
Ein Banklogo, eine förmliche Anrede und ein QR-Code wirken schnell glaubwürdig. Doch auch ein gedruckter Brief kann Teil eines Betrugs sein. Beim sogenannten Quishing führen QR-Codes auf nachgebaute Internetseiten, auf denen Kriminelle Zugangsdaten oder Zahlungsfreigaben abfangen. QR-Code-Betrug lässt sich deshalb nicht allein an einer schlecht geschriebenen E-Mail erkennen.
Die Polizeidirektion Kiel berichtete im September 2026 über Fälle mit gefälschten Bankbriefen. Betroffene sollten sich über einen Code erneut für ihr Onlinebanking anmelden. Die aufgerufenen Seiten sahen echten Bankangeboten ähnlich. Die Warnung zeigt: Papier schützt ebenso wenig vor Täuschung wie ein professionelles Layout.
Auch auf öffentlich zugänglichen Geräten können Codes ausgetauscht oder überklebt werden. Die belgische Wirtschaftsbehörde nennt beispielsweise Parkautomaten und Speisekarten. Das belegt keine konkrete Betrugsserie in Münster, ist aber ein Grund, bei unerwarteten Zahlungsaufforderungen genau hinzusehen.
Ein QR-Code verbirgt die Zieladresse zunächst in einem Bild. Lassen Sie sich die Adresse anzeigen und lesen Sie sie, bevor Sie fortfahren. Eine ähnlich klingende Internetadresse ist nicht automatisch die richtige. Logos und bekannte Farben auf der anschließend geöffneten Seite sind ebenfalls kein Identitätsnachweis.
Besonders kritisch wird es, wenn plötzlich ein Bankzugang, Kartendaten oder eine Freigabe in einer App verlangt werden. Unterbrechen Sie den Vorgang. Öffnen Sie die bereits bekannte Banking-App selbst oder kontaktieren Sie die Bank über eine unabhängig bekannte Telefonnummer. Verwenden Sie dafür nicht die Kontaktdaten aus dem verdächtigen Schreiben.
Dass die Masche auch Verkäufe auf Kleinanzeigenplattformen betrifft, zeigt eine Polizeimeldung aus Brandenburg vom Februar 2026. Ein Verkäufer wurde über einen zugesandten Code auf eine gefälschte Bankseite gelockt und bestätigte eine angebliche Testüberweisung. Statt Geld zu erhalten, verlor er einen dreistelligen Betrag.
Wer etwas verkauft, sollte eine Zahlungsaufforderung zur angeblichen Freischaltung oder Prüfung deshalb nicht nebenbei bestätigen. Lesen Sie in der Bank-App genau, welche Handlung tatsächlich freigegeben werden soll. Ein freundlicher Chat und Zeitdruck ändern nichts am Inhalt dieser Freigabe.
Das bloße Betrachten einer Zieladresse ist etwas anderes als die Eingabe von Zugangsdaten oder die Bestätigung einer Zahlung. Notieren Sie deshalb möglichst genau, was passiert ist. Wurden Bankdaten eingegeben oder Zahlungen freigegeben, verständigen Sie unverzüglich die Bank und lassen Sie notwendige Sperren prüfen.
Sichern Sie den Brief, Nachrichten und vorhandene Bildschirmaufnahmen für eine Anzeige. Ändern Sie betroffene Passwörter über den echten Dienst und prüfen Sie weitere Konten, falls dasselbe Passwort mehrfach verwendet wurde. Warten Sie mit der Meldung nicht darauf, ob sich der vermeintliche Absender erneut meldet.
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