Tretty nimmt seine Leihräder in Münster vorerst aus dem Betrieb

Tretty sammelt seine Leihräder in Münster ein. Andere Städte zeigen, wie stark solche Systeme oft gestützt werden.
Symbolbild mit KI erstellt

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Münster. Tretty Leihräder Münster sind vorerst aus dem Stadtbild verschwunden. Nach Medienberichten sammelt das Unternehmen seine rund 200 Fahrräder derzeit ein und lagert sie ein. Die Lastenräder sollen vorerst im Angebot bleiben. Ob das Leihradsystem zum Wintersemester zurückkehrt, ist offen. Der Fall wirft zugleich eine größere Frage auf: Wie tragfähig ist ein Fahrradverleih in einer Stadt wie Münster ohne zusätzliche Unterstützung?

Finanzierung steht im Mittelpunkt der Verhandlungen

Hinter dem Rückzug steht nach dem bislang bekannten Stand vor allem die wirtschaftliche Lage des Angebots. Entscheidend war bisher die Zusammenarbeit mit dem AStA der Universität Münster, über die Studierende das System über ihren Semesterbeitrag nutzen konnten. Mit dem Sommersemester hat sich diese Grundlage verändert. Berichtet wird, dass bislang 1,17 Euro brutto pro Studierendem und Semester an Tretty flossen. Für einen flächendeckenden Verleih mit hunderten Rädern reicht das nach Darstellung des Unternehmens nicht aus. Im Raum steht deshalb eine Anhebung auf etwa drei Euro pro Semester. Parallel laufen Gespräche mit der Stadt über Unterstützung. Genannt wird ein jährlicher Förderbedarf von mindestens rund 80.000 Euro. Hinzu kommen Gebühren für die Nutzung des öffentlichen Raums in Höhe von 50 Euro pro Fahrrad und Jahr.

Andere Städte stützen Leihräder deutlich stärker

Der Blick in andere Städte zeigt, dass Leihradsysteme vielerorts nicht allein über normale Ausleihen getragen werden. In Bielefeld wird das Verleihsystem „meinSiggi“ trotz gekürzter Mittel weiter mit 500.000 Euro pro Jahr bezuschusst; zugleich sollen wichtige Stationen erhalten bleiben und mit dem Nahverkehr verknüpft werden. In Köln sind beim KVB-Rad für Kundinnen und Kunden mit Deutschlandticket oder VRS-Abo die ersten 30 Minuten jeder Ausleihe kostenlos. In Düsseldorf läuft mit dem CAMPUSbike ein Modell, bei dem die ersten 60 Minuten kostenlos sind; die Vergünstigung gilt laut Anbieter sogar über mehrere Städte hinweg. Der Vergleich legt nahe: Wer Leihräder als Teil der urbanen Mobilität erhalten will, muss sie meist institutionell absichern, sei es über Zuschüsse, Hochschulkooperationen oder die Verzahnung mit dem ÖPNV. Genau darüber dürfte nun auch in Münster entschieden werden.

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