
Die Umgebung scheint vertraut, das Bewusstsein ist da – doch Arme und Beine gehorchen nicht. Manche Menschen spüren dabei Druck auf dem Körper oder meinen, jemand stehe im Zimmer. Eine Schlaflähmung kann sich außerordentlich bedrohlich anfühlen. Typischerweise tritt sie beim Einschlafen oder Aufwachen auf und endet nach kurzer Zeit.
Während des REM-Schlafs ist die Aktivität vieler Muskeln stark herabgesetzt. Bei einer Schlaflähmung besteht diese vorübergehende Bewegungshemmung noch, obwohl das Bewusstsein bereits wach ist. Das medizinische Nachschlagewerk der US-amerikanischen National Library of Medicine beschreibt den engen Zusammenhang mit dieser normalen Muskelhemmung im REM-Schlaf.
Nach Informationen des britischen National Health Service dauern typische Episoden bis zu wenige Minuten. Die isolierte Schlaflähmung selbst gilt in der Regel als harmlos.
Das bedeutet nicht, dass jede Lähmung beim Aufwachen automatisch eine Schlaflähmung ist. Bleiben Bewegungsstörungen bestehen oder kommen neue Sprachstörungen beziehungsweise einseitige Ausfälle hinzu, ist das ein Notfall und muss sofort über 112 abgeklärt werden.
Schlafmangel und ein gestörter Rhythmus werden mit Schlaflähmungen in Verbindung gebracht. Der NHS rät Erwachsenen zu ausreichend Schlaf, möglichst gleichbleibenden Schlafzeiten und dem Verzicht auf große Mahlzeiten, Alkohol oder Koffein kurz vor dem Zubettgehen. Auch Rückenlage kann Episoden begünstigen. Solche Veränderungen können helfen, sind aber keine Garantie.
Praktisch kann es sinnvoll sein, Auftreten, Schlafdauer und besondere Belastungen zu notieren. So lässt sich beim Arztgespräch besser beschreiben, ob ein Muster besteht.
Wiederholte Schlaflähmungen, ausgeprägte Angst vor dem Einschlafen oder anhaltende Tagesmüdigkeit sollten besprochen werden. Schlaflähmung kann auch im Zusammenhang mit Narkolepsie vorkommen. Zu dieser Erkrankung gehören weitere Symptome, insbesondere starke Schläfrigkeit und ungewolltes Einschlafen am Tag; eine Schlaflähmung allein beweist sie nicht.
Bei Verdacht auf Narkolepsie kann eine schlafmedizinische Untersuchung folgen. Dabei werden beispielsweise Atmung, Hirnaktivität und Bewegungen während des Schlafs aufgezeichnet. Welche Untersuchung sinnvoll ist, richtet sich nach den Beschwerden und dem ärztlichen Befund. Grundlage dieses Ratgebers sind NHS-Informationen zu Schlaflähmung und Narkolepsie, die medizinische Begriffsdefinition der National Library of Medicine und die Notfallinformationen von gesund.bund.de.
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