Weihbischof aus Münster zieht kritisches Fazit zur COP30: Fordert mehr politischen Mut

Der St. Paulus Dom Münster ist ein Ort, der Geschichte, Spiritualität und Gemeinschaft vereint. Er lädt dich ein, seine Schönheit zu entdecken, seine Geschichte zu erforschen und seine spirituelle Tiefe zu erleben. Bistum Münster. Auch der Domplatz eignet sich für einen Spaziergang in Münster. Der Bischof von Münster, Felix Genn, hat seinen Rücktritt für März 2025 angeboten. Er plant einen geordneten Übergang. Ein Priester aus Ahaus wurde wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch von allen Ämtern ausgeschlossen.
Foto: Münster Dom, Barni1

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Weihbischof Rolf Lohmann, einer der profiliertesten Stimmen der katholischen Kirche in Deutschland beim Thema Umwelt- und Klimaschutz, hat zum Abschluss der UN-Klimakonferenz COP30 im brasilianischen Belém eine deutliche Einschätzung abgegeben. Als Weihbischof im Bistum Münster und Vorsitzender der Arbeitsgruppe für ökologische Fragen der Deutschen Bischofskonferenz beobachtet Lohmann seit Jahren die internationale Klimapolitik – und zeigt sich besorgt über das Tempo der globalen Transformation.

Zehn Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen sei klar geworden, dass die internationalen Anstrengungen nicht ausreichen, um das vereinbarte 1,5-Grad-Ziel realistisch zu erreichen. Insbesondere beim Ausstieg aus fossilen Energien sieht Lohmann einen erheblichen Rückstand. Die COP30 habe hier keinen verbindlichen, gemeinsamen Fahrplan hervorbringen können.

Münsteraner Weihbischof als bundesweiter Umweltbeauftragter

Dass sich Lohmann so deutlich äußert, ist nicht neu. Der aus Hamm stammende und im Bistum Münster seit Jahrzehnten verwurzelte Weihbischof gilt innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz als zentrale Figur, wenn es um ökologische Verantwortung und kirchliche Klimapolitik geht.

Mit seinem Amt als Umwelt- und Schöpfungsbischof vertritt er das Münsteraner Bistum auch national – und nutzt diese Rolle regelmäßig, um auf Defizite in der internationalen Klimapolitik aufmerksam zu machen. Für Lohmann verbindet sich der kirchliche Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung unmittelbar mit politischem Handeln.

Kritik an fehlenden Ausstiegspfaden und mangelnder Finanzierung

Besonders kritisch sieht der Weihbischof die unzureichende finanzielle Ausstattung der internationalen Fonds, die eigentlich die Folgen des Klimawandels abfedern sollen. Zusagen für den sogenannten Anpassungsfonds blieben deutlich hinter dem zurück, was aus Sicht vieler Staaten notwendig wäre.

Auch der aus kirchlicher Perspektive zentrale Punkt – der konsequente Abschied von fossilen Energieträgern – blieb auf der COP30 weitgehend ohne konkrete Beschlüsse. Aus Sicht Lohmanns fehlen verbindliche Ausstiegsdaten, die politischen Druck erzeugen könnten.

Hoffnung durch neuen Regenwaldfonds

Trotz aller Kritik erkennt Lohmann auch positive Entwicklungen. Als wichtiges Signal hebt er den neuen brasilianischen Tropical Forests Forever Facility (TFFF) hervor, der den Schutz der tropischen Regenwälder langfristig sichern soll. Für Lohmann, der regelmäßig den Zusammenhang zwischen Biodiversität und Klimaschutz betont, ist der Erhalt der Amazonasregion ein entscheidender Bestandteil globaler Verantwortung.

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Die neue Finanzierungsinitiative sieht Beiträge sowohl von Staaten als auch von privaten Investoren vor. Auch Deutschland beteiligt sich, was der Münsteraner Weihbischof ausdrücklich begrüßt.

„Wir dürfen nicht resignieren“

Lohmann erinnert daran, dass die Kirche mit der Enzyklika Laudato si’ bereits vor zehn Jahren einen umfassenden Appell zur ökologischen und sozialen Umkehr formuliert hat. Diesen Auftrag sieht er weiterhin als dringlich – und betont, dass jeder Einzelne Verantwortung trage.

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