Bill Gates kündigt neues KI-Memo an und investiert Millionen

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Grzegorz Walczak

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Bill Gates und Gates Foundation sorgen mit zwei nahezu zeitgleichen Nachrichten für Aufmerksamkeit. Gates kündigte am 10. August 2026 einen ausführlichen Text über Chancen und Gefahren künstlicher Intelligenz an, der noch im August erscheinen soll. Zugleich stellt seine Stiftung 540,2 Millionen Dollar für das Institute for Health Metrics and Evaluation an der University of Washington bereit. Die Förderung gehört zu den größten aktuellen Einzelprojekten der Stiftung und passt zu Gates’ Plan, deren Vermögen bis Ende 2045 vollständig für gemeinnützige Zwecke einzusetzen.

Bill Gates will noch im August ausführlich über KI schreiben

In seinem am 10. August veröffentlichten Beitrag „Bad news isn’t the only news“ beschäftigt sich Gates mit der Frage, warum er trotz Kriegen, geopolitischer Spannungen und möglicher Gefahren durch künstliche Intelligenz grundsätzlich optimistisch bleibt. Dabei kündigt er ein eigenes umfangreiches Papier zur KI an. Auf seinem Blog Gates Notes schreibt er wörtlich: „I am working on a long memo about the risks and benefits of AI that I plan to publish later this month.“

Was genau Gates darin fordern wird, ist bislang nicht bekannt. In seinem aktuellen Beitrag nennt er KI ausdrücklich als Technologie, die möglicherweise mehr Schaden als Nutzen verursachen könne, stellt dem aber Fortschritte etwa in Medizin, Armutsbekämpfung und globaler Gesundheit gegenüber. Bereits Anfang 2026 hatte Gates vor dem Missbrauch von KI durch Kriminelle oder andere Akteure und vor erheblichen Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt gewarnt. Das angekündigte Memo dürfte diese Positionen ausführlicher behandeln.

Gates Foundation vergibt 540,2 Millionen Dollar

Parallel dazu wurde am 10. August eine der größten aktuellen Förderentscheidungen der Gates Foundation bekannt. Das Institute for Health Metrics and Evaluation, kurz IHME, an der University of Washington erhält über zehn Jahre 540,2 Millionen Dollar. Nach Angaben der Universität handelt es sich um die größte Förderung in ihrer Geschichte.

Mit dem Geld soll insbesondere die internationale Studie „Global Burden of Disease“ ausgebaut werden. Sie erfasst Krankheiten, Todesursachen und gesundheitliche Belastungen weltweit. Statt bislang rund 925 geografischer Gebiete sollen künftig fast 5.000 Regionen detailliert untersucht werden. Außerdem finanziert die Stiftung Prognosen über die künftige Entwicklung von Gesundheit und Gesundheitsausgaben. IHME-Direktor Christopher Murray erklärte dazu: „This investment will allow us to provide high-quality evidence at a much more local level.“

Die Arbeit des Instituts ist einflussreich, aber nicht unumstritten. Während der Corona-Pandemie wurden Prognosemodelle des IHME unter anderem von der US-Regierung genutzt. Statistiker kritisierten damals einzelne frühe Modelle, weil diese Todeszahlen teilweise zu niedrig angesetzt und Unsicherheitsbereiche zu eng ausgewiesen hätten. Das Institut passte seine Modelle im weiteren Verlauf an.

Forbes schätzt Gates’ Vermögen auf 108,8 Milliarden Dollar

Trotz seiner jahrzehntelangen Spenden gehört Gates weiterhin zu den reichsten Menschen der Welt. Forbes bezifferte sein Echtzeitvermögen am 12. August 2026 auf rund 108,8 Milliarden Dollar. Damit lag der Microsoft-Mitgründer auf Platz 19 der weltweiten Forbes-Rangliste.

Die Höhe schwankt wegen Aktienkursen und anderer Vermögenswerte fortlaufend. Gleichzeitig hat Gates bereits einen erheblichen Teil seines Vermögens für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt. Nach Angaben der Gates Foundation haben Bill Gates und Melinda French Gates bis Ende 2025 zusammen 63,9 Milliarden Dollar in die Stiftung eingebracht. Warren Buffett steuerte zwischen 2006 und 2025 insgesamt 47,9 Milliarden Dollar bei.

Stiftung hat bereits 110,9 Milliarden Dollar ausgeschüttet

Die Gates Foundation unterscheidet zwischen reinen Förderzahlungen und sämtlichen gemeinnützigen Ausschüttungen. Bis zum Ende des vierten Quartals 2025 beliefen sich die Förderzahlungen seit Beginn der Aktivitäten der Gates-Familienstiftungen auf rund 90 Milliarden Dollar. Einschließlich weiterer gemeinnütziger Ausgaben, Direktverträge, Programminvestitionen und bestimmter Vermögenskäufe nennt die Stiftung einen Gesamtwert von 110,9 Milliarden Dollar.

Allein 2025 lag die gemeinnützige Unterstützung bei rund 8,5 Milliarden Dollar. Ende desselben Jahres verfügte der Stiftungstrust nach eigenen Angaben über ein Vermögen von rund 89 Milliarden Dollar. Die Stiftung gehört damit weiterhin zu den finanzstärksten privaten Akteuren in der internationalen Gesundheits- und Entwicklungsfinanzierung.

Gates Foundation soll Ende 2045 schließen

Die langfristige Strategie hat Gates bereits am 8. Mai 2025 grundlegend verändert. Damals kündigte er zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung an, nahezu sein gesamtes verbliebenes Vermögen schneller als ursprünglich vorgesehen einzusetzen. Gates schrieb: „I will give away virtually all my wealth through the Gates Foundation over the next 20 years.“

Die Stiftung soll ihre Arbeit am 31. Dezember 2045 beenden. Bis dahin sollen nach den Planungen mehr als 200 Milliarden Dollar zusätzlich ausgegeben werden. Der genaue Betrag hängt nach Angaben der Stiftung von Kapitalmarktentwicklung und Inflation ab. Finanziert werden soll das Programm sowohl aus dem vorhandenen Stiftungsvermögen als auch aus weiteren persönlichen Einzahlungen von Gates.

Im Mittelpunkt stehen drei langfristige Ziele. Die Stiftung will vermeidbare Todesfälle von Müttern und Kindern reduzieren, gefährliche Infektionskrankheiten stärker zurückdrängen und Menschen beim Weg aus extremer Armut unterstützen. Für die kommenden Jahre hat die Organisation zugleich jährliche Ausgaben in Milliardenhöhe vorgesehen.

Kritik an Gates und seiner Stiftung bleibt bestehen

Mit der finanziellen Größe der Gates Foundation geht seit Jahren eine Debatte über den Einfluss privater Milliardäre auf Gesundheitsforschung und internationale Entwicklungspolitik einher. Die Stiftung entscheidet selbst, welche Programme sie mit Milliardenbeträgen unterstützt. Befürworter verweisen auf langfristige Finanzierungsmöglichkeiten und Investitionen in Impfstoffe, medizinische Forschung und Daten. Kritiker sehen die starke Abhängigkeit einzelner Bereiche von wenigen privaten Geldgebern skeptisch.

Hinzu kam 2026 erneut Kritik wegen der früheren Kontakte von Gates und Mitarbeitern der Stiftung zu Jeffrey Epstein. Eine von der Gates Foundation beauftragte externe Überprüfung durch die Kanzlei WilmerHale bestätigte Kontakte zwischen 2011 und 2014. Nach Darstellung der Stiftung fand die Untersuchung keine Hinweise darauf, dass Epstein von ihr bezahlt wurde oder dass die Stiftung an seinen Straftaten beteiligt war oder davon wusste. Gates selbst hat seine damaligen Kontakte wiederholt als schweren Fehler bezeichnet. Gegen ihn wurden in diesem Zusammenhang keine strafrechtlichen Vorwürfe erhoben.

Warren Buffett stellte im Juli 2026 seine Zahlungen an die Gates Foundation ein. Er hatte ihr über zwei Jahrzehnte Berkshire-Hathaway-Aktien im Wert von mehr als 47 Milliarden Dollar übertragen. Die Stiftung erklärte daraufhin, sie sei Buffett für seine jahrzehntelange Unterstützung dankbar und verfüge aufgrund der von Gates zugesagten Mittel weiterhin über eine starke finanzielle Basis bis zur geplanten Schließung 2045.

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