
Preußen Münster hat am Samstagnachmittag für eine faustdicke Überraschung gesorgt. Im mitreißenden Zweitliga-Duell beim VfL Bochum gewannen die Adlerträger mit 2:1 und feierten damit einen echten Auswärtscoup. Der Mann des Tages war Josh Mees, der mit zwei Traumtoren zum gefeierten Matchwinner avancierte.
Vor stimmungsvoller Kulisse im Bochumer Ruhrstadion legten die Gastgeber schwungvoll los. Bereits in der dritten Minute prüfte Hofmann mit einem Seitfallzieher SCP-Keeper Schenk, der aber sicher parierte. Münster brauchte einige Minuten, um ins Spiel zu finden, stellte sich dann jedoch zunehmend besser auf den Druck des VfL ein. Die erste große Möglichkeit für die Gäste hatte Schulz nach schönem Zuspiel von ter Horst, scheiterte jedoch freistehend (14.).
Nur wenige Minuten später machte es Josh Mees besser: Nach feinem Pass von Schulz ließ er mehrere Gegenspieler aussteigen und schlenzte den Ball in den Winkel – ein absolutes Traumtor zum 1:0 (28.). Die rund 2.000 mitgereisten Münster-Fans waren aus dem Häuschen.
Der Rückstand weckte die Bochumer auf. Der VfL erhöhte nun das Tempo, Münster verteidigte leidenschaftlich. In der 43. Minute fiel dennoch der Ausgleich: Nach einer unübersichtlichen Szene im Strafraum bugsierte SCP-Verteidiger ter Horst den Ball unglücklich Richtung Tor. Zwar prüfte der VAR noch eine mögliche Abseitsstellung, doch am Ende wurde das Tor Bochums Hofmann zugeschrieben. Mit einem 1:1 zur Pause war für beide Seiten alles offen.
Kaum war die zweite Hälfte angepfiffen, schlug Mees erneut zu. Aus knapp 30 Metern zog der Offensivmann ab, der Ball knallte an den Innenpfosten und sprang unhaltbar für Torhüter Horn ins Netz – das 2:1 für Münster (49.). Ein Treffer, der in jedem Saisonrückblick seinen Platz finden dürfte.
Bochum reagierte mit einem Dreifachwechsel (60.) und erhöhte spürbar den Druck. Immer wieder suchten sie den Weg über die Flügel, fanden aber kaum Mittel gegen die sattelfeste SCP-Abwehr. Heuer blockte einen gefährlichen Schuss (67.), Schenk war bei Standards mehrfach zur Stelle. Münster dagegen konzentrierte sich zunehmend auf das Verteidigen, zumal Mees nach einem Kopfverletzung ausgewechselt werden musste (81.).
Die letzten Minuten gerieten zu einem Nervenspiel. Bochum warf alles nach vorne, selbst Keeper Horn tauchte bei Freistößen im Strafraum auf. Doch Münster verteidigte mit Mann und Maus – jeder Zweikampf, jede Kopfballabwehr wurde vom Gästeblock frenetisch gefeiert. In der 97. Minute hatte Schenk noch einmal den Ball sicher, dann war Schluss. Der SCP brachte die knappe Führung über die Zeit.
Statistisch unterstrich Münster seine starke Leistung: Über 500 gespielte Pässe und eine Passquote von 95 Prozent dokumentierten die spielerische Qualität. Entscheidend aber war die kompromisslose Defensivarbeit in den Schlussminuten, mit der die Adlerträger den Bochumer Dauerdruck abwehrten.