
Münster. Wer zum Start des Wintersemesters noch keine Wohnung in Münster gefunden hat, kann Anfang Oktober erneut vorübergehend in einer Sporthalle unterkommen. Der AStA der Universität Münster richtet vom 5. bis 10. Oktober 2026 das „Erstis ohne (Wo)hnraum Camp“ ein. Die Notunterkunft befindet sich in der Ballsporthalle am Horstmarer Landweg und richtet sich an Studienanfängerinnen und Studienanfänger ohne Unterkunft.
Das Notcamp für Erstis in Münster fällt in die Orientierungswoche vieler Studiengänge. Die reguläre Vorlesungszeit beginnt erst am 12. Oktober. In der Halle stehen Schlafplätze zur Verfügung, außerdem gibt es Frühstück, Duschen, einen Aufenthaltsraum, ein Awareness-Team und Menstruationsprodukte. Schlafsack und Isomatte müssen die Studierenden selbst mitbringen. Die Anmeldung läuft über den Hochschulsport der Universität Münster.
Das Camp ist ausdrücklich keine dauerhafte Wohnlösung. Es soll Studienanfängern helfen, die zum Semesterstart noch keine Unterkunft gefunden haben und kurzfristig einige Tage überbrücken müssen. Parallel gibt es mit „Deine Couch für Erstis“ ein weiteres Angebot des AStA. Dabei können Menschen aus Münster vorübergehend einen Schlafplatz für neu ankommende Studierende anbieten.
Das Camp ist inzwischen keine einmalige Aktion mehr. Bereits 2025 stellte der AStA dieselbe Ballsporthalle als Notunterkunft zur Verfügung. 2024 hatten sich nach damaligen Angaben mehr als 60 Studierende für ein entsprechendes Auffangangebot angemeldet. Im vergangenen Jahr wurde das Camp laut Berichten aus dem Studierendenparlament allerdings weniger stark genutzt als zunächst erwartet. Die tatsächliche Belegung der Halle lässt deshalb keinen direkten Rückschluss darauf zu, wie viele Erstsemester insgesamt noch ohne feste Unterkunft sind.
Die Wohnungssuche zum Semesterbeginn gilt in Münster seit Jahren als schwierig. Auch die Universität weist Studienanfänger darauf hin, frühzeitig nach einem Zimmer zu suchen, und bündelt Hilfsangebote unter der Initiative „Studierzimmer Münster“.
Das Studierendenwerk verfügte 2025 in Münster und Steinfurt über insgesamt 5.363 Wohnplätze. Dem standen Hochschulen mit zusammen mehr als 55.000 Studierenden gegenüber. Bei mehreren Wohnanlagen werden Wartezeiten von mehr als sechs Monaten angegeben. Eine aktuelle Gesamtzahl aller Personen auf den Wartelisten veröffentlicht das Studierendenwerk allerdings nicht. Aussagen über „Tausende Wartende“ lassen sich deshalb derzeit nur als Einschätzung des AStA wiedergeben.
Auch das Studierendenwerk hält zum Semesterbeginn eigene Übergangslösungen bereit. Für das Wintersemester 2026 sind 29 zusätzliche Notunterkunftsplätze vorgesehen. Solche Plätze gibt es unter anderem in der Wohnanlage Wilhelmskamp an der Steinfurter Straße.
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