Ungewöhnliches Bauprojekt genehmigt: Zirkulärer Pavillon kommt auf den Domplatz

Auf dem Domplatz in Münster entsteht 2026 ein ungewöhnlicher Pavillon aus wiederverwendeten Baumaterialien. Das Projekt der FH Münster setzt auf zirkuläres Bauen und lädt zum Mitmachen ein.
Architekturstudierende haben den zirkulären Pavillon und die besonderen Fassaden für die kreisl Kiste aus Wertstoffen entworfen – hier im Bild vor einem Mock-up mit Prof. Dr. Anja Rosen (Mitte, r.). (Foto: FH Münster)

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Münster. Mitten in der Innenstadt soll 2026 ein Bauwerk entstehen, das in Münster so noch nicht zu sehen war. Auf dem Domplatz ist ein temporärer Pavillon geplant, der nahezu vollständig aus wiederverwendeten Baumaterialien besteht. Das Projekt verbindet Architektur, Nachhaltigkeit und öffentliche Debatte – und sucht dafür noch weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

Temporärer Bau für Ausstellung und Austausch

Von Frühjahr bis Spätsommer 2026 soll der Pavillon nordöstlich des Domplatzes in Richtung Domgasse stehen. Geplant ist ein offener Ort für Ausstellungen, Workshops, Vorträge und Diskussionsrunden rund um nachhaltige Entwicklung und zirkuläre Wertschöpfung. Darüber hinaus soll der Pavillon auch Raum für Begegnung bieten, etwa als Treffpunkt zum Austausch bei einem Getränk gegen Spende. Nach der Nutzungsphase wird das Gebäude wieder abgebaut und für weitere Einsätze eingelagert.

Projekt der FH Münster mit regionalen Partnern

Hinter dem Vorhaben steht das Projekt „kreisl“ der FH Münster, das sich intensiv mit den Herausforderungen der Circular Economy im Bausektor beschäftigt. Die Bauherrschaft und Projektleitung liegen bei der TAFH Münster GmbH. Der jetzt genehmigte Bauantrag für den Pavillon mit dem Namen „kreisl Kiste“ markiert einen wichtigen Meilenstein nach einer langen Planungsphase.

Entwurf folgt der Materialverfügbarkeit

Eine Besonderheit des Projekts liegt im umgekehrten Planungsansatz. Statt zunächst einen Entwurf zu entwickeln und anschließend passende Materialien zu beschaffen, wurde zuerst geprüft, welche Bauteile bereits verfügbar sind. Unter dem Prinzip „Design follows Availability“ entstand so ein Pavillon, dessen Konstruktion sich konsequent an vorhandenen Ressourcen orientiert. Fenster aus einer abgebrochenen Schule in Sprakel, Fassadenelemente aus ausgedienten LCD-Bildschirmfolien und zahlreiche weitere wiederverwendete Bauteile prägen das Gebäude.

Studierende bauen Fassaden aus Wertstoffen

Die Planung von Architektur und Tragwerk wird an der Münster School of Architecture umgesetzt. Studierende entwerfen und fertigen die Fassadenelemente in den Werkstätten der Hochschule. Auch die technische Gebäudeausstattung wird als Lehr- und Forschungsgegenstand genutzt, um rechtliche und technische Grenzen der Kreislaufwirtschaft im Bauwesen sichtbar zu machen und zu hinterfragen.

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Unterstützung und Crowdfunding gesucht

Für die Fertigstellung einzelner Bauteile, insbesondere der Fassaden, setzt das Projektteam zusätzlich auf eine Crowdfunding-Kampagne, die noch bis Ende März läuft. Darüber hinaus werden Menschen gesucht, die während der Betriebszeit eigene Formate wie Workshops oder Vorträge im Pavillon anbieten möchten. Eine digitale Informationsveranstaltung für Interessierte ist Anfang Februar geplant.

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Gemeinschaftsprojekt mit vielen Akteuren

Die „kreisl Kiste“ wird von zahlreichen Partnern aus dem Münsterland unterstützt, darunter kommunale Einrichtungen, Handwerksbetriebe, Unternehmen und Initiativen aus den Bereichen Bau, Umwelt und Ernährung. Gefördert wird das Projekt durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen aus dem Zukunftsfonds. Ziel ist es, den Pavillon als reales Experimentierfeld zu nutzen und Erkenntnisse für zukünftiges zirkuläres Bauen zu gewinnen.

Temporärer Pavillon aus wiederverwendeten Baustoffen entsteht 2026 auf dem Domplatz in Münster.
Der Entwurf der kreisl Kiste stammt von den Architekturstudierenden Jakob Eisermann und Noah van Loon: Ein Pavillon mit Schmetterlingsdach und Faltwänden. (Bild: Jakob Eisermann und Noah van Loon) Ein Mock-up eines Pavillons

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