Weltkatzentag 2026: Millionen Katzen und überlastete Tierheime

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Der Weltkatzentag am 8. August 2026 rückt eines der beliebtesten Haustiere Deutschlands in den Mittelpunkt. 15,7 Millionen Katzen lebten nach den jüngsten verfügbaren Branchendaten im vergangenen Jahr in deutschen Haushalten. Damit liegen Katzen weiterhin deutlich vor Hunden. Gleichzeitig machen Tierschutzorganisationen auf eine andere Seite der Katzenhaltung aufmerksam: Millionen Tiere leben ohne festes Zuhause, während viele Tierheime und Vereine kaum noch Aufnahmekapazitäten haben.

Der internationale Aktionstag wird seit 2002 am 8. August begangen. Häufig wird seine Einführung dem International Fund for Animal Welfare, kurz IFAW, zugeschrieben. Die historische Urheberschaft ist allerdings nicht vollständig eindeutig dokumentiert. Seit 2020 liegt die Betreuung des International Cat Day bei der britischen Tierschutzorganisation International Cat Care. Ziel des Tages ist vor allem, auf Bedürfnisse, verantwortungsvolle Haltung und den Schutz von Katzen aufmerksam zu machen.

15,7 Millionen Katzen leben in deutschen Haushalten

Die Katze bleibt Deutschlands Heimtier Nummer eins. Nach der repräsentativen Erhebung von ZZF und Industrieverband Heimtierbedarf lebten 2025 rund 15,7 Millionen Katzen in 24 Prozent der deutschen Haushalte. In 43 Prozent der Haushalte mit Katzen lebten sogar mindestens zwei Tiere.

Hunde folgen mit deutlichem Abstand. Ihre Zahl lag 2025 bei rund 10,0 Millionen, verteilt auf 20 Prozent der Haushalte. Insgesamt lebten 33,4 Millionen Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Ziervögel in Deutschland. Mindestens ein Heimtier gab es in 43 Prozent aller Haushalte.

Die Katzenpopulation ist damit gegenüber dem Höhepunkt während der Corona-Zeit wieder etwas gesunken. Für 2021 hatten ZZF und IVH noch 16,7 Millionen Katzen gezählt. 2023 waren es 15,7 Millionen, 2024 kurzfristig 15,9 Millionen und 2025 wieder 15,7 Millionen. Die langfristige Bedeutung der Katze als häufigstes Heimtier hat sich dadurch jedoch nicht verändert.

Rund 800 Euro laufende Kosten pro Jahr

Wer eine Katze hält, muss neben Zeit und Verantwortung auch regelmäßige Ausgaben einkalkulieren. Der Deutsche Tierschutzbund veranschlagt als grobe Mindestgröße etwa 800 Euro pro Jahr. Enthalten sind unter anderem Futter, Katzenstreu, Gesundheitskontrollen, Impfungen, Entwurmungen und Parasitenbehandlungen.

Hinzu kommen nach dieser Berechnung zunächst etwa 200 bis 500 Euro für die Grundausstattung, beispielsweise Katzentoiletten, Näpfe, Schlafplätze, Kratzmöglichkeiten und Spielzeug. Kosten für zusätzliche Erkrankungen, Medikamente, Operationen, Kastration oder andere aufwendige tierärztliche Behandlungen können erheblich darüber liegen.

Für ein angenommenes Katzenleben von 16 Jahren errechnet der Tierschutzbund Mindestkosten von rund 13.300 Euro. Die tatsächlichen Ausgaben können allerdings deutlich höher ausfallen, insbesondere bei chronischen Krankheiten oder intensiver tiermedizinischer Betreuung.

Bundesweite Zahl der Tierheimkatzen gibt es nicht

Wie viele Katzen sich an einem bestimmten Tag insgesamt in deutschen Tierheimen befinden, lässt sich nicht seriös mit einer einzigen Zahl beantworten. Eine vollständige bundesweite Bestandsstatistik sämtlicher Tierheime und Tierschutzvereine existiert nicht. Die Erhebungen des Deutschen Tierschutzbundes zeigen jedoch deutlich, wie angespannt die Situation inzwischen ist.

Im neuen Katzenschutzreport gaben nur 3 Prozent der befragten Vereine, die Katzen aufnehmen, an, zuletzt ausreichend freie Kapazitäten gehabt zu haben. 35 Prozent waren fast immer ausgelastet. Weitere 45 Prozent mussten wegen Überbelegung zeitweise Aufnahmestopps verhängen. Insgesamt beteiligten sich 591 dem Deutschen Tierschutzbund angeschlossene Vereine an der zugrunde liegenden Befragung.

Bereits für 2024 hatte der Verband eine starke Zunahme registriert. Mehr als zwei Drittel der Vereine mussten gegenüber dem Vorjahr mehr Katzen aufnehmen. Besonders problematisch ist die Zahl junger Tiere: 72 Prozent der befragten Vereine meldeten damals eine stärkere sogenannte Kittenschwemme.

Tierschutzbund fordert bundesweite Kastrationspflicht

Einen wichtigen Grund für die Belastung sieht der Deutsche Tierschutzbund in der unkontrollierten Vermehrung von Katzen. In Deutschland leben nach Angaben des Verbands mehrere Millionen Straßenkatzen. Eine exakte Zahl lässt sich nicht ermitteln, weil viele Tiere versteckt leben und nicht registriert sind.

Der Verband fordert deshalb eine bundesweit einheitliche Kastrationspflicht für Katzen aus Privathaushalten, die Freigang erhalten. Hinzukommen sollen Kennzeichnung und Registrierung. Derzeit bestehen entsprechende Regelungen je nach Bundesland oder Kommune. Hamburg verpflichtet Freigängerkatzen beispielsweise seit Januar 2026 zur Kastration, Kennzeichnung und Registrierung. Schleswig-Holstein führte zum 1. Juli 2026 ebenfalls eine landesweite Katzenschutzverordnung ein.

Unter Katzenhaltern findet die Forderung nach Angaben des neuen Katzenschutzreports breite Unterstützung. In einer repräsentativen YouGov-Befragung von 1.036 Katzenbesitzern erklärten 92 Prozent, sie würden ihr Tier kastrieren lassen, wenn dadurch Straßenkatzen geholfen und Tierheime entlastet würden. Gleichzeitig war nach der Erhebung etwa jede zehnte gehaltene Katze nicht kastriert.

Straßenkatzen bringen Vereine finanziell ans Limit

Für Tierschutzvereine bedeutet die Versorgung frei lebender Katzen nicht nur viel Arbeit. Auch die Kosten sind erheblich. Die Tiere müssen eingefangen, untersucht, behandelt, kastriert, gekennzeichnet und häufig dauerhaft an betreuten Futterstellen versorgt werden.

83 Prozent der Vereine erhalten laut Katzenschutzreport weniger als die Hälfte der dabei entstehenden Kosten durch öffentliche Mittel erstattet. 34 Prozent bekommen überhaupt keine Erstattung. Eine vollständige Kostendeckung meldete lediglich ein Prozent der befragten Vereine.

Der Deutsche Tierschutzbund verbindet seine Forderung nach einer Kastrationspflicht deshalb mit dem Ruf nach systematischen Kastrationsaktionen und einer ausreichenden Finanzierung des praktischen Katzenschutzes. Kastration allein löse das Problem nicht, wenn Vereine anschließend mit den Kosten für Versorgung und tierärztliche Behandlung weitgehend allein gelassen würden.

Zum Weltkatzentag 2026 laufen mehrere Aktionen

Zum diesjährigen Weltkatzentag hat der Deutsche Tierschutzbund seinen neuen großen Katzenschutzreport veröffentlicht. Die begleitende Kampagne richtet den Blick vor allem auf Straßenkatzen und die Situation der örtlichen Tierschutzvereine.

Auch die Tierschutzorganisation TASSO nutzt den 8. August für eine eigene Aktion. Sie vergibt 2026 insgesamt 9.999 Euro an gemeinnützige Katzenschutzvereine in Deutschland. Das Preisgeld wird auf drei Kategorien für innovative, nachhaltige und neu gegründete Katzenschutzorganisationen verteilt. Bewerbungen sind bis zum 15. September möglich.

Der ZZF nimmt den Weltkatzentag wiederum zum Anlass, auf die Gesundheit gehaltener Katzen aufmerksam zu machen. 2026 liegt der Schwerpunkt wegen der sommerlichen Temperaturen auf ausreichender Flüssigkeitsaufnahme. Der Verband empfiehlt unter anderem mehrere Wasserstellen und eine räumliche Trennung von Futter und Trinkwasser. Gerade Katzen, die überwiegend Trockenfutter erhalten, seien stärker auf zusätzliche Flüssigkeit angewiesen.

Vom Haustiertag zum Tierschutzthema

Damit hat sich der Weltkatzentag längst über einen reinen Aktionstag für Katzenhalter hinaus entwickelt. Deutschlands 15,7 Millionen Hauskatzen zeigen zwar, wie verbreitet die Tierhaltung ist. Gleichzeitig stehen ihnen eine nicht genau bezifferbare Population von Millionen Straßenkatzen und vielerorts ausgelastete Tierheime gegenüber.

Der zentrale Konflikt liegt deshalb weniger bei der Beliebtheit der Katze als beim Umgang mit unkontrollierter Fortpflanzung, fehlender Registrierung und der Finanzierung des Tierschutzes. Genau diese Fragen stehen am Weltkatzentag 2026 stärker im Mittelpunkt als das bloße Feiern des beliebtesten Heimtiers Deutschlands.

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