
Ein Stromausfall in Dortmund hat am Samstagnachmittag Teile der Innenstadt zeitweise lahmgelegt. Nach Angaben des örtlichen Netzbetreibers DEW21 waren rund 1.200 Haushalte betroffen. Besonders sichtbar waren die Folgen auf dem Westenhellweg, einer der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt. Dort fiel in mehreren Geschäften der Strom aus, Kassensysteme und Beleuchtung funktionierten nicht mehr und einzelne Läden beendeten ihren Verkauf vorzeitig. Auch mehrere Stadtbahnstationen waren betroffen. Der eigentliche Bahnverkehr konnte allerdings weiterlaufen.
Die Störung begann am Samstag, 8. August, gegen 15.45 Uhr. Betroffen waren Teile der Dortmunder City sowie Bereiche des Kreuzviertels und des Unionviertels. Für einzelne Straßenzüge liegt bislang keine vollständige offizielle Aufstellung vor. Bekannt ist jedoch, dass vor allem auf der nördlichen Seite des Westenhellwegs zahlreiche Geschäfte zeitweise ohne Strom waren. Insgesamt sprach DEW21 von rund 1.200 betroffenen Haushalten.
Der Zeitpunkt traf die Innenstadt mitten im Samstagsgeschäft. Ohne Strom funktionierten in betroffenen Läden unter anderem Beleuchtung, elektronische Kassensysteme sowie Rolltreppen und Aufzüge nicht mehr. Mehrere Händler schlossen deshalb vor dem regulären Ladenschluss. Wie viele Geschäfte tatsächlich betroffen waren, wurde nicht beziffert. Auch eine vollständige Liste der betroffenen Gebäude veröffentlichte der Netzbetreiber zunächst nicht.
Auswirkungen gab es auch im öffentlichen Nahverkehr. Betroffen waren unter anderem die Stationen Stadtgarten, Stadthaus und Möllerbrücke. Dort standen zeitweise Rolltreppen und Aufzüge still. Der eigentliche Stadtbahnverkehr wurde dadurch allerdings nicht eingestellt. Die Leitstelle von DSW21 bestätigte während der Störung, dass die Bahnen weiterhin fuhren.
Gegen 16.45 Uhr war die Stromversorgung in den betroffenen Stadtbahnstationen wieder hergestellt. Hinweise auf einen Ausfall des Dortmunder Hauptbahnhofs im Zusammenhang mit dieser Störung lagen zunächst nicht vor. Ebenso gab es keine bestätigten Angaben darüber, dass der Bahnverkehr am Hauptbahnhof wegen des Stromausfalls beeinträchtigt wurde. Für größere Ausfälle von Ampelanlagen lagen ebenfalls keine gesicherten Angaben vor.
Durch einen Stromausfall können Aufzüge unmittelbar stehen bleiben. Für den Dortmunder Ausfall wurde bestätigt, dass Aufzüge in mehreren betroffenen Gebäuden und Stadtbahnstationen zeitweise nicht genutzt werden konnten. Dass Menschen in Aufzügen eingeschlossen waren und von der Feuerwehr befreit werden mussten, war zunächst jedoch nicht bestätigt.
Auch von größeren Rettungseinsätzen infolge des Stromausfalls wurde zunächst nichts bekannt. Die Auswirkungen konzentrierten sich damit vor allem auf Haushalte, den Einzelhandel und technische Einrichtungen in einigen Haltestellen. Besonders deutlich bekamen Besucher der Innenstadt die Störung am Westenhellweg zu spüren, weil Geschäfte ihre Türen schlossen und technische Anlagen ausfielen.
Die Störung war vergleichsweise schnell behoben. Gegen 16.45 Uhr funktionierten die Anlagen in den betroffenen Stadtbahnstationen wieder. Wenig später waren nach Angaben, die sich auf die DEW21-Leitstelle beriefen, sämtliche betroffenen Haushalte erneut an das Stromnetz angeschlossen. Gegen 17.15 Uhr galt die Versorgung demnach als vollständig wiederhergestellt.
Damit dauerte der Ausfall für große Teile des betroffenen Gebiets ungefähr eine bis eineinhalb Stunden. Abhängig vom jeweiligen Netzabschnitt kann die tatsächliche Unterbrechungsdauer unterschiedlich gewesen sein. Frühere Schätzungen, wonach die Störung möglicherweise bis in den Abend dauern könnte, bestätigten sich nicht.
Zur technischen Ursache gab es am Samstag unterschiedliche Angaben. Ein Lokalbericht nannte unter Berufung auf die Leitstelle von DEW21 eine Kabelstörung. Der WDR berichtete dagegen am frühen Abend unter Berufung auf den Netzbetreiber, die genaue Ursache sei weiterhin unbekannt und werde untersucht.
Eine weitergehende technische Erklärung des Netzbetreibers lag zunächst nicht vor. Damit blieb insbesondere offen, an welchem Kabel oder in welchem Netzabschnitt die Störung entstanden war und wodurch sie ausgelöst wurde. Hinweise auf Sabotage oder einen gezielten Angriff gab es nicht. Dafür lagen keinerlei belastbare Anhaltspunkte vor.
Lokale Stromausfälle wie in Dortmund kommen immer wieder vor, beispielsweise durch technische Defekte, beschädigte Kabel, Bauarbeiten oder Wettereinflüsse. Im internationalen Vergleich gilt das deutsche Stromnetz dennoch als ausgesprochen zuverlässig. Nach den jüngsten veröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche Nichtverfügbarkeit der Stromversorgung im Jahr 2024 bei 11,68 Minuten je angeschlossenem Letztverbraucher.
Im Jahr zuvor waren es noch 12,8 Minuten gewesen. Der Wert für 2024 lag zudem unter dem Zehnjahresmittel von 12,7 Minuten. Für die Statistik melden Netzbetreiber der Bundesnetzagentur Versorgungsunterbrechungen, die länger als drei Minuten dauern. 2024 wurden allein in der Niederspannungsebene rund 146.700 Unterbrechungen erfasst. Entscheidend für die Einordnung ist deshalb nicht allein die Zahl einzelner Störungen, sondern wie viele Verbraucher betroffen sind und wie lange die Versorgung tatsächlich unterbrochen bleibt.
Bei einem Stromausfall empfiehlt es sich zunächst zu prüfen, ob lediglich die eigene Wohnung betroffen ist. Sicherungen und Fehlerstromschutzschalter können kontrolliert und Nachbarn gefragt werden, ob bei ihnen ebenfalls der Strom ausgefallen ist. Betrifft die Störung mehrere Gebäude, sollte der zuständige Netzbetreiber informiert beziehungsweise dessen Störungsinformationen überprüft werden.
DEW21 empfiehlt außerdem, elektrische Geräte möglichst auszuschalten oder vom Netz zu trennen. Dadurch lassen sich Probleme vermeiden, wenn die Spannung zurückkehrt. Als Lichtquelle sind Taschenlampen sicherer als offene Kerzen. Bei länger dauernden Ausfällen sollten Kühlschrank und Gefrierschrank möglichst geschlossen bleiben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt darüber hinaus eine grundlegende Notfallvorsorge mit Lichtquellen, Batterien, Trinkwasser und haltbaren Lebensmitteln.
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