
Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen hat dem Landtag neue Informationen zu dem Fall vorgelegt, in dem Anfang September eine 38-jährige Frau in Nottuln mit schweren Stichverletzungen gefunden worden war. Passanten hatten sie am Abend des 10. September im Bereich einer Straße in der Nähe einer Bushaltestelle entdeckt.
Laut der nun veröffentlichten Antwort befand sich die Frau unmittelbar nach dem Angriff in einem kritischen Zustand. Sie hatte mehrere Stichverletzungen erlitten und schwebte den Angaben zufolge zeitweise in akuter Lebensgefahr. Inzwischen sei keine unmittelbare Lebensgefahr mehr gegeben, die 38-Jährige werde jedoch weiterhin stationär behandelt.
Die Staatsanwaltschaft Münster führt das Verfahren weiterhin wegen des Verdachts des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung. Der beschuldigte Expartner der Frau hatte sich am Folgetag nach dem Vorfall freiwillig bei der Polizei gemeldet und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Zu den Vorwürfen äußerte er sich bisher nicht.
Der Bericht an den Landtag listet zudem mehrere frühere polizeiliche Verdachtsmomente gegen den Mann auf, darunter einfache und gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung, Sachbeschädigung und weitere Delikte. Rechtskräftige Verurteilungen gab es jedoch nicht. Der Beschuldigte gilt weiterhin als nicht vorbestraft. Die Landesregierung weist ausdrücklich auf die Unschuldsvermutung hin.
Der Mann besitzt die aserbaidschanische Staatsangehörigkeit. Er ist vollziehbar ausreisepflichtig, verfügte zum Zeitpunkt des Vorfalls jedoch über eine Duldung nach § 60a Aufenthaltsgesetz aufgrund familiärer Bindungen.
Weitere Angaben zu möglichen Hintergründen oder Motiven des Angriffs enthält die Antwort nicht. Die Mordkommission der Polizei Münster und die Staatsanwaltschaft ermitteln weiter.