damaligen Kommunalwahlkampf für den Erhalt des Areals zu werben. Heute veranstaltet der Hawerkamp 31 e.V. das Festival als Zusammenschluss der Mieterinnen und Mieter des Geländes.
Der Hawerkamp zählt zu den bekanntesten alternativen Kulturarealen in Münster. Nach Angaben des Vereins arbeiten dort mehr als 50 bildende Künstlerinnen und Künstler, Handwerksbetriebe, Clubs, Konzertveranstalter und Theatergruppen. Seit dem 1. Januar 2013 verwaltet der Hawerkamp 31 e.V. das Gelände in Eigenregie. Die Selbstverwaltung begann bereits 2006 durch den Vorgängerverein „Erhaltet den Hawerkamp e.V.“. Grundlage ist ein Miet- und Überlassungsvertrag mit der Stadt Münster. Ziel des Vereins ist nicht Gewinnmaximierung, sondern der Erhalt und die Weiterentwicklung des selbstverwalteten Kulturprojekts.
Das Programm beginnt bereits am frühen Abend mit Kunst und offenen Räumen. In Haus G, 1. Obergeschoss, öffnet Martina Pott von 20 bis 23.30 Uhr ihr Atelier. In der Ausstellungshalle ist von 19.30 bis 24 Uhr die Werkschau „Arbeiten von 1984–2026“ von Egbert Lütke Fahle zu sehen. Die Ausstellung läuft bereits im Mai und wird im Rahmen des Festivals noch einmal besonders eingebunden. Sie gehört zu den markanten Programmpunkten des Abends, weil sie einen langen künstlerischen Zeitraum sichtbar macht.
Auch das Triptychon öffnet von 19.30 bis 24 Uhr mit einer Mixed-Media-Ausstellung. Anschließend ist dort ein DJ-Set mit offenem Ende geplant. Zudem sind Live-Performance-Kunst und weitere künstlerische Beiträge angekündigt. Damit bleibt das Festival nicht auf Musik und Clubkultur beschränkt, sondern zeigt auch die atelier- und ausstellungsbezogene Seite des Hawerkamps.
Auf dem Vorplatz und am alten Lokschuppen wird das Gelände selbst zur Bühne. Geplant sind eine Open Stage mit Bands aus der Hawerkamp-Szene, Musik von Hawerkamp-Akteuren, Installationen, Performance, Tanz, der Kampbierwagen, Foodtrucks, „No Talent Necessary“ und ein Special Guest. Der Außenbereich ist damit einer der zentralen Orte des Festivals, weil dort die verschiedenen Szenen des Geländes sichtbar zusammenkommen.
In der Sputnikhalle spielt von 21 bis 23.30 Uhr „Uwe against the machine“. Im Anschluss geht es dort mit Rock und Alternative von DJ Chris weiter. Auf dem Vorplatz der Sputnikhalle läuft ab 22 Uhr bis 5 Uhr Reggae Chalwa Sound mit DJ Frank. Im Sputnik Café beginnt um 23.30 Uhr „Dark Star“ mit Dark Wave, Electro und 80er-Sounds von DJ Niggels. So verbindet das Festival Konzert, Szeneabend und Clubnacht an einem Ort.
Auch die Clubs auf dem Hawerkamp sind bis tief in die Nacht eingebunden. In Fabians Butze läuft von 20 bis 5 Uhr ein Electric-Ballroom-Spezial mit DJ Frank Möller. Der KCM Verein für Queeres Leben feiert von 21 bis 5 Uhr mit Schlager, Disco, Pop und Trash. Im Fade Club stehen ab 23 Uhr 90er und Indie mit Luna Tom auf dem Programm.
In der Favela präsentiert Bassmania ab 23 Uhr eine Nacht mit elektronischer Musik. Angekündigt sind RNZø mit Groove, DMNK mit Bounce, DNS mit Hardtrance, Toxican mit Hardtechno und Hephaistos mit Industrial. Zusätzlich sind House- und Techno-Sets mit Steve Stix, DINA8, Marino, Skathi, Nuray Alkan und TΛLΛSIA MAZΞ vorgesehen. Die Favela beschreibt den Abend als Nacht voller pulsierender Beats und elektrisierender Energie. Zugleich soll auch dort der Gedanke des Festivals sichtbar bleiben: Gemeinsam feiern und damit ein Zeichen für den Erhalt des Hawerkamps setzen.
Für den Hawerkamp 31 e.V. ist das Festival auch ein finanzieller und symbolischer Beitrag zum Fortbestand des Geländes. Carsten Peters vom Trägerverein spricht von einem „echten kulturellen Leckerbissen“ und betont, dass das Festival die Vielfalt des Kulturgeländes abbilde. Besucherinnen und Besucher unterstützten mit ihrem Eintritt die Arbeit des selbstverwalteten Projekts und den Erhalt des Areals.
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