Welche Kasse ist im Supermarkt wirklich die schnellste?

negativen Auswirkungen vorzeitiger Trinkgeldanfragen in Münster durch die Studie "Feeling Manipulated" und die daraus resultierenden Herausforderungen für das lokale Geschäftsklima. Trinkgeld Münster
Symbolbild von naipo.de

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Wer in Münster samstags noch schnell in den Supermarkt springt oder kurz vor einem Feiertag nur „ein paar Sachen“ holen will, kennt das kleine Stadt-Drama: fünf Kassen, drei Schlangen, und am Ende steht man fast immer in der falschen. Die gute Nachricht ist, dass es für die vermeintliche Zufallslotterie durchaus ein paar ziemlich verlässliche Regeln gibt. Die schlechte: Die kürzeste Schlange ist nicht automatisch die schnellste. Genau das zeigen Erkenntnisse aus der Forschung und aus dem Handel.

Nicht die Zahl der Menschen zählt, sondern der Inhalt der Wagen

Der häufigste Fehler ist schnell gemacht: Viele schauen nur darauf, wie viele Personen vor ihnen stehen. Sinnvoller ist der Blick in die Einkaufswagen. Richard Larson vom MIT rät dazu, nicht die Köpfe, sondern die Artikel zu prüfen. Entscheidend ist vor allem, was gescannt werden muss. Produkte mit Barcode laufen an der Kasse sehr schnell durch, während loses Obst und Gemüse oder andere Waren, die gewogen oder manuell gesucht werden müssen, deutlich mehr Zeit kosten. Ein Wagen mit 20 sauber verpackten Artikeln kann deshalb schneller abgearbeitet sein als ein kleiner Korb mit viel Obst, Backwaren oder Sonderwaren. Für Münster heißt das: In Innenstadtmärkten mit vielen Spontaneinkäufen wirkt ein Korb oft harmlos, muss aber nicht die schnellere Wahl sein.

Bargeld bremst oft stärker als viele denken

Auch die Bezahlart spielt eine größere Rolle, als es an der Schlange zunächst aussieht. Eine Studie der Bundesbank zeigt, dass Kartenzahlungen mit PIN im Durchschnitt schneller abgewickelt werden als Barzahlungen. Im Datensatz lagen Kartenzahlungen mit PIN im Schnitt bei 29,4 Sekunden, Barzahlungen bei 38,6 Sekunden. Gleichzeitig schwankt die Dauer bei Kartenzahlungen weniger stark. Wer also erkennt, dass vorne passend mit Karte oder Smartphone gezahlt wird, steht statistisch oft besser als hinter jemandem, der erst an der Kasse Münzen sucht. Das fällt vor allem dann ins Gewicht, wenn mehrere Kunden mit kleinen Einkäufen hintereinander bezahlen.

Self-Checkout ist nicht immer der Sieger

Selbstbedienungskassen wirken auf den ersten Blick wie die schnellste Lösung. Ganz so einfach ist es aber nicht. Fachleute verweisen darauf, dass Kundinnen und Kunden beim Scannen oft deutlich langsamer sind als geübte Kassiererinnen und Kassierer. Für sehr kleine Einkäufe kann Self-Checkout trotzdem die beste Wahl sein, vor allem dann, wenn mehrere Geräte frei sind und eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter direkt in der Nähe hilft. Genau darin liegt der Unterschied: Wer nur drei bis acht klar erkennbare Produkte kauft, ist an der SB-Kasse häufig schnell durch. Wer einen vollen Korb, lose Ware, Alterskontrollen oder viele Sonderartikel hat, verliert dort oft Zeit. Dass Self-Checkout im deutschen Handel trotzdem stark wächst, zeigt eine aktuelle EHI-Erhebung: In Deutschland ist inzwischen jede 18. Kasse eine SB-Kasse, im Lebensmittelhandel sind es bereits mehr als 25.000 solcher Kassen.

Die schnellste Schlange ist oft außen, nicht in der Mitte

Ein weiterer Effekt ist erstaunlich simpel: Viele Kundinnen und Kunden orientieren sich instinktiv an den mittleren Kassen. Dadurch werden Randkassen oft übersehen. Genau darauf verweisen auch Handelsexperten in ihrer Praxisbeobachtung. Wer ein paar Sekunden länger schaut, statt sich sofort in die erstbeste Reihe zu stellen, entdeckt am Rand nicht selten die bessere Option. Gerade in größeren Märkten kann das der kleine Unterschied sein, der am Ende mehrere Minuten spart. Für Münster mit seinen kurzen Wegen und stark frequentierten City-Lagen ist das besonders relevant, weil viele Einkäufe auf dem Heimweg oder in der Mittagspause stattfinden und die Geduld entsprechend knapp ist. Die Stadt Münster verweist selbst auf die kurzen Wege in der City und darauf, dass Geschäfte in der Innenstadt montags bis samstags mindestens bis 19 Uhr geöffnet sind, große Häuser und Filialisten teils bis 20 Uhr. Auch einzelne Innenstadtmärkte haben sehr lange Öffnungszeiten, etwa ein REWE am Alten Steinweg bis Mitternacht von Montag bis Samstag. Wer Stoßzeiten meiden will, kann also oft schon mit einer kleinen zeitlichen Verschiebung viel gewinnen.

Überraschend: Getrennte Schlangen können schneller sein als eine große

Lange galt in der Theorie oft die Annahme, dass eine gemeinsame Schlange für mehrere Kassen am effizientesten sei. Neuere Forschung zeigt aber ein differenzierteres Bild. Eine Studie in Management Science kommt zu dem Ergebnis, dass Kassiererinnen und Kassierer mit eigener, klar zugeordneter Schlange schneller arbeiten als in einem gemeinsam geteilten System. Die Forscher fanden, dass Beschäftigte in getrennten Schlangen rund 10,7 Prozent schneller waren; insgesamt stieg die Bedienzeit in geteilten Systemen um 6,86 Prozent. Auch Scientific American fasst diese Forschung so zusammen: Mehrere eigene Schlangen können in der Praxis schneller laufen als eine einzige große Reihe, weil Beschäftigte das Tempo ihrer eigenen Schlange unmittelbarer wahrnehmen. Für Kundinnen und Kunden heißt das vor allem: Eine einzelne, sehr ordentlich wirkende Sammelschlange ist nicht automatisch die beste Wahl.

Welche Kasse ist also wirklich die schnellste?

Die ehrlichste Antwort lautet: Es gibt nicht die eine schnellste Kasse, aber es gibt klare Muster. Am schnellsten ist meistens nicht die kürzeste Schlange, sondern die mit wenigen problematischen Artikeln, wenig Wiegeware, wenig Bargeld und einer ruhigen, zügigen Kassenroutine. Self-Checkout lohnt sich vor allem bei wenigen Produkten und wenn die Technik frei verfügbar ist. Bei größeren Einkäufen ist die bediente Kasse meist die sicherere Wahl. Wer dann noch die äußeren Kassen im Blick behält und Stoßzeiten meidet, verbessert seine Chancen deutlich. Für einen Münster-Ratgeber ist genau das die praktische Quintessenz: Nicht hektisch der kürzesten Reihe hinterherlaufen, sondern zwei Sekunden länger beobachten. Das spart am Ende oft mehr Zeit als jeder spontane Spurwechsel.

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Die Faustregel für Münster

Wer in Münster schnell wieder aus dem Supermarkt heraus will, fährt mit einer einfachen Regel meist am besten: lieber hinter zwei kleine, gut sortierte Einkäufe mit Karte stellen als hinter einen vermeintlich kurzen Einkauf mit viel Obst, Bargeld oder Diskussion an der Kasse. Und wer nur ein paar Teile in der Hand hat, kann die SB-Kasse testen, aber nur dann, wenn sie wirklich frei läuft. Der kürzeste Weg ist also nicht immer die kürzeste Schlange. Oft ist es schlicht die klügere Wahl.

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