Corona könnte langfristig die Augen schädigen: Neue Studie und Hinweise aus Münster

Der Anstieg der Corona-Viruslast im Abwasser von NRW-Klärwerken deutet auf vermehrte Infektionen hin. Erfahren Sie mehr über die aktuellen Entwicklungen und Empfehlungen.
Foto: Fusion Medical Animation on Unsplash

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Eine neue Studie aus den USA wirft Fragen zu möglichen Spätfolgen einer Corona-Infektion auf. Forschende der University of Missouri School of Medicine berichten, dass SARS-CoV-2 die natürlichen Schutzbarrieren der Netzhaut überwinden kann. Das Virus sei bei Mäusen bereits wenige Stunden nach einer Infektion in der Retina nachweisbar gewesen, obwohl es ursprünglich nur über die Atemwege aufgenommen wurde. Die Untersuchungen zeigen deutliche entzündliche Reaktionen im Augenbereich, die langfristig zu Mikroaneurysmen, Blutungen oder anderen Netzhautveränderungen führen könnten. Auch symptomlose Verläufe seien nicht ausgeschlossen.

Die Forschenden raten deshalb dazu, bei anhaltenden Beschwerden wie Sehverschlechterungen oder ungewöhnlichen Irritationen eine augenärztliche Kontrolle in Betracht zu ziehen. Eine generelle Untersuchungspflicht oder eine offizielle Empfehlung für alle Genesenen gibt es derzeit nicht.

Forschung aus Münster liefert bereits länger Hinweise auf mögliche Netzhautbeteiligung

Auch an der Universität Münster wird seit einiger Zeit untersucht, ob SARS-CoV-2 langfristige Auswirkungen auf das Auge haben kann. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät konnte bereits 2022 zeigen, dass das Virus in Labormodellen menschliche Netzhautzellen infizieren und sich darin vermehren kann. Diese Experimente mit sogenannten Organoiden lassen darauf schließen, dass das Auge prinzipiell ein möglicher Ort viraler Schädigungsprozesse sein könnte.

Die Studie aus Münster war explorativ angelegt und basierte nicht auf Untersuchungen an Patientinnen oder Patienten. Dennoch kamen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu dem Schluss, dass Long-COVID auch Veränderungen an der Netzhaut umfassen könnte. Dieser Hinweis erhielt damals wenig öffentliche Aufmerksamkeit, gewinnt nun aber im Zusammenhang mit internationalen Studien an Relevanz.

Was Betroffene jetzt wissen sollten

Aktuell raten Fachleute vor allem dazu, mögliche Beschwerden ernst zu nehmen. Wer nach einer Corona-Infektion Symptome wie verschwommenes Sehen, Lichtblitze oder zunehmende Irritationen bemerkt, sollte diese medizinisch abklären lassen. Wie häufig solche Komplikationen tatsächlich auftreten und welche Risikogruppen besonders betroffen sein könnten, lässt die bisherige Datenlage offen.

Fest steht jedoch, dass in Deutschland seit 2020 Millionen Menschen eine Corona-Infektion durchlebt haben. Die neuen Erkenntnisse rücken das Auge nun stärker in den Fokus möglicher Langzeitfolgen und machen deutlich, dass Long-COVID ein deutlich komplexeres Krankheitsbild bleibt, als lange angenommen.

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