
Rheine. Seit Montag kommt es im Raum Rheine, Emsdetten und Steinfurt zu Problemen im Vodafone-Mobilfunknetz. Betroffen sind auch Standorte im niedersächsischen Lathen. Ursache der Vodafone-Störung in Rheine und Umgebung ist nach Angaben des Unternehmens ein beschädigtes Glasfaserkabel, über das insgesamt 15 Mobilfunkstationen mit dem Telekommunikationsnetz verbunden werden.
Vodafone bezifferte die Zahl der unmittelbar betroffenen Mobilfunkkunden auf 1.620. Die Störung trat demnach am Montag, 28. September, um 11.27 Uhr auf. Je nach Ort waren die Auswirkungen unterschiedlich: Während Vodafone allgemein von Einschränkungen der gewohnten Netzqualität sprach, wurden aus Rheine teilweise komplette Netzausfälle gemeldet.
Die beschädigte Stelle wurde nach Unternehmensangaben am Montagmittag in der Nähe einer Bahnstrecke bei Lathen gefunden. Ein örtlicher Dienstleister war zuvor mit der Fehlersuche beauftragt worden. Nach der Lokalisierung des Schadens musste zunächst geklärt werden, wie die Reparatur unter den notwendigen Sicherheitsbedingungen durchgeführt werden kann und welche Tiefbauexperten dafür verfügbar sind.
Anschließend sollten die beschädigten Glasfasern einzeln instand gesetzt beziehungsweise wieder miteinander verbunden werden. Vodafone hatte am Montagnachmittag damit gerechnet, die Arbeiten in der Nacht zum Dienstag abschließen zu können. Dabei handelte es sich allerdings ausdrücklich um eine Prognose und nicht um eine bestätigte Entstörungszeit.
Am Dienstagmittag liegt bislang keine öffentlich zugängliche Mitteilung von Vodafone vor, in der die vollständige Wiederherstellung des Mobilfunknetzes in Rheine, Emsdetten und Steinfurt ausdrücklich bestätigt wird. Deshalb lässt sich derzeit nicht belastbar sagen, dass die Störung überall beendet ist.
Vodafone bietet einen adressbezogenen Störungscheck an, über den Kunden prüfen können, ob an ihrem Standort weiterhin eine bekannte Einschränkung besteht. Die für die Nacht angekündigte Reparatur bedeutet somit nicht automatisch, dass alle betroffenen Mobilfunkstationen inzwischen wieder regulär arbeiten.
Die Störung reicht geografisch über das Münsterland hinaus. Lathen liegt im Landkreis Emsland in Niedersachsen. Die betroffene Glasfaserstrecke verbindet offenbar mehrere Mobilfunkstandorte entlang einer größeren Nord-Süd-Verbindung, sodass ein einzelner Kabelschaden Auswirkungen auf Funkstationen in unterschiedlichen Regionen haben kann.
Mobilfunkmasten benötigen eine sogenannte Zufuhr- oder Backhaul-Verbindung zum übrigen Netz des Anbieters. Wird eine solche Glasfaserstrecke unterbrochen und steht keine ausreichende alternative Verbindung zur Verfügung, können gleich mehrere Mobilfunkstationen ausfallen oder nur eingeschränkt funktionieren. Die Funktechnik an den einzelnen Standorten muss dabei selbst nicht beschädigt sein.
In der Region Lathen finden derzeit auch Arbeiten an der Bahnstrecke statt. Zwischen Haren und Lathen werden seit August neue Kabel für die Kommunikation des Bahnbetriebs verlegt. Dass diese Arbeiten etwas mit dem Vodafone-Schaden zu tun haben, ist bislang allerdings nicht belegt.
Vodafone hat öffentlich lediglich einen Kabelschaden als Ursache genannt. Angaben dazu, wie das Glasfaserkabel beschädigt wurde oder wer dafür verantwortlich sein könnte, liegen bislang nicht vor. Ein direkter Zusammenhang mit den Bahnarbeiten wäre daher derzeit Spekulation.
Parallel gab es rund um Rheine auch Einschränkungen im Bahnverkehr, unter anderem wegen einer Reparatur an der Oberleitung zwischen Rheine und Salzbergen sowie eines Notarzteinsatzes zwischen Emsdetten und Greven. Nach aktuellem Kenntnisstand stehen diese Ereignisse nicht mit der Mobilfunkstörung in Verbindung.
Kunden können über den offiziellen Vodafone-Störungscheck prüfen, ob für ihre Adresse weiterhin eine Netzstörung gemeldet ist. Falls Mobilfunk vor Ort nicht funktioniert, kann WLAN-Calling eine Alternative sein, sofern ein funktionierender Internetanschluss zur Verfügung steht.
Vodafone verweist außerdem auf seine GigaGarantie, über die bei bestimmten Netzstörungen zusätzliches Datenvolumen bereitgestellt werden kann. Bei einem vollständigen Ausfall der örtlichen Mobilfunkstation hilft zusätzliches Datenvolumen allerdings erst wieder, sobald eine Verbindung zum Mobilfunknetz besteht.






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