
Die B95 in Burkhardtsdorf ist seit Montag, 10. August 2026, auf einem rund zwei Kilometer langen Abschnitt voll gesperrt. Zwischen dem Bereich der Fußgängerampel Am Auenberg und der Einmündung der K6115 beziehungsweise Klaffenbacher Hauptstraße wird die Bundesstraße grundhaft erneuert. Die Arbeiten treffen eine der wichtigen Straßenverbindungen zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge. Für den Durchgangsverkehr ist eine großräumige Umleitung eingerichtet. Gleichzeitig werden an der Strecke Gehwege, Haltestellen, Entwässerung und weitere Teile der Verkehrsinfrastruktur erneuert. Für das Gesamtprojekt nennt das federführende Landesamt für Straßenbau und Verkehr Kosten von rund 3,5 Millionen Euro.
Im Mittelpunkt steht die grundhafte Erneuerung der B95. Nach Angaben des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr erstreckt sich die eigentliche Straßenbaumaßnahme über rund zwei Kilometer. Neben der Fahrbahn wird der Buswendeplatz in Fahrtrichtung Chemnitz erneuert. Im innerörtlichen Abschnitt entsteht außerdem ein rund 254 Meter langer Randbalken. Die Gemeinde Burkhardtsdorf lässt im Zuge der Gemeinschaftsmaßnahme einen Gehweg und eine Bushaltestelle in Fahrtrichtung Annaberg-Buchholz erneuern. Hinzu kommen nach Angaben der Kommune teilweise Arbeiten an der Straßenbeleuchtung.
Ein weiterer Teil des Vorhabens betrifft den Bereich Lessingstraße und die sogenannte Storchwiese. Dort soll ein neuer Knotenpunkt für einen Einzelhandelsmarkt entstehen. Vorgesehen ist unter anderem eine separate Linksabbiegespur. Der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge erneuert zudem einen Regenwasserkanal, um die Straßenentwässerung zu verbessern. Damit handelt es sich nicht nur um eine reine Erneuerung der Asphaltoberfläche, sondern um eine gebündelte Straßen-, Entwässerungs- und Infrastrukturmaßnahme mehrerer Beteiligter.
Das Projekt wird nach der Planung des LASuV in zwei aufeinanderfolgenden Hauptabschnitten umgesetzt. Der erste Abschnitt reicht vom südlichen Bauanfang bis zur Einmündung Am Niclasberg. Die Gemeinde beschreibt diesen Bereich genauer als Strecke vom Knotenpunkt B180/B95 bis zur Einmündung Lessingstraße beziehungsweise Am Niclasberg. Dieser Abschnitt hat 2026 begonnen. In ihm wird auch der neue Verkehrsknoten für den geplanten Einzelhandelsstandort hergestellt.
Der zweite große Abschnitt soll 2027 folgen. Er reicht von Lessingstraße und Am Niclasberg weiter in Richtung der Kreuzung B95 mit Eibenberger Allee beziehungsweise Klaffenbacher Hauptstraße. Die Gemeinde hat angekündigt, dass die Kreuzung selbst nur zeitweise während der Ferien gesperrt werden soll. Damit soll die Passierbarkeit für den Schülerverkehr außerhalb der Ferien gewährleistet werden. Die RVE führt die Arbeiten an der Ampelkreuzung als weiteren Bauabschnitt in den Sommerferien 2027.
Beim Endtermin sind die veröffentlichten Angaben derzeit nicht vollständig deckungsgleich. Das federführende LASuV nennt als voraussichtlichen Abschluss der Arbeiten Mitte 2028 und erklärt zugleich, dass die B95 während der Bauarbeiten voll gesperrt wird. Diese Angabe wurde auch zum Baustart am 10. August vom MDR unter Berufung auf das LASuV wiedergegeben.
Bei der Gemeinde finden sich parallel andere Angaben. In einem Informationsschreiben vom 6. Juli ist von einer Bauzeit von 18 Monaten und zugleich von einer vollständigen Sperrung bis voraussichtlich Mitte 2028 die Rede. Eine am 4. August aktualisierte Mitteilung der Gemeinde setzt die Vollsperrung dagegen nur bis voraussichtlich Ende 2027 an. Auch die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH nennt derzeit den 30. November 2027 als voraussichtliches Ende und weist ausdrücklich darauf hin, dass die Sperrung ohne Winterpause durchgehend bestehen soll. Eine offizielle Erklärung, warum sich diese Termine unterscheiden, lag zunächst nicht vor. Für die Gesamtmaßnahme ist damit Mitte 2028 weiterhin der vom federführenden LASuV veröffentlichte Zieltermin.
Der normale Durchgangsverkehr kann den gesperrten Abschnitt nicht passieren. Die ausgeschilderte großräumige Umleitung führt von Burkhardtsdorf über die B180 durch Dittersdorf und Gornau. Anschließend geht es über die B174 bei Adelsberg und den Chemnitzer Südring zurück zur B95. In der Gegenrichtung gilt die entsprechende Streckenführung. Die Umleitung ist damit deutlich länger als die direkte Fahrt über die B95.
Der MDR bezifferte die zusätzliche Wegstrecke zum Baustart auf rund 14 Kilometer. Eine feste Verlängerung der Fahrzeit in Minuten haben LASuV und Gemeinde nicht veröffentlicht. Sie kann insbesondere davon abhängen, zu welcher Tageszeit die B180, die B174 und der Chemnitzer Südring befahren werden. Gerade im Berufsverkehr müssen Autofahrer deshalb zusätzliche Zeit einplanen. Eine amtlich bestätigte pauschale Angabe von beispielsweise zehn, 15 oder 20 Minuten gibt es bislang nicht.
Für Linienbusse und Rettungsfahrzeuge ist eine gesonderte Verkehrsführung vorgesehen. Die Regionalverkehr Erzgebirge GmbH hat zum Baustart bereits konkrete Änderungen veröffentlicht. Die Haltestelle Burkhardtsdorf, Siedlung entfällt in beiden Richtungen für den gesamten Linienverkehr. Bei der Linie 210, die Chemnitz und Annaberg-Buchholz verbindet, wird die Haltestelle Weg zum Bahnhof weiterhin bedient. Zusätzlich wird die Haltestelle Weg zum Bahnhof/Post an der B180 angefahren.
Bei der Linie 211 entfällt die Haltestelle Burkhardtsdorf, Weg zum Bahnhof/Post ersatzlos. Die Haltestelle Markt wird dafür nach Angaben der RVE auf allen Fahrten bedient. Fahrgäste sollten während der Bauzeit zusätzlich auf die aktuellen Aushänge an den Haltestellen und auf jeweils gültige Umleitungsfahrpläne achten, weil sich die Verkehrsführung mit dem Fortschritt der Bauabschnitte ändern kann.
Auch Anwohner und Gewerbetreibende entlang der Chemnitzer Straße müssen sich über einen langen Zeitraum auf Einschränkungen einstellen. Das LASuV weist ausdrücklich darauf hin, dass die Arbeiten Auswirkungen auf Anwohner und Betriebe in der Region haben. Eine allgemeine Regelung, nach der sämtliche Grundstücke oder Geschäfte während jeder Bauphase jederzeit mit dem Auto erreichbar bleiben, ist in den veröffentlichten Projektangaben jedoch nicht beschrieben. Die konkrete Erreichbarkeit kann daher vom jeweils aktiven Bauabschnitt abhängen.
Für Burkhardtsdorf selbst verändert sich während des Projekts zudem die örtliche Verkehrsführung. Besonders relevant wird 2027 der Bereich der Kreuzung in Richtung Eibenberg und Klaffenbach. Die Gemeinde will die vollständige Sperrung dieses Knotens auf einen Zeitraum in den Ferien begrenzen. Gerade für Anwohner, Schülerverkehr, Lieferdienste und örtliche Unternehmen ist deshalb entscheidend, welcher Abschnitt jeweils gebaut wird.
Die Folgen reichen über Burkhardtsdorf hinaus. Die B95 gehört zu den direkten Straßenverbindungen aus dem Erzgebirge nach Chemnitz. Sie verbindet unter anderem den Raum Annaberg-Buchholz, Thum und Burkhardtsdorf mit dem Oberzentrum Chemnitz. Entsprechend betrifft die Sperrung nicht nur örtlichen Verkehr, sondern auch Berufspendler sowie den regionalen Wirtschafts- und Lieferverkehr. Der MDR bezeichnete die Bundesstraße zum Baustart entsprechend als wichtige Verbindung zwischen Chemnitz und dem Erzgebirge.
Auch die Führung der RVE-Linie 210 verdeutlicht diese Verkehrsbeziehung. Sie verbindet Chemnitz über Burkhardtsdorf mit Annaberg-Buchholz. Für Menschen, die regelmäßig zwischen dem Erzgebirgskreis und Chemnitz unterwegs sind, wird die Baustelle damit zu einer längerfristigen Veränderung der täglichen Strecke und nicht zu einer kurzfristigen Straßensperrung von wenigen Wochen.
Das LASuV beziffert die Gesamtkosten auf rund 3,5 Millionen Euro. Rund 1,6 Millionen Euro werden aus dem Haushalt der Bundesrepublik Deutschland finanziert. Die weiteren Kosten tragen nach Angaben des Landesamtes die Gemeinde Burkhardtsdorf, der Zweckverband Wasserwerke Westerzgebirge und der beteiligte Edeka-Markt. Einzelne Summen für diese drei Beteiligten hat das LASuV bislang nicht ausgewiesen.
Die Kostenverteilung folgt den unterschiedlichen Teilen der Gemeinschaftsmaßnahme. Der Bund finanziert den Bundesstraßenanteil, während weitere Projektpartner eigene Bestandteile übernehmen. Dazu gehören kommunale Anlagen wie Gehweg und Haltestelle, die Entwässerungsarbeiten des Zweckverbandes sowie die Verkehrsanbindung des geplanten Einzelhandelsstandorts. Die Niederlassung Chemnitz des LASuV hat bei dem Gesamtprojekt die Federführung.
Für Autofahrer ist vor allem die ausgeschilderte Umleitung über B180, B174 und den Chemnitzer Südring maßgeblich. Wer regelmäßig zwischen Annaberg-Buchholz, dem mittleren Erzgebirge und Chemnitz pendelt, sollte die zusätzliche Strecke bereits bei der Fahrtplanung berücksichtigen. Die vom MDR genannte Verlängerung um rund 14 Kilometer kann sich bei täglicher Hin- und Rückfahrt deutlich summieren. Eine verbindliche zusätzliche Fahrzeit ist dagegen nicht veröffentlicht.
Für Busreisende gelten abweichende Regelungen. Hier sind die jeweils aktuellen Fahrpläne und Haltestelleninformationen der RVE maßgeblich. Hinzu kommt, dass sich die Baustelle in mehreren Abschnitten durch Burkhardtsdorf bewegt und für die Kreuzung Richtung Eibenberg und Klaffenbach 2027 eine zeitlich begrenzte Vollsperrung vorgesehen ist. Autofahrer sollten deshalb auch im weiteren Verlauf der Arbeiten auf Änderungen der Beschilderung achten.






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