
Dülmen/AI. Am Gausepatt zwischen Dülmen und Hausdülmen entsteht eine neue Zentrale Unterbringungseinrichtung für Geflüchtete. Die Anlage befindet sich noch im Ausbau, soll aber ab April 2026 in Betrieb gehen. Geplant sind bis zu 450 Plätze. Für die Stadt Dülmen bringt das Projekt nicht nur organisatorische Veränderungen, sondern auch eine spürbare Entlastung bei der kommunalen Unterbringung.
Die Zentrale Unterbringungseinrichtung, kurz ZUE, wird von der Bezirksregierung Münster betrieben. Nach Angaben der Stadt ist der Start für April 2026 vorgesehen. Dann sollen schrittweise bis zu 450 Geflüchtete einziehen. Das Gelände ist aktuell noch Baustelle, die Grundstruktur der Anlage ist jedoch bereits klar erkennbar.
In den vergangenen Monaten wurden vier Wohneinrichtungen errichtet. Vorgesehen sind überwiegend Vier-Bett-Zimmer, ergänzt durch Sanitär- und Aufenthaltsräume innerhalb der Wohncontainer. Die Belegung ist differenziert geplant: Rund 60 Prozent der Plätze sind für alleinreisende Geflüchtete vorgesehen, die übrigen für Familien.
Die ZUE ist Teil des landesweiten Unterbringungssystems in Nordrhein-Westfalen. Nach der Erstaufnahme werden Geflüchtete einer solchen Einrichtung zugewiesen und bleiben dort bis zum Abschluss ihres Asylverfahrens oder bis zur Weiterverteilung an eine Kommune. Für Familien mit minderjährigen Kindern gilt eine maximale Aufenthaltsdauer von sechs Monaten, für Alleinreisende können es bis zu 24 Monate sein. In der Praxis liegen die Aufenthaltszeiten häufig deutlich darunter und bewegen sich je nach Verfahrensstand zwischen wenigen Monaten und gut einem Jahr.
Auf dem Gelände am Gausepatt ist ein eigener Sozialbereich vorgesehen. Dazu gehören ein Besucherzentrum, ein Infopunkt sowie Räume für Freizeitangebote, Kinderbetreuung, Bildungsmaßnahmen und Sport. Für die medizinische Grundversorgung wird eine Sanitätsstation eingerichtet, inklusive Ruheräumen für erkrankte Bewohnerinnen und Bewohner. Die Verpflegung erfolgt über ein separates Gebäude mit Großküche und Kantine.
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Für den Außenbereich sind Freizeitflächen geplant, die im Frühjahr fertiggestellt werden sollen. Zudem ist vorgesehen, Teile der Freiflächen zu begrünen. Ziel ist es, den Bewohnerinnen und Bewohnern neben der Unterbringung auch Möglichkeiten für Bewegung und Aufenthalt im Freien zu bieten.
Für Dülmen hat die neue ZUE einen konkreten Effekt: Die dort untergebrachten Geflüchteten werden auf die städtische Zuweisungsquote angerechnet. Dadurch muss die Stadt weniger Menschen in eigenen Unterkünften aufnehmen. Die Kosten für Herrichtung und Betrieb der Anlage trägt das Land Nordrhein-Westfalen. Die Stadt hat das Gelände am Gausepatt an die Bezirksregierung verpachtet.