Niedrigwasser legt Bazooka-Rakete im Rhein frei

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Eine Bazooka-Rakete im Rhein bei Koblenz hat wegen des niedrigen Wasserstands einen Einsatz des Kampfmittelräumdienstes ausgelöst. Die Weltkriegsmunition war am Freitagnachmittag, 7. August 2026, am Rheinufer im Koblenzer Stadtteil Wallersheim entdeckt worden. Spezialisten bestätigten anschließend, dass es sich um echte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg handelte. Am Dienstag wurde die Rakete kontrolliert unter Wasser gesprengt. Nach Abschluss der Arbeiten ging von ihr keine Gefahr mehr aus.

Bazooka-Rakete lag am Rheinufer in Wallersheim

Der Fund war durch das Niedrigwasser des Rheins sichtbar geworden. Wer die Rakete konkret entdeckte, wurde von den zuständigen Stellen nicht öffentlich benannt. Der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz untersuchte das Objekt und bestätigte die Echtheit. Einen genaueren Typ innerhalb der Bazooka-Baureihen oder Einzelheiten zum Zustand des Zündsystems veröffentlichten die Behörden nicht.

Bei einer Bazooka handelt es sich um eine von den US-Streitkräften im Zweiten Weltkrieg eingesetzte Panzerabwehrwaffe. Wegen des Alters der aufgefundenen Rakete entschieden sich die Spezialisten gegen eine klassische Entschärfung. Bis zur Beseitigung wurde der Fundort durch Mitarbeiter des Koblenzer Ordnungsamtes gesichert und überwacht.

Kampfmittelräumdienst sprengt Rakete unter Wasser

Für die Beseitigung am Dienstagmorgen, 11. August, richteten die Behörden rund um die Fundstelle einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von etwa 100 Metern ein. Zwölf Mehrfamilienhäuser lagen innerhalb dieser Zone. Die Bewohner mussten ihre Wohnungen bis 8 Uhr verlassen. Anschließend kontrollierte das Ordnungsamt den abgesperrten Bereich. Wegen eines Krankentransports verzögerte sich die vollständige Freigabe für den Einsatz bis kurz nach 9 Uhr.

Die Spezialisten brachten die Rakete anschließend ins Wasser und sprengten sie dort kontrolliert. Nach Einschätzung des Kampfmittelräumdienstes war diese Vorgehensweise bei der alten Munition sicherer als eine Entschärfung. Für die eigentliche Sprengung wurden der Rhein für die Schifffahrt und auch der Luftraum vorübergehend gesperrt. Nach erfolgreichem Abschluss konnten die Absperrungen wieder aufgehoben werden.

Zweiter Munitionsfund wenige Kilometer entfernt

Die Bazooka-Rakete war nicht der einzige Weltkriegsfund am Koblenzer Rheinufer. Bereits am Samstagabend wurde im Stadtteil Pfaffendorf eine Gewehrgranate entdeckt. Auch dort richteten die Behörden einen Sicherheitsradius von rund 100 Metern ein. 15 Mehrfamilienhäuser sowie Teile der Seizstraße und des Rheinuferwegs lagen innerhalb der Evakuierungszone.

Die Gewehrgranate wurde am Dienstag gegen 11 Uhr ebenfalls kontrolliert unter Wasser gesprengt. Beide Fundstellen waren bis zur Beseitigung durch das Ordnungsamt gesichert worden. Nach Abschluss der Sprengungen konnten die betroffenen Bereiche wieder betreten werden.

Niedrigwasser legt alte Munition im Rhein frei

Dass Weltkriegsmunition bei niedrigem Wasserstand sichtbar wird, ist am Rhein kein neues Phänomen. Sinkt der Pegel, treten Flächen des Flussbetts und Uferbereiche hervor, die bei normalen Wasserständen überflutet sind. Dadurch können Gegenstände sichtbar werden, die teilweise seit Jahrzehnten unter Wasser, Schlamm oder Sedimenten verborgen lagen.

Auch der Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz hat in der Vergangenheit wiederholt Munition aufgrund von Niedrigwasser im Rhein geborgen. Zu den besonders aufwendigen Fällen gehörte 2011 eine Großladungsbombe bei Koblenz, die bei niedrigem Wasserstand erneut sichtbar geworden war. Solche Funde bedeuten nicht, dass Niedrigwasser die Munition erst gefährlich macht. Alterung und Korrosion können die Eigenschaften jahrzehntealter Kampfmittel jedoch verändern.

Hunderte Fundmeldungen in Rheinland-Pfalz pro Jahr

Die Dimension des Problems zeigt die Jahresbilanz des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2025 bearbeiteten die Spezialisten rund 648 Fundmeldungen. Insgesamt wurden etwa 67 Tonnen Munition geborgen. Dazu gehörten sieben Bombenblindgänger mit einem Bruttogewicht von mehr als 50 Kilogramm. Ein Jahr zuvor waren 610 Fundmeldungen registriert worden.

Noch deutlich höher liegen die Zahlen in Nordrhein-Westfalen. Dort wurden 2025 allein 1.770 sogenannte Zufallsfunde gemeldet und bearbeitet. Insgesamt beseitigten die Kampfmittelbeseitigungsdienste 8.496 Kampfmittel verschiedenster Arten. Darunter waren 2.140 Bomben und 4.270 Granaten. 343 Kampfmittel mussten wegen fehlender Transportfähigkeit kontrolliert gesprengt werden.

Die hohe Belastung in Nordrhein-Westfalen hängt auch mit der Kriegsgeschichte zusammen. Industrieregionen an Rhein und Ruhr sowie wichtige Verkehrsknotenpunkte waren im Zweiten Weltkrieg besonders häufig Ziel von Luftangriffen. Hinzu kommt Munition aus den Bodenkämpfen der letzten Kriegsmonate.

Verdächtige Gegenstände niemals anfassen

Für Spaziergänger, Angler und Wassersportler gelten bei verdächtigen Funden klare Sicherheitsregeln. Munition, Granaten, Bomben oder unbekannte metallische Gegenstände, bei denen ein militärischer Ursprung möglich erscheint, dürfen weder berührt noch bewegt oder mitgenommen werden. Betroffene sollten Abstand halten und Polizei oder zuständiges Ordnungsamt informieren.

Auch Jahrzehnte unter Wasser oder im Boden machen Munition nicht automatisch ungefährlich. Korrosion kann Metallhüllen und Bauteile verändern, während Sprengstoffe oder Zündsysteme weiterhin gefährlich sein können. Ob ein Fund noch funktionsfähig ist und wie er beseitigt werden muss, können ausschließlich Fachleute beurteilen. Genau deshalb wurde auch die Bazooka-Rakete von Wallersheim nicht bewegt oder untersucht, bis der Kampfmittelräumdienst die weitere Vorgehensweise festgelegt hatte.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu