Großbrand in Hann. Münden: 43 Menschen müssen Häuser verlassen

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Der Großbrand in Hann. Münden hat seit Sonntagabend einen umfangreichen Einsatz von Feuerwehr und weiteren Hilfskräften ausgelöst. Auf dem Gelände der ehemaligen Schleifmittelfabrik C. F. Schröder im Stadtteil Neumünden griff ein Feuer nach Angaben der Feuerwehr von einem Schuppen auf mehrere Hallenbereiche über. Drei angrenzende Wohnhäuser wurden vorsorglich evakuiert. Insgesamt mussten 43 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand. Die Bundesstraße 3 blieb am Montagvormittag zwischen Wilhelmshausen und Neumünden gesperrt. Brandursache und Schadenshöhe waren zunächst nicht geklärt.

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Feuer greift von Schuppen auf große Fabrikhalle über

Nach Angaben des Stadtbrandmeisters habe bei Eintreffen der Feuerwehr zunächst ein Schuppen auf dem früheren Fabrikgelände gebrannt. Von dort hätten sich die Flammen zunächst auf eine kleinere Halle und anschließend auf den Dachstuhl eines größeren, leer stehenden Hallengebäudes ausgebreitet. Zeitweise seien die Flammen mehrere Meter hoch aus dem Gebäude geschlagen. Der Stadtbrandmeister sprach von Höhen von bis zu etwa acht Metern.

Im Verlauf des Brandes stürzten Teile der betroffenen Halle ein. Das erschwerte nach Angaben der Feuerwehr die Löscharbeiten erheblich. Wegen der Einsturzgefahr konnten Einsatzkräfte bestimmte Bereiche nicht gefahrlos betreten. Deshalb wurde das Feuer unter anderem von außen und über mehrere Drehleitern bekämpft. Löschwasser förderten die Einsatzkräfte zusätzlich aus der nahe gelegenen Fulda. Unterstützung kam auch von Feuerwehren aus benachbarten Landkreisen.

Gegen 0.30 Uhr in der Nacht zu Montag sei der Brand nach Angaben des Stadtbrandmeisters unter Kontrolle gewesen. Zu diesem Zeitpunkt waren demnach rund 170 Einsatzkräfte vor Ort. Im weiteren Verlauf waren nach Angaben aus dem Einsatzgeschehen bis zu 200 Feuerwehrleute beteiligt. Auch am Montagmorgen war der Einsatz noch nicht vollständig beendet. Die Arbeiten konzentrierten sich unter anderem auf verbliebene Brandstellen und die Sicherung der teilweise eingestürzten Gebäudeteile.

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Feuerwehr verhindert Übergreifen auf Wohnhäuser

Besondere Bedeutung hatte während des Einsatzes die unmittelbare Nähe des Fabrikgeländes zu Wohngebäuden. Nach Angaben der Feuerwehr bestand zeitweise die Gefahr, dass die Flammen auf angrenzende Häuser übergreifen könnten. Den Einsatzkräften sei es gelungen, eine solche Ausbreitung zu verhindern.

Drei benachbarte Wohnhäuser wurden vorsorglich geräumt. Insgesamt mussten 43 Menschen ihre Wohnungen verlassen. Nach Angaben der Feuerwehr seien Betroffene unter anderem in Hotels und Gasthäusern in Hann. Münden untergebracht worden. Verletzte gab es nach dem bis Montagvormittag bekannten Stand nicht.

Wann sämtliche Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren können oder konnten, war zunächst nicht offiziell bestätigt. Neben der eigentlichen Brandentwicklung spielt dabei auch die Sicherheit im Umfeld des teilweise eingestürzten Gebäudes eine Rolle. Angaben über Schäden an den angrenzenden Wohnhäusern lagen zunächst ebenfalls nicht vor. Bestätigt war, dass die Feuerwehr ein direktes Übergreifen der Flammen verhindern konnte.

B3 zwischen Wilhelmshausen und Neumünden gesperrt

Der Großeinsatz hat erhebliche Auswirkungen auf den Verkehr im Süden Niedersachsens und im angrenzenden Nordhessen. Die Bundesstraße 3 war am Montag zwischen Wilhelmshausen und Neumünden in beiden Richtungen gesperrt. Auch im Bereich der Wilhelmshäuser Straße war die Durchfahrt eingeschränkt beziehungsweise nicht möglich.

Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen führte für die B3 zwischen Wilhelmshausen und Neumünden auch am Montagvormittag weiterhin eine Umleitung. Noch gegen 10.30 Uhr war der betroffene Abschnitt entsprechend gekennzeichnet. Zahlreiche Einsatzfahrzeuge benötigten Flächen im Umfeld des Brandortes, sodass eine schnelle Freigabe während der laufenden Arbeiten nicht möglich war.

Die Sperrung betrifft eine überregionale Verbindung zwischen dem Raum Kassel, Hann. Münden und der weiteren Strecke in Richtung Göttingen. Entsprechend müssen auch Pendler und Durchgangsverkehr auf andere Verbindungen ausweichen. Verkehrsteilnehmer sollten den unmittelbaren Bereich der Einsatzstelle meiden und die ausgeschilderten Umleitungen nutzen. Wann die B3 wieder vollständig freigegeben werden kann, war am Montagvormittag zunächst nicht offiziell bestätigt.

C. F. Schröder prägte Hann. Münden seit dem 19. Jahrhundert

Das betroffene Areal gehört zu den traditionsreichen Industrieflächen der Stadt. Die Geschichte von C. F. Schröder reicht bis ins Jahr 1863 zurück. Nach Angaben des Mündener Stadtarchivs begann Carl Friedrich Schröder damals mit der Herstellung von Schleifmitteln. Nach mehreren Erweiterungen und Standortwechseln wurde 1898 die Fabrik im heutigen Stadtteil Neumünden eröffnet.

Das Unternehmen produzierte unter anderem Schleifpapier und andere Schleifmittel auf Unterlage. 1973 wurde C. F. Schröder Teil der Düsseldorfer Carborundum Schleifmittelwerke. 2005 ging der Mündener Betrieb in der Carbo Group auf. Vier Jahre später endete die Produktion. Nach der Insolvenz der Unternehmensgruppe im Jahr 2009 verloren die damals noch 86 Beschäftigten des Mündener Werkes ihre Arbeitsplätze. Seitdem stehen große Teile der Fabrik leer.

Noch 2025 wurde das gesamte Areal mit rund 35.000 Quadratmetern Grundstücksfläche zum Verkauf angeboten. Die Gebäudeflächen wurden dabei mit etwa 26.000 Quadratmetern angegeben. Einzelne Teile des weitläufigen Komplexes wurden zwischenzeitlich anderweitig genutzt oder vermietet. Nach Angaben aus dem aktuellen Einsatzgeschehen sollen die vermieteten Bereiche nicht von dem Brand betroffen sein. Welche historischen Gebäudeteile durch das Feuer beschädigt oder zerstört wurden, war am Montagvormittag noch nicht abschließend geklärt.

Gefahreninformation wegen der Rauchentwicklung

Während des Einsatzes gaben die zuständigen Stellen eine Gefahreninformation für die Bevölkerung heraus. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten und Lüftungsanlagen sowie Klimaanlagen auszuschalten. Auch am Montagmorgen galt der Hinweis zunächst weiter. Außerdem sollte der Bereich rund um den Brandort gemieden werden.

Bei einem größeren Gebäudebrand können Rauch und Verbrennungsprodukte über eine größere Entfernung verfrachtet werden. Welche Stoffe bei diesem konkreten Feuer freigesetzt wurden und ob Messwerte bestimmte Grenzwerte überschritten, war zunächst nicht offiziell bekannt gegeben worden. Aus der vorsorglichen Warnung allein lässt sich deshalb keine konkrete Schadstoffbelastung ableiten.

Für Anwohner gilt damit vor allem, die behördlichen Hinweise zu befolgen. Solange die Gefahreninformation besteht, sollten Fenster und Türen geschlossen sowie technische Anlagen vermieden werden, die Außenluft in Gebäude befördern. Wer sich in unmittelbarer Nähe des Einsatzortes befindet, sollte Absperrungen beachten und den Einsatzkräften ausreichend Raum lassen.

Brandursache und Schadenshöhe weiterhin offen

Zur Ursache des Feuers lagen am Montagvormittag keine gesicherten Angaben vor. Nach Angaben der Feuerwehr wurde der Brand beim Eintreffen der Einsatzkräfte zunächst in einem Schuppen festgestellt. Von dort habe er sich auf weitere Gebäudeteile ausgebreitet. Diese Beschreibung des Brandverlaufs sagt jedoch nichts darüber aus, wodurch das Feuer ursprünglich ausgelöst wurde.

Auch die Polizei hatte zunächst keine belastbare Schadenshöhe genannt. Die teilweise eingestürzten Hallen und die langwierigen Löscharbeiten dürften eine genaue Begutachtung des Brandortes erschweren. Ob Ermittler einzelne Bereiche bereits betreten und untersuchen konnten, war zunächst nicht offiziell bestätigt.

Damit bleiben zwei zentrale Punkte offen: die genaue Ursache des Feuers und das finanzielle Ausmaß der Schäden. Offizielle Hinweise auf eine bestimmte Ursache gab es zunächst nicht. Auch zu möglichen Verantwortlichkeiten lagen keine gesicherten Angaben vor. Weitere Erkenntnisse werden erst nach Abschluss der Löscharbeiten und einer Untersuchung des Brandortes erwartet.

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