Deutz-Aktie fest: FFG-Milliardendeal treibt Kurs

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Deutz-Aktie startet am Freitag, 10. Juli 2026, nach den deutlichen Kursgewinnen des Vortages fest in den Frühhandel. Bei Tradegate wurden gegen 8 Uhr Kurse von etwa 9,44 bis 9,45 Euro festgestellt. Damit lag die Aktie rund 1,7 Prozent über dem Xetra-Schlusskurs vom Donnerstag. Ein direkter Vergleich der verschiedenen Handelsplätze ist allerdings nur eingeschränkt aussagekräftig.

Am Donnerstag hatte die Deutz-Aktie im Xetra-Handel 5,99 Prozent auf 9,285 Euro gewonnen. Die Handelsspanne war mit einem Tagestief von 8,855 Euro und einem Hoch von 9,65 Euro ausgesprochen groß. Auslöser war die geplante Übernahme des Rüstungsspezialisten FFG.

Deutz plant größten Zukauf der Unternehmensgeschichte

Deutz will sämtliche Anteile an der Flensburger Fahrzeugbau Gesellschaft, kurz FFG, übernehmen. Der vereinbarte Kaufpreis beläuft sich auf rund 1,6 Milliarden Euro. Etwa eine Milliarde Euro soll über bereits zugesagte Bankkredite finanziert werden. Weitere rund 600 Millionen Euro sollen die Eigentümerfamilien von FFG in Form neu ausgegebener Deutz-Aktien erhalten.

Über die dafür notwendige Kapitalerhöhung soll eine außerordentliche Hauptversammlung im August 2026 entscheiden. Zusätzlich stehen behördliche Genehmigungen aus. Der Abschluss wird zwischen Ende 2026 und dem ersten Quartal 2027 erwartet.

FFG beschäftigt mehr als 1.100 Mitarbeiter und produziert, wartet und modernisiert militärische Rad- und Kettenfahrzeuge. Das Unternehmen erzielte 2025 nach Angaben von Deutz etwa 760 Millionen Euro Umsatz. Der Auftragsbestand soll einem Mehrfachen des Jahresumsatzes entsprechen. FFG würde operativ eigenständig bleiben und zum Kern des Verteidigungsgeschäfts von Deutz werden.

Auftragseingang steigt kräftig

Auch das laufende Geschäft hatte Deutz zuletzt verbessert. Im ersten Quartal 2026 stieg der Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 41,2 Prozent auf 771 Millionen Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 530 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis legte um 45,7 Prozent auf 37,3 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge erreichte 7,0 Prozent.

Der konzernweite Auftragsbestand erreichte Ende März 738,6 Millionen Euro, nach 521 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Klassischer Motorenbau kehrt in die Gewinnzone zurück

Im weiterhin wichtigen Motorengeschäft erhöhte sich der Auftragseingang im ersten Quartal um 26 Prozent auf 373,2 Millionen Euro. Der Umsatz stieg um 5,3 Prozent auf 306,7 Millionen Euro. Besonders die Nachfrage aus dem Baumaschinen- und Bergbausektor zog an. Auch das zuletzt schwache Geschäft mit Landmaschinen zeigte Anzeichen einer Erholung.

Das bereinigte operative Ergebnis des Segments verbesserte sich von minus 0,3 Millionen Euro auf plus 11,5 Millionen Euro. Die Marge stieg damit von minus 0,1 auf 3,7 Prozent.

Verteidigungsgeschäft ist bislang noch vergleichsweise klein

Das Segment erzielte im ersten Quartal ein bereinigtes operatives Ergebnis von 2,9 Millionen Euro und eine Marge von 13,1 Prozent. Deutz weist jedoch selbst darauf hin, dass die noch jungen Verteidigungsaktivitäten durch einzelne Aufträge und Liefertermine stark schwanken. Die geplante FFG-Übernahme würde das Geschäft daher nicht nur ergänzen, sondern seine Größenordnung grundlegend verändern.

Die Kursfantasie beruht damit vor allem auf der erwarteten zukünftigen Bedeutung des Rüstungsgeschäfts. Dem stehen die zusätzliche Verschuldung, die Ausgabe neuer Aktien und die noch ausstehenden Zustimmungen gegenüber.

Analysten sehen Potenzial – alte Kursziele noch ohne FFG-Deal

Auf der Investor-Relations-Seite von Deutz waren am frühen Freitagmorgen sechs aktuelle Analysten-Kursziele einsehbar. Die höchsten Ziele lagen bei 15 Euro bei der DZ Bank und 14 Euro bei Quirin Privatbank. Berenberg, Kepler Cheuvreux, Warburg Research und ODDO BHF nannten Ziele zwischen 12 und 13,20 Euro.

Sämtliche aufgeführten Bewertungen stammen allerdings aus der Zeit vor der Bekanntgabe der FFG-Übernahme. Eine neue Analyse, die den Kaufpreis, die Finanzierung und die zusätzlichen Aktien vollständig berücksichtigt, war dort noch nicht verzeichnet.

Für 2026 erwartet Deutz bislang weiterhin einen Umsatz zwischen 2,3 und 2,5 Milliarden Euro sowie eine bereinigte operative Marge von 6,5 bis 8,0 Prozent. Die Prognose berücksichtigt den geplanten FFG-Zukauf noch nicht. Neue Einblicke in die operative Entwicklung dürfte der Halbjahresbericht am 6. August 2026 liefern.

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