Neue HPV-Selbsttests in Deutschland: Was Frauen dazu wissen sollten

Das Startup Refined Laser Systems aus Münster entwickelt eine Lasertechnologie, die Krebsdiagnosen in Minuten ermöglichen soll – noch ist sie in der klinischen Erprobung.
Symbolbild: CDC

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HPV-Selbsttests in Deutschland sollen vor allem Frauen erreichen, die die reguläre Vorsorge zuletzt nicht genutzt haben. Das neue Angebot mehrerer gesetzlicher Krankenkassen richtet sich an Versicherte zwischen 20 und 34 Jahren, die in den vergangenen 24 Monaten keine gynäkologische Gebärmutterhalskrebs-Vorsorge wahrgenommen haben. Hintergrund ist ein relevantes Gesundheitsproblem: Nach Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten erkrankten 2022 in Deutschland rund 4.388 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.

HPV-Selbsttest: Das Kassenangebot soll Frauen ohne regelmäßige Vorsorge erreichen

Der Selbsttest ist kein allgemeines neues Standard-Screening für alle Frauen, sondern ein zusätzliches Angebot mit klaren Zugangsvoraussetzungen. BIG direkt gesund, SBK und mhplus beschreiben übereinstimmend, dass der Test für zuhause nur für weibliche Versicherte im Alter von 20 bis 34 Jahren vorgesehen ist, wenn in den letzten zwei Jahren keine Vorsorgeuntersuchung in einer gynäkologischen Praxis stattgefunden hat. Die Probe wird zuhause entnommen und anschließend in einem Labor untersucht. Genau an diesem Punkt setzt das Modell an: Es soll Hürden senken, wenn Scham, Zeitmangel oder der Aufwand eines Praxisbesuchs bislang dazu geführt haben, dass Vorsorge ausfällt.

Zum regulären Früherkennungsprogramm ersetzt der Heimtest die ärztliche Untersuchung aber nicht. In Deutschland haben Frauen ab 20 Jahren Anspruch auf die Teilnahme am organisierten Screeningprogramm. Für Frauen zwischen 20 und 34 Jahren gehört dazu in der Regel der jährliche Pap-Abstrich, ab 35 Jahren wird ein HPV-Test in Kombination mit dem Pap-Abstrich alle drei Jahre angeboten. Ein Heimtest passt damit eher als niedrigschwellige Ergänzung in eine Versorgungslücke, nicht als neue Vollalternative zur bestehenden Vorsorge.

Sinnvoll als Ergänzung, aber nicht als Ersatz für die Abklärung in der Praxis

Der Nutzen solcher Tests liegt vor allem darin, bislang schwer erreichbare Gruppen besser in die Früherkennung einzubinden. Die WHO bewertet HPV-Selbstabstriche als zusätzliche Möglichkeit, die Screening-Teilnahme zu verbessern, wenn HPV-Tests Teil eines Programms sind. Studien und Programme aus anderen Ländern deuten ebenfalls darauf hin, dass Selbstentnahme die Teilnahme erhöhen kann. Gleichzeitig bleibt ein zentrales Problem bestehen: Ein positiver HPV-Befund bedeutet noch nicht, dass Krebs oder eine Krebsvorstufe vorliegt. Er zeigt zunächst nur, dass eine weitere ärztliche Abklärung notwendig ist. Genau deshalb steht und fällt der Nutzen des Angebots damit, ob nach einem auffälligen Ergebnis auch tatsächlich eine gynäkologische Nachsorge erfolgt.

Gerade für jüngere Frauen ist die Einordnung wichtig. HPV-Infektionen sind häufig und verschwinden oft wieder von selbst. Deshalb kann ein positiver Test auch Verunsicherung auslösen, ohne dass daraus automatisch eine ernste Erkrankung folgt. Das spricht nicht gegen den HPV-Selbsttest, aber für einen nüchternen Umgang damit: Für Frauen, die sonst gar nicht zur Vorsorge gehen, kann er ein sinnvoller Einstieg in die Früherkennung sein. Wer ohnehin regelmäßig zur gynäkologischen Untersuchung geht, bekommt in der Ratgeber-Rubrik weitere Gesundheitsthemen und in der Praxis die umfassendere Einordnung und bei Bedarf direkt die nächsten diagnostischen Schritte.

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