Schott Pharma Aktie rückt nach höherer Prognose wieder in den Fokus

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Schott Pharma Aktie hat Anfang Juli 2026 neuen Rückenwind erhalten. Der Mainzer Spezialist für Pharma-Verpackungen und Verabreichungssysteme meldete nach Börsenschluss am 8. Juli vorläufige Zahlen für das dritte Geschäftsquartal und hob zugleich die Prognose für das Gesamtjahr an. Am 9. Juli reagierte die Aktie im frühen Handel deutlich positiv. An der Börse Stuttgart lag der Kurs am Vormittag bei 20,55 Euro, ein Plus von 9,08 Prozent gegenüber dem Vortag. Das Tagestief lag bis dahin bei 18,92 Euro, das Tageshoch bei 20,65 Euro.

Prognose angehoben nach starkem Q3

Schott Pharma hat die Jahresprognose angehoben. Grundlage sind Fortschritte im dritten Quartal sowie eine Erwartung an anhaltende Nachfrage in wichtigen Produktgruppen. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit einer höheren EBITDA-Marge als zuvor, statt zuvor rund 27 Prozent. Ein zusätzlicher Faktor ist eine Einigung mit einem wichtigen Kunden im Bereich Glasspritzen. Nach Angaben des Unternehmens enthält die Vereinbarung sowohl umsatzbezogene als auch kompensierende Komponenten, die künftige Perioden beeinflussen sollen.

Halbjahr zeigt stabiles Geschäft mit gemischter Spartenentwicklung

Die zuvor veröffentlichten Halbjahreszahlen hatten bereits ein stabiles Bild gezeigt, allerdings mit deutlichen Unterschieden zwischen den Segmenten. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2026 erzielte Schott Pharma einen Umsatz von 488,1 Millionen Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Plus von 2,3 Prozent, berichtet lag das Wachstum bei 1,0 Prozent. Das EBITDA blieb mit 129,8 Millionen Euro nahezu unverändert. Die EBITDA-Marge lag bei 26,6 Prozent nach 27,0 Prozent im Vorjahreszeitraum.

Segment Drug Containment Solutions treibt Wachstum

Im Segment Drug Containment Solutions, das Karpulen, Vials und Fläschchen umfasst, stieg der Umsatz im ersten Halbjahr auf 286,4 Millionen Euro. Währungsbereinigt entsprach das einem Wachstum von 8,3 Prozent. Schott Pharma verwies dabei auf eine weiter hohe Nachfrage nach sterilen Karpulen, Vials und Spezialfläschchen. Das Segment-EBITDA legte überproportional auf 71,8 Millionen Euro zu, die Marge verbesserte sich auf 25,1 Prozent.

Spritzen unter Druck durch mRNA-Effekt

Schwächer entwickelte sich dagegen das Segment Drug Delivery Systems. Dort bündelt Schott Pharma Glas- und Polymerspritzen. Der Umsatz sank im ersten Halbjahr währungsbereinigt um 5,4 Prozent auf 201,8 Millionen Euro. Grund war eine geringere Nachfrage nach Polymerspritzen im Zusammenhang mit rückläufigen mRNA-Impfungen. Eine hohe Nachfrage nach vorfüllbaren Glasspritzen, besonders für GLP-1-Therapien, konnte diesen Rückgang nur teilweise ausgleichen.

Analysten reagieren zunehmend positiver

Die Analystenstimmung hatte sich bereits vor der Ad-hoc-Meldung aufgehellt. Deutsche Bank Research hob Schott Pharma am 6. Juli von Hold auf Buy an. Weitere Häuser dürften ihre Modelle nach der Prognoseerhöhung ebenfalls anpassen. Die verbesserte Sichtbarkeit im Spritzengeschäft wird von Analysten als entscheidender Punkt gewertet.

Langfristige Trends, aber abhängig von Produktzyklen

Schott Pharma steht exemplarisch für einen Teil der Pharma-Lieferkette, der von langfristigen Trends profitieren kann. Dazu gehören injizierbare Medikamente, Selbstverabreichung, vorfüllbare Spritzen, GLP-1-Therapien und sterile Verpackungslösungen. Gleichzeitig zeigen die Halbjahreszahlen, dass einzelne Produktzyklen deutlich wirken können. Die schwächere Nachfrage nach Polymerspritzen für mRNA-Impfstoffe belastete das Spritzengeschäft spürbar.

Aktie bleibt unter dem Jahreshoch

Für den Markt ist deshalb weniger das Halbjahr allein entscheidend, sondern die Kombination aus Prognoseerhöhung, stärkerem dritten Quartal und der Einigung mit einem wichtigen Glasspritzen-Kunden. Die Aktie bleibt nach dem starken Kursanstieg Anfang Juli dennoch unter ihrem 52-Wochen-Hoch. An der Börse Stuttgart wurde dieses mit 26,90 Euro angegeben, das 52-Wochen-Tief mit 12,62 Euro.

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