Drohnensichtung legt Flughafen Leipzig/Halle zeitweise lahm

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Der Flugbetrieb am Flughafen Leipzig/Halle ist in der Nacht zum Mittwoch nach einer Drohnensichtung vorübergehend vollständig eingestellt worden. Während des anschließenden Polizeieinsatzes wurde an der südlichen Start- und Landebahn zusätzlich ein verdächtiger Gegenstand entdeckt. Ein Passagierflug und mehrere Frachtmaschinen mussten umgeleitet werden. Nach rund zwei Stunden konnte der Verkehr über die Nordbahn wieder aufgenommen werden. Die Südbahn blieb am Mittwochmorgen zunächst für weitere Ermittlungen gesperrt.

Flugbetrieb nach Sichtung kurz nach Mitternacht gestoppt

Der sicherheitsrelevante Vorfall begann nach Angaben der Polizeidirektion Leipzig etwa um Mitternacht. Zunächst war im Bereich des Flughafens ein Flugobjekt gesichtet worden, das von der Polizei als Drohne bezeichnet wurde. Daraufhin wurde der Flugbetrieb vollständig unterbrochen. Bundespolizei und sächsische Landespolizei waren mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort.

Nach etwa zwei Stunden wurde die nördliche Start- und Landebahn wieder freigegeben. Einzelnen Angaben zufolge endete die vollständige Betriebssperre gegen 1.55 Uhr. Der reguläre Verkehr konnte anschließend über die Nordbahn abgewickelt werden. Zu größeren Einschränkungen im morgendlichen Passagierverkehr lagen zunächst keine Angaben vor.

Passagiermaschine nach Nürnberg umgeleitet

Von der Sperrung waren ein Passagierflug sowie mehrere Frachtmaschinen betroffen. Eine genaue Gesamtzahl der umgeleiteten Flüge nannten Polizei und Flughafen zunächst nicht. Bestätigt ist, dass eine aus Palma de Mallorca kommende Maschine der Fluggesellschaft Marabu zunächst nach Nürnberg auswich. Sie setzte ihren Flug später fort und erreichte Leipzig/Halle noch in der Nacht.

Für mehrere Frachtflugzeuge waren ebenfalls Ausweichlandungen erforderlich. Zu deren Zielen lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Zusätzlich verzögerten sich geplante Abflüge bis in die Morgenstunden. Besonders betroffen war damit der nächtliche Frachtverkehr, der am Flughafen Leipzig/Halle einen erheblichen Teil des Betriebs ausmacht.

Verdächtiger Gegenstand an der Südbahn gesichert

Während der Suche nach der Drohne entdeckten die Einsatzkräfte an der südlichen Start- und Landebahn einen unbekannten Gegenstand. Die Bundespolizei untersuchte und sicherte ihn. Dabei kam nach Angaben der Polizei auch Spezialtechnik zum Einsatz. Eine akute Gefahr bestand demnach am Mittwochmorgen nicht.

Was genau gefunden wurde, war zunächst nicht öffentlich bekannt. Auch ein möglicher Zusammenhang zwischen der Drohnensichtung und dem Gegenstand war nicht bestätigt. Weitergehende Darstellungen über dessen Beschaffenheit oder eine mögliche technische Vorrichtung waren zunächst nicht amtlich belegt. Die Südbahn blieb für die Untersuchung des Fundorts und die weiteren Ermittlungen gesperrt.

Ermittlungen liegen bei der Polizeidirektion Leipzig

Die weiteren Ermittlungen übernahm die Polizeidirektion Leipzig. Offen blieb zunächst, wer die Drohne gesteuert haben könnte und von welchem Ort sie gestartet wurde. Auch zur Flugroute, zur Größe des Geräts und zur Dauer der Sichtung gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Die Behörden prüfen zudem, ob zwischen dem Flugobjekt und dem Fund an der Südbahn ein Zusammenhang besteht. Hinweise auf ein konkretes Motiv oder einen bestimmten Urheber lagen zunächst nicht vor. Der übrige Flughafenbetrieb wurde über die Nordbahn fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei bestand keine unmittelbare Gefahr für Beschäftigte, Reisende oder die Bevölkerung im Umfeld des Flughafens.

Leipzig/Halle ist zentrales europäisches Frachtdrehkreuz

Der Flughafen Leipzig/Halle gehört mit einem jährlichen Frachtaufkommen von rund 1,4 Millionen Tonnen zu den größten Luftfrachtstandorten Europas und ist nach Frankfurt das zweitgrößte deutsche Frachtdrehkreuz. Besondere Bedeutung hat der Airport als europäisches Drehkreuz von DHL Express. Ein großer Teil der Frachtbewegungen findet in den Nachtstunden statt.

Eine vollständige Sperrung kann deshalb auch innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Transportketten beeinflussen. Neben verspäteten Starts und Landungen können Umleitungen zusätzliche Wege, höhere Kosten und Verzögerungen bei der Weiterverteilung von Expresssendungen verursachen. DHL bestätigte einen von den Behörden untersuchten Vorfall, machte zunächst jedoch keine konkreten Angaben zu betrieblichen oder finanziellen Folgen.

Bereits 18 Drohnenvorfälle im ersten Halbjahr

Unerlaubte Drohnenflüge haben den Luftverkehr in Deutschland zuletzt wiederholt beeinträchtigt. Die Deutsche Flugsicherung registrierte im ersten Halbjahr 2026 bundesweit 145 entsprechende Vorfälle. In 90 Prozent der Fälle ereigneten sich die Störungen im Großraum von Flughäfen. Am Flughafen Leipzig/Halle wurden in diesem Zeitraum bereits 18 Vorfälle gezählt.

Bundesweit führten Drohnensichtungen im Jahr 2025 an 25 Flughäfen zu insgesamt 116 vollständigen oder teilweisen Sperrungen. Befindet sich eine Drohne im Anflug- oder Abflugbereich, können einzelne Pisten oder der gesamte Flughafen geschlossen werden. Solche Sperrungen dauern nach Angaben der Flugsicherung in der Regel mindestens 30 Minuten und werden zwischen Flugsicherung, Flughafen und Polizei abgestimmt.

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