
Der Said El Mala Transfer zum BVB entwickelt sich wenige Wochen vor dem Ende der Sommertransferperiode zu einer der auffälligsten Personalfragen der Bundesliga. Borussia Dortmund soll weiter intensiv um den 19 Jahre alten Offensivspieler des 1. FC Köln werben. Eine Einigung gibt es bislang nicht. Entscheidend dürfte vor allem sein, ob der BVB bereit ist, seine finanziellen Vorstellungen noch einmal an die hohen Forderungen der Kölner anzunähern. El Mala selbst steht beim FC langfristig unter Vertrag, wodurch sein Verein keinen unmittelbaren Verkaufsdruck hat.
Die Ausgangslage ist aus Kölner Sicht komfortabel. Der 1. FC Köln verlängerte den Vertrag mit Said El Mala bereits im Juli 2025 vorzeitig bis zum Sommer 2030. Eine Ausstiegsklausel hat der Klub nicht öffentlich bestätigt. Der FC kann damit grundsätzlich selbst entscheiden, ob und zu welchen Konditionen er einem Verkauf zustimmen würde.
Sportchef Thomas Kessler machte zuletzt zudem öffentlich deutlich, dass Köln mit einem Verbleib des Offensivspielers rechnet. Nach dem Testspiel gegen Real Sociedad erklärte er gegenüber MagentaTV sinngemäß, El Mala besitze einen langfristigen Vertrag und für den Verein bestehe deshalb kein Grund, ihn abzugeben. Damit unterscheidet sich die öffentliche Position des FC deutlich von einer Situation, in der ein auslaufender Vertrag einen schnellen Verkauf erforderlich machen würde.
In Transferberichten wird die finanzielle Schmerzgrenze allerdings schon seit Monaten deutlich niedriger angesetzt als eine theoretische Unverkäuflichkeit. Nach Informationen von Sky Sport soll Köln für El Mala mindestens rund 50 Millionen Euro verlangen. Diese Summe ist vom Verein nicht offiziell als feste Ablöseforderung bestätigt worden.
Borussia Dortmund soll sich in den vergangenen Wochen mehrfach um eine Einigung bemüht haben. Sky Sport berichtete Ende Juli zunächst von einem Angebot, dessen realistisch erreichbarer Wert deutlich unter den Kölner Vorstellungen gelegen habe. Der FC habe die Offerte abgelehnt.
Später soll Dortmund nachgebessert haben. Unterschiedliche Transferberichte nannten dabei verschiedene Kombinationen aus garantierter Ablöse und Bonuszahlungen. Zuletzt soll der BVB ein Gesamtpaket vorbereitet haben, das sich der Marke von 50 Millionen Euro annähert. Wie hoch der garantierte Anteil tatsächlich wäre, ist nicht offiziell bestätigt.
Am Dienstag berichtete die „Bild“, Dortmund bereite möglicherweise sogar eine neue Offerte vor, die insgesamt erstmals über 50 Millionen Euro liegen könnte. Dem Bericht zufolge habe dem 1. FC Köln bis Dienstagmittag allerdings noch kein entsprechendes offizielles Angebot vorgelegen. Eine Bestätigung der beiden Vereine gab es zunächst nicht.
Damit liegt der entscheidende Unterschied offenbar weniger in der öffentlich genannten Gesamtsumme als in der Struktur eines möglichen Geschäfts. Für Köln dürfte von Bedeutung sein, welcher Betrag garantiert gezahlt würde und welcher Anteil lediglich über erfolgsabhängige Boni erreichbar wäre.
Dass Köln eine außergewöhnlich hohe Ablöse verlangen kann, hängt vor allem mit El Malas Entwicklung in seiner ersten vollständigen Bundesliga-Saison zusammen. Der Offensivspieler absolvierte in der Saison 2025/26 alle 34 Bundesligapartien und erzielte 13 Treffer. Hinzu kamen fünf Vorlagen. Der FC zeichnete ihn nach Saisonende als Spieler des Jahres aus. Auch in der offiziellen Bundesliga-Torjägerstatistik gehörte er mit seinen 13 Treffern zu den erfolgreichsten Spielern der Spielzeit.
El Mala kann insbesondere über die linke offensive Seite eingesetzt werden. Zu seinen auffälligsten Qualitäten gehören hohes Tempo, direkte Dribblings und der Zug in Richtung Strafraum. Genau dieses Profil macht ihn für einen Klub wie Borussia Dortmund interessant, der regelmäßig junge Offensivspieler verpflichtet und weiterentwickelt.
Seine Entwicklung verlief dabei ungewöhnlich schnell. Der FC verpflichtete Said El Mala gemeinsam mit seinem Bruder Malek 2024 von Viktoria Köln und verlieh beide zunächst für die Saison 2024/25 zurück. Danach schaffte Said El Mala innerhalb kurzer Zeit den Sprung zum Bundesliga-Leistungsträger.
Eine zweite Schlüsselfrage betrifft El Mala selbst. Eine öffentliche Forderung nach einem Wechsel hat der 19-Jährige nicht gestellt. Auch ein offiziell bestätigter Wechselwunsch liegt nicht vor.
Nach Informationen von Sky Sport soll El Mala jedoch grundsätzlich offen für einen Transfer nach Dortmund sein. Der Sender hatte zuvor zudem berichtet, der Offensivspieler habe ein mögliches Engagement bei der AS Rom abgelehnt, weil er seinen nächsten Karriereschritt nicht in Italien sehe. Auch ein Transfer zum FC Brentford kam im Frühsommer nicht zustande, obwohl nach Sky-Informationen ein Gesamtpaket von bis zu 50 Millionen Euro möglich gewesen wäre.
Diese Berichte bedeuten allerdings nicht, dass El Mala einen Abschied aus Köln erzwingen will. Öffentlich präsentiert er sich weiterhin als Teil des FC-Kaders. Köln nahm ihn regulär in die Sommervorbereitung auf, und El Mala stand auch beim Test gegen Real Sociedad auf dem Platz.
Damit fehlt bislang ein Faktor, der Transferverhandlungen häufig beschleunigt: öffentlicher Druck des Spielers auf seinen aktuellen Klub.
Borussia Dortmund kommentiert die Personalie bislang nicht konkret. Geschäftsführer Lars Ricken verwies zuletzt darauf, dass der BVB grundsätzlich nicht öffentlich über Spieler anderer Vereine sprechen wolle.
Gleichzeitig machte Ricken deutlich, dass Dortmund auf dem Transfermarkt wirtschaftliche Grenzen beachten müsse. Auch Trainer Niko Kovac stellte klar, dass der Klub die verbleibende Transferperiode nutzen wolle, aber nicht zu überhasteten Verpflichtungen bereit sei. Hochwertige Spieler zu vertretbaren Konditionen zu verpflichten, sei schwierig.
Diese Aussagen passen zur Situation bei El Mala. Der BVB verfügt zwar über erheblichen finanziellen Spielraum, muss bei einer möglichen Ablöse von rund 50 Millionen Euro aber abwägen, welchen Anteil seines Transferbudgets er für einen erst 19 Jahre alten Offensivspieler einsetzen will.
Eine sofortige Entscheidung ist trotz der intensiven Gespräche nicht zwingend erforderlich. Das reguläre Sommertransferfenster der Bundesliga läuft 2026 bis zum 31. August. Für Dortmund und Köln bleiben damit vom Dienstag, 11. August, noch knapp drei Wochen.
Der Zeitfaktor könnte trotzdem zunehmend eine Rolle spielen. Je näher der Saisonstart und das Ende der Wechselperiode rücken, desto schwieriger wird es für beide Vereine, ihre Kaderplanung kurzfristig anzupassen. Die Bundesliga beginnt in der Saison 2026/27 am Wochenende ab dem 28. August. Der 1. FC Köln startet am 29. August gegen die TSG Hoffenheim in die Liga.
Sollte Köln El Mala erst unmittelbar vor Ende der Transferperiode verkaufen, bliebe nur wenig Zeit für einen Ersatz. Umgekehrt müsste Dortmund bei einem Scheitern der Gespräche rechtzeitig auf andere Offensivoptionen umschwenken.
Dortmund soll deshalb parallel weitere Möglichkeiten prüfen. Besonders häufig fällt erneut der Name Jadon Sancho. Der frühere BVB-Profi ist nach seinem Abschied von Manchester United ohne Verein. Mehrere Berichte bringen eine erneute Rückkehr nach Dortmund ins Gespräch. Eine Einigung oder ein konkreter Transfer ist jedoch nicht bestätigt.
Auch Ibrahim Mbaye von Paris Saint-Germain, Ethan Nwaneri vom FC Arsenal, Giannis Konstantelias und Yeremay Hernández wurden zuletzt mit Dortmund in Verbindung gebracht. Wie konkret das Interesse an den einzelnen Spielern tatsächlich ist, bleibt offen. Teilweise stammen diese Namen lediglich aus einzelnen Transferberichten.
El Mala soll nach übereinstimmenden Berichten dennoch zu den bevorzugten Dortmunder Lösungen gehören. Das würde erklären, weshalb der BVB trotz mehrfacher Ablehnungen offenbar weiterhin versucht, die finanziellen Vorstellungen beider Klubs zusammenzuführen.
Eine Ablöse in der Größenordnung von 50 Millionen Euro hätte für den 1. FC Köln erhebliche wirtschaftliche Bedeutung. Dass der FC eine solche Bewertung überhaupt durchsetzen kann, hängt neben El Malas sportlicher Entwicklung besonders mit seinem langfristigen Vertrag zusammen.
Köln hatte bereits im Frühjahr ein Angebot aus England abgelehnt. Sky Sport berichtete Ende April, Brighton & Hove Albion habe rund 35 Millionen Euro geboten. Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni soll Brentford anschließend ein deutlich höheres Paket vorgelegt haben. Der Transfer kam dennoch nicht zustande.
Die bisherigen Vorgänge zeigen, dass Köln nicht darauf angewiesen ist, auf die erste hohe Offerte zu reagieren. Gleichzeitig steigt mit jeder Summe nahe oder oberhalb von 50 Millionen Euro die wirtschaftliche Dimension der Entscheidung.
Damit konzentriert sich der Transferpoker zunehmend auf einen vergleichsweise klaren Punkt. Der BVB müsste Köln offenbar nicht nur mit einer hohen nominellen Gesamtsumme überzeugen, sondern möglicherweise auch mit einem ausreichend großen garantierten Sockelbetrag.
Dortmund kann wiederum darauf setzen, dass sich die Verhandlungsposition mit näher rückendem Ende des Transferfensters verändert. Köln besitzt aufgrund des Vertrags bis 2030 allerdings die Möglichkeit, El Mala zu halten und eine neue Entscheidung auf einen späteren Transferzeitpunkt zu verschieben.
Am Dienstag war deshalb weder ein Wechsel noch ein endgültiges Scheitern der Gespräche bestätigt. El Mala bleibt Spieler des 1. FC Köln. Borussia Dortmund hat sein Interesse öffentlich nicht bestätigt. Die entscheidenden finanziellen Details stammen weiterhin aus Transferberichten.
Sollte Dortmund tatsächlich noch einmal nachbessern, dürfte sich zeigen, ob die bislang bestehende Differenz bei der garantierten Ablöse überwunden werden kann. Bis dahin hat Köln sowohl vertraglich als auch zeitlich eine starke Position.






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