
In Münster beginnt in diesen Tagen eine Befragung, die mehr zeigen soll als jede Kriminalstatistik. Ausgewählte Bürgerinnen und Bürger werden im Rahmen der bundesweiten Studie „Sicherheit und Kriminalität in Deutschland“ befragt. Dahinter steht das Bundeskriminalamt gemeinsam mit den Polizeien der Länder. In Nordrhein-Westfalen ist der offizielle Start der neuen Erhebungsphase am 13. April 2026 erfolgt. Seitdem gehen die ersten Ankündigungsschreiben raus, ab dem 27. April sollen die Fragebögen folgen.
Die Studie richtet den Blick auf einen Bereich, der in der öffentlichen Debatte oft unsichtbar bleibt: das Dunkelfeld. Gemeint sind Straftaten, die Menschen erlebt haben, die aber nie angezeigt wurden und deshalb in keiner Polizeistatistik auftauchen. Genau dort setzt SKiD an. Erfasst werden nicht nur Opfererfahrungen, sondern auch Kriminalitätsfurcht, das Sicherheitsgefühl im Alltag und Einstellungen zur Polizei. Damit soll ein realistischeres Bild davon entstehen, wie Sicherheit tatsächlich erlebt wird.
In Nordrhein-Westfalen sollen rund 20.000 Menschen ab 16 Jahren aus 94 Kommunen an der aktuellen Runde teilnehmen. Die Auswahl erfolgt zufällig über die Melderegister. Die Teilnahme ist freiwillig, die Angaben werden anonym ausgewertet. Bundesweit werden dafür laut den aktuellen Angaben rund 200.000 Anschreiben verschickt. Für Münster bedeutet das: Die Studie wird jetzt ganz konkret, weil sie nicht mehr nur ein Forschungsvorhaben in Berlin oder Wiesbaden ist, sondern in Briefkästen vor Ort ankommt.
Für eine Stadt wie Münster sind solche Daten besonders aufschlussreich. Sie zeigen nicht nur, ob Menschen Kriminalität erlebt haben, sondern auch, wo Unsicherheit entsteht, wie groß das Vertrauen in die Polizei ist und wie stark sich gefühlte Sicherheit vom statistisch Messbaren unterscheidet. Gerade in einer Stadt, in der Sicherheit, Ordnung, Mobilität und das Erleben des öffentlichen Raums immer wieder politisch diskutiert werden, kann eine solche Befragung eine wertvolle Ergänzung zu offiziellen Fallzahlen sein. Das BKA verweist selbst darauf, dass SKiD regelmäßig belastbare Erkenntnisse über Opfererfahrungen und kriminalitätsbezogene Einstellungen liefern soll.
Im Zentrum der neuen Erhebungsphase aus Sicht der Region steht Münster. Nach bisherigem Stand sind darüber hinaus auch Dülmen, Emsdetten, Everswinkel, Ostbevern und Warendorf an der Befragung beteiligt. Damit wird die Untersuchung nicht nur in der Stadt selbst, sondern auch im direkten Umland sichtbar. Für das Münsterland entsteht so ein breiteres Bild davon, wie Menschen ihre Sicherheitslage wahrnehmen und welche Erfahrungen mit Kriminalität womöglich nie bei der Polizei gemeldet werden. Der landesweite Start und der Beginn des Versands sind offiziell bestätigt.
Der Ablauf ist klar getaktet. Seit dem 13. April werden in Nordrhein-Westfalen zunächst Ankündigungsschreiben verschickt. Ab dem 27. April folgen dann die eigentlichen Fragebögen. Wer ausgewählt wurde, kann an der Befragung teilnehmen und damit dazu beitragen, dass Kriminalität nicht nur über angezeigte Fälle bewertet wird. Für Münster beginnt damit eine Phase, in der die Frage nach Sicherheit nicht abstrakt verhandelt wird, sondern direkt bei den Menschen ankommt.
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