Bowl-Gastronomie in Greven: Warum der Standort an der Alten Münsterstraße wieder frei ist

Ein Gastronomiebetrieb hat einen Standort in Greven aufgegeben. Die Stadt arbeitet an einer neuen Nutzung in der Innenstadt. Äro Bowl
Symbolbild: Andy Li, CC0, via Wikimedia Commons

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Greven. Die Grevener Innenstadt steht erneut vor der Aufgabe, einen zentral gelegenen Gastronomiestandort neu zu beleben. Das Ladenlokal an der Alten Münsterstraße 26 ist aktuell ungenutzt. Der dort zuletzt ansässige Gastronomiebetrieb Áro wird an dieser Adresse nicht weitergeführt.

Damit endet ein Angebot, das erst seit dem vergangenen Jahr Teil des innerstädtischen Nutzungskonzepts war. Die Alte Münsterstraße zählt zu den prägenden Geschäftsachsen Grevens, an denen Handel und Gastronomie gezielt zur Belebung beitragen sollen. Entsprechend hat die erneute Vakanz des Standorts über den Einzelfall hinaus Bedeutung für die Entwicklung der Innenstadt Greven.

Kurze Nutzungsphase nach gezielter Ansiedlung

Áro hatte den Standort im Mai 2024 bezogen, zeitgleich mit einem Bärenalarm-Outlet im benachbarten Ladenlokal. Die Ansiedlung war Teil einer städtisch begleiteten Strategie, mit der Leerstände in zentraler Lage vermieden und neue Nutzungen ermöglicht werden sollten.

Grundlage dafür war ein Förderinstrument zur Stärkung der Innenstadt. Dabei mieten Kommunen Ladenlokale zeitlich befristet an und geben sie zu reduzierten Konditionen weiter. In Greven betrifft dieses Modell unter anderem klar begrenzte Flächengrößen sowie eine auf wenige Jahre angelegte Laufzeit. Das Ladenlokal an der Alten Münsterstraße war für diese Nutzung zuvor in zwei Einheiten aufgeteilt worden.

Dass der Standort nun bereits wieder frei ist, zeigt, wie herausfordernd es sein kann, neue gastronomische Konzepte dauerhaft in Innenstädten zu etablieren – selbst dann, wenn sie durch Förderprogramme unterstützt werden.

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Was für ein Gastronomiekonzept Áro war

Áro war dabei kein klassisches Restaurant mit Bedienung und längeren Aufenthaltszeiten. Das Konzept setzte auf sogenannte Fast-Casual-Gastronomie mit frisch zubereiteten Bowls und asiatisch geprägten Gerichten. Der Schwerpunkt lag auf Abholung, Take-away und Lieferbestellungen.

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Der Gastraum war entsprechend auf kurze Aufenthalte ausgelegt. Für den Betrieb spielten funktionierende Küchenabläufe sowie eine zuverlässige Gebäude- und Haustechnik eine zentrale Rolle. Solche Konzepte sind in Innenstädten vor allem dort erfolgreich, wo Laufkundschaft, kurze Wege und stabile technische Rahmenbedingungen zusammenkommen.

Keine offizielle Begründung, Hinweise aus dem Umfeld

Zu den Gründen für die Aufgabe des Standorts gibt es bislang keine offizielle Stellungnahme des Unternehmens. Öffentlich geäußert haben sich die Betreiber nicht.

Im lokalen Umfeld wurden jedoch Hinweise auf mögliche bauliche Probleme bekannt. In sozialen Netzwerken war von einem Wasserschaden im Gebäude die Rede, der eine weitere Nutzung erschwert oder unmöglich gemacht haben soll. Diese Angaben stammen aus dem Nutzerumfeld und sind nicht öffentlich durch den Betreiber bestätigt worden.

Bestätigt ist lediglich, dass entsprechende Hinweise auch der Stadt vorliegen. Ob ein Gebäudeschaden tatsächlich ausschlaggebend für den Rückzug war oder ob weitere Faktoren eine Rolle spielten, bleibt offen.

Sichtbare Veränderungen und offene Fragen zur Online-Präsenz

Der Rückzug des Gastronomiebetriebs lässt sich inzwischen auch vor Ort nachvollziehen. Die Beschriftung über dem Ladenlokal wurde entfernt, die Schaufenster sind vollständig blickdicht verklebt. Hinweise auf einen laufenden Betrieb gibt es nicht mehr.

Auch online zeigt sich ein uneinheitliches Bild. In der offiziellen Übersicht der Franchise-Standorte wird Greven nicht mehr aufgeführt. Gleichzeitig ist eine separate Online-Bestellseite weiterhin erreichbar, auf der die Adresse an der Alten Münsterstraße genannt wird. Welche Bedeutung diese unterschiedliche Darstellung hat, ist nicht bekannt.

Stadt setzt auf erneute gastronomische Nutzung

Unabhängig von den Hintergründen arbeitet die Stadt daran, das Ladenlokal zeitnah neu zu vergeben. Ziel ist es, die Fläche erneut gastronomisch zu nutzen und einen längeren Leerstand in zentraler Lage zu vermeiden. Gespräche über eine Nachnutzung laufen bereits.

Wann ein neuer Betreiber einzieht und welches Konzept künftig umgesetzt wird, ist derzeit offen. Klar ist jedoch, dass die Stadt weiterhin auf Gastronomie als wichtigen Baustein für eine lebendige Innenstadt setzt. Der Standort an der Alten Münsterstraße bleibt damit Teil der strategischen Überlegungen zur Entwicklung der Innenstadt Greven – auch wenn der jüngste Versuch nur von kurzer Dauer war.

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