
Die ICE-Direktverbindung Berlin Paris ist vorerst unterbrochen. Reisende können derzeit nicht mehr ohne Umstieg zwischen der deutschen und der französischen Hauptstadt fahren. Die Deutsche Bahn nennt technische Probleme mit dem europäischen Zugsicherungssystem als Ursache. Einen Termin, an dem der durchgehende Verkehr wieder aufgenommen werden kann, gibt es bislang nicht.
Betroffen ist die technische Ausrüstung der ICE-Züge für das europäische Zugleit- und Sicherungssystem. Die Deutsche Bahn verweist dabei auf Technik des Herstellers Alstom und hat das Unternehmen aufgefordert, die Probleme möglichst schnell zu beseitigen.
Alstom arbeitet nach eigenen Angaben an einer Lösung. Wie lange die Arbeiten dauern werden, ist bislang offen. Die Direktverbindung wird seit Ende Juli nicht mehr vollständig zwischen Berlin und Paris gefahren. In den Buchungssystemen werden derzeit auch für die kommenden Monate keine durchgehenden Tagesverbindungen angeboten. Daraus lässt sich allerdings kein fester Endtermin für die Störung ableiten.
Von der Einschränkung betroffen ist das tägliche Zugpaar ICE 9590 und ICE 9591. Der ICE 9590, der regulär Berlin mit Paris verbindet, wird derzeit erst ab Frankfurt am Main als deutsch-französischer Hochgeschwindigkeitszug weitergeführt. In der Gegenrichtung fährt der ICE 9591 von Paris ebenfalls nur bis Frankfurt als Teil der bisherigen Direktverbindung.
Damit fällt nicht die gesamte Zugverbindung zwischen Deutschland und Frankreich aus. Der entscheidende Unterschied für Reisende aus Berlin, Halle oder Erfurt ist der notwendige Umstieg auf dem Weg nach Paris beziehungsweise auf der Rückfahrt nach Berlin.
Zwischen Berlin und Paris bleiben zahlreiche Verbindungen mit Umstieg verfügbar. Die Deutsche Bahn nennt Frankfurt am Main und Mannheim als zentrale Umsteigepunkte. Für Reisende aus Berlin, Halle und Erfurt stehen nach Angaben des Unternehmens täglich bis zu neun Reisemöglichkeiten zwischen den beiden Hauptstädten zur Verfügung.
Ein Beispiel zeigt der Fahrplan für Samstag, 8. August: Reisende können von Berlin nach Frankfurt fahren und dort in ICE 9590 nach Paris wechseln. Auch weitere Verbindungen führen über Frankfurt, Mannheim oder Karlsruhe und anschließend mit ICE oder TGV nach Paris Est.
Wer bereits eine Fahrkarte für den ausgefallenen durchgehenden Zug besitzt, sollte die aktuelle Verbindung im DB Navigator oder in der Reiseauskunft prüfen.
Fällt eine gebuchte Verbindung aus, können Reisende nach den Fahrgastrechte-Regeln eine alternative Verbindung nutzen. Bei Tickets mit Zugbindung wird diese bei einem entsprechenden Zugausfall aufgehoben. Für internationale Reisen gelten allerdings Besonderheiten, insbesondere bei reservierungspflichtigen Zügen zwischen Deutschland und Frankreich.
Wer die Reise wegen des Ausfalls nicht antreten möchte und dadurch mit einer erwarteten Verspätung von mindestens 60 Minuten am Ziel rechnen müsste, kann nach den Fahrgastrechten vom Reisevertrag zurücktreten und die Erstattung des Fahrkartenpreises verlangen.
Wer die Fahrt antritt und mindestens 60 Minuten verspätet am gebuchten Zielbahnhof eintrifft, kann 25 Prozent des Fahrkartenpreises zurückfordern. Ab 120 Minuten beträgt die Entschädigung 50 Prozent. Anträge können bei der Deutschen Bahn unter anderem digital über das Kundenkonto beziehungsweise über das Fahrgastrechteverfahren gestellt werden.
Die direkte Tagesverbindung zwischen Berlin und Paris wurde am 16. Dezember 2024 eingeführt. Zuvor waren Reisen zwischen beiden Hauptstädten tagsüber nur mit Umstieg möglich. Für die rund achtstündige Fahrt setzte die Bahn ICE-3-Züge ein, die für den Verkehr auf dem deutschen und französischen Hochgeschwindigkeitsnetz zugelassen sind.
Zum Fahrplanwechsel im Dezember 2025 wurde der Laufweg verändert. Seitdem führt die Verbindung von Berlin unter anderem über Halle, Erfurt, Frankfurt am Main, Karlsruhe und Straßburg nach Paris. Dadurch erhielten auch Halle und Erfurt eine direkte Tagesverbindung nach Frankreich.
Die Verbindung entwickelte sich nach Angaben der Deutschen Bahn schnell zu einem stark genutzten internationalen Angebot. Im ersten Betriebsjahr reisten fast 250.000 Menschen mit dem direkten ICE zwischen Berlin und Paris.
Die Strecke ist Teil der seit 2007 bestehenden Kooperation von Deutscher Bahn und SNCF im deutsch-französischen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Neben Berlin bestehen direkte ICE- und TGV-Verbindungen unter anderem zwischen Paris und Frankfurt, Stuttgart sowie zeitweise weiteren deutschen Städten.
Der Ausfall bedeutet deshalb nicht das Ende des Bahnverkehrs zwischen Berlin und Paris. Reisende müssen jedoch bis zur Behebung der technischen Probleme auf Verbindungen mit mindestens einem Umstieg ausweichen.






Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu